Bewerbung und Kündigung erwähnen und begründen?

von Christian Püttjer & Uwe Schnierda

Ist es sinnvoll, eine Kündigung im Anschreiben zu erläutern? Sollten die Kündigungsgründe genannt werden? Und welche Regeln gelten für die Erwähnung einer Freistellung oder eines Aufhebungsvertrages?

foto: © Maksim Šmeljov / fotolia.com

 

1. Kündigung im Anschreiben der Bewerbung erwähnen?

  • In der Regel sollte die Kündigung im Anschreiben nicht erwähnt werden.
Aus einem Originalanschreiben

"Sehr geehrte Damen und Herren,

da mir mein Chef gekündigt hat, suche ich nun eine neue Herausforderung in Ihrem Unternehmen...

 

 

 

 

 

 

  • Zum einen ist dort kaum Platz für die Darstellung des beruflichen Profils von Bewerbern und Bewerberinnen. Geschweige denn für die Erläuterung einer Kündigung.
  • Zum anderen könnte die ungeschickte Darstellung einer Kündigung Spekulationen über die Person des Bewerbers auf Seiten des neuen Arbeitgebers auslösen.
  • Unbeabsichtigt würde dann schon beim Lesen des ersten Teils der Bewerbungsunterlagen das Interesse der Firma an den Fähigkeiten, Kenntnissen und Stärken des Bewerbers sinken.

     

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    2. Indirekt Bezug auf den Kündigungsgrund nehmen?

    • In den ersten beiden Dritteln des Anschreibentextes wird idealerweise Bezug auf die ausgeschriebene Stelle und deren Anforderungen genommen.
    • Darüber hinaus werden Schnittstellen zwischen den neuen Aufgaben und den momentanen herausgearbeitet und erläutert.
    • Im letzten Drittel ist Platz für Formalien wie Eintrittstermin und die Gehaltsvorstellung.
    • Beide Angaben werden in Stellenanzeigen oft ausdrücklich eingefordert.
    • Daher kann hier indirekt Bezug auf eine Kündigung genommen werden.
    • Aber nur auf eine Kündigung aus Gründen, die nicht in der Person des Bewerbers zu finden sind.
    • Beispielsweise kann eine betriebsbedingte Kündigung in Verbindung mit einem möglichen Eintrittstermin dann so erläutert werden:
    "Da mein Unternehmen in Insolvenz ist, könnte ich die ausgeschriebene Stelle zügig antreten, beispielsweise zum ...."

     

     

     

    • Diese Vorgehensweise bietet sich dann an, wenn aus den Medien und Wirtschaftsnachrichten eindeutig bekannt ist, dass der ehemalige Arbeitgeber in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt.

     

    3. Aufhebungsvertrag im Anschreiben nennen?

    • Dagegen sollten eine Freistellung oder ein Aufhebungsvertrag keinen Eingang ins Anschreiben finden.
    • Die Verhandlungsposition des Bewerbers gegenüber dem neuen Arbeitgeber würde sich dadurch von Anfang an deutlich verschlechtern.
    • Insbesondere gilt dies, wenn der Lebenslauf bereits andere problematische Aspekte erkennen lässt.
    • Hierzu zählen mehrere kürzere Beschäftigungsverhältnisse, mehrere Branchenwechsel, ein abgebrochenes Studium oder eine nicht beendete Ausbildung.

     

       
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      4. Arbeitszeugnis und Kündigungsgrund

      • Bewerber und Bewerberinnen, denen gekündigt wurde, haben ab diesem Zeitpunkt einen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis, um sich bewerben zu können.
      • Nicht immer ist es sinnvoll, dieses Zeugnis den Bewerbungsunterlagen beizufügen.
      • Zum einen dann, wenn es mittelmäßige oder schlechte Bewertungen enthält, gerade weil es Ärger am Arbeitsplatz gegeben hat.
      • Zum anderen, weil eine problematische Kündigung durch die Firma, die ja extra nicht im Anschreiben erwähnt wurde, durch Formulierungen im Schlussabsatz des Zeugnisses dann doch erkennbar. Beispielsweise so:

      "Das Arbeitsverhältnis endet zum xx.xx.xxxx, für seine weitere berufliche und private Zukunft wünschen wir Herrn Schmidt alles Gute."

      Erläuterung: Hier fehlen der Dank des Arbeitgebers für die geleistete Arbeit und das Bedauern über die Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

      Und auch der Wunsch nach einer weiter erfolgreichen Tätigkeit wird nicht ausgedrückt ("...alles Gute und weiterhin Erfolg.")

       

       

       

       

       

       

       

      • In diesen Fällen sollte also auf das aktuelle Zeugnis verzichtet werden. Es sollten lediglich das - hoffentlich überzeugende - Arbeitszeugnis des letzten Arbeitgebers und weiter davor liegende beigefügt werden.
      • Und strategische denkende Bewerberinnen und Bewerber wissen einmal mehr, dass die Gunst der Stunde (Vorgesetztenwechsel, interner Wechsel auf eine andere Stelle im Unternehmen, usw.) immer genutzt werden sollte, um ein gutes Zwischenzeugnis erhalten.
      • Schließlich kann die Notwendigkeit sich bewerben zu müssen leider schneller als geplant und gewünscht eintreten.

       

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