Anlagen für die Bewerbung: Reihenfolge und Auswahl?

von Christian Püttjer & Uwe Schnierda

In welcher Reihenfolge sollen Sie Arbeitszeugnisse, Weiterbildungszertifikate und andere Nachweise sortieren? Gehört das Schulzeugnis immer dazu? Ist ein aktuelles Zwischenzeugnis nötig? Und welche Unterlagen dürfen weggelassen oder bei Bedarf später nachgereicht werden?

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Wenn Sie Ihre Bewerbungsunterlagen für eine E-Mail-Bewerbung per PDF oder eine Bewerbungsmappe in Papierform aufbereiten, stellt sich immer auch die Frage, welche Anlagen Sie in welcher Reihenfolge auflisten?

 

Welche Anlagen aufführen für vollständige Bewerbung?

  • Bewerbungsunterlagen können grundsätzlich diese Anlagen enthalten:

 

Deckblatt (optional)
Anschreiben
Lebenslauf
Leistungsbilanz (optional)
Anlagenverzeichnis (optional)
Referenzen (optional)
Arbeitszeugnisse
Letters of Recommendation (optional)
Weiterbildungsnachweise (falls vorhanden)
Fortbildungszertifikate (falls vorhanden)
Zertifikate über Fremdsprachenkenntnisse (falls vorhanden)
Hochschulzeugnisse und -urkunden oder
Ausbildungszeugnisse
Schulzeugnisse (optional)
Fachartikel (optional)
Arbeitsproben (optional)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zeugnisse und Zertifikate auswählen

  • Wenn es darum geht, die passenden Anlagen auszuwählen, hängt dies vom individuellen beruflichen Werdegang, von der Länge der Berufserfahrung und auch von den Anforderungen der zu vergebenden Stelle ab.
  • Unverzichtbar sind Anschreiben, Lebenslauf, Arbeitszeugnisse und Hochschulzeugnis/-urkunde oder Ausbildungsabschluss.
  • Führungskräfte verwenden oft Referenzen, um ihre berufliche Reputation zu unterstreichen.
  • International ausgerichtete Bewerber legen idealerweise Letters of Recommendation und/oder Zertifikate über Fremdsprachenkenntnisse bei.
  • Deckblatt, Leistungsbilanz und Anlagenverzeichnis werden nicht von allen Bewerbern verwendet.
  • Weiterbildungszertifikate, beispielsweise zu den persönlichen IT-Kenntnissen, sollten nicht zu alt sein. Wochenendkurse, die vor 15 Jahren stattgefunden haben sind wirklich überflüssig.
  • Und können womöglich das Gegenteil der gewünschten Wirkung erreichen, da man Bewerbern unterstellen könnte, dass sie seit Jahrzehnten in dem im Zertifikat aufgeführten Fachgebiet nichts Neues mehr gelernt haben.
  • Fortbildungsnachweise sind wichtig, weil hier oft mehrmonatige oder -jährige Lehrgänge absolviert wurden. Also umfassend neue Kenntnisse erworben wurden.
  • Schulzeugnisse des letzten (höchsten) Schulabschlusses sollten Bewerber mit weniger als zehn Jahren Berufserfahrung noch beilegen.
  • Bei mehr als zehn Jahren Berufserfahrung kann das letzte Schulzeugnis weggelassen werden.
  • Ausgewählte Fachartikel oder eine Übersicht von Veröffentlichungen empfehlen sich für Wissenschaftler.
  • Arbeitsproben werden beispielsweise von Journalisten, Marketingspezialisten, PR-Experten oder Kommunikationsdesignern beigefügt.

 

Reihenfolge: Anlagen in der Bewerbung richtig auflisten

  • Orientieren Sie sich beim Sortieren an der Struktur Ihres Lebenslaufes.
  • Da berufserfahrene Bewerberinnen und Bewerber üblicherweise einen rückwärts-chronologischen Lebenslauf beifügen, sollte auch mit den aktuellsten Anlagen begonnen werden.
  • Meist ist dies ein Zwischenzeugnis vom momentanen Arbeitgeber oder das Arbeitszeugnis (Schlusszeugnis) des letzten Arbeitgebers.
  • Ein Zwischenzeugnis ist allerdings nicht zwingend notwendig.
  • Wenn Sie Unruhe am momentanen Arbeitsplatz vermeiden möchten, sollten Sie Ihre momentanen Vorgesetzten nicht mit dem deutlichen Wunsch nach einem aktuellen Zwischenzeugnis ins Grübeln über Ihre Firmenloyalität bringen.
  • Ganz am Ende der Unterlagen findet sich dann meist das Hochschulzeugnis samt -urkunde oder das Zeugnis der Berufsausbildung.
  • Und bei Bewerbern mit weniger als zehn Jahren beruflicher Erfahrung das Zeugnis des letzten Schulabschlusses.

 

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