Zweites Vorstellungsgespräch: 15 schnelle Tipps für Ihre Fragen

von Christian Püttjer & Uwe Schnierda

Spezielle Fragen im zweiten Vorstellungsgespräch ✓ Wechselwunsch erklären ✓ Eigenmotivation verdeutlichen ✓ Geschäftsführer und Fachvorgesetzte überzeugen ✓

foto: © Konstantin Li / fotolia.com

Welche Fragen werden Ihnen im zweiten Vorstellungsgespräch gestellt?

Wie verdeutlichen Sie Ihre ausgeprägte Motivation?

Und wie können Sie mit Ihren Antworten dafür sorgen, dass Sie die oder der Richtige für den neuen Job sind?

Selbstverständlich liegen die Gründe für ein Aus in der sich anschließenden Runde zwei nicht grundsätzlich auf Seiten der Bewerber.

 

Nach dem zweiten Vorstellungsgespräch eine Absage

Es kommt regelmäßig vor, dass sich die Firmen für einen anderen Bewerber entscheiden, weil dieser im Vorstellungsgespräch besser verdeutlichen kann, dass er beispielsweise

  • über speziellere Branchenerfahrung verfügt,
  • zusätzliches Fach- und Spezialwissen in angrenzenden Bereichen vorweisen kann,
  • im Umgang mit wichtigen Schlüsselkunden erfahrener ist,
  • nachweislich Kosten senken kann,
  • internationaler aufgestellt ist,
  • eine länger erprobte Führungserfahrung mitbringt oder
  • mit seiner charismatischen Art überzeugt.

Gibt es allerdings wiederholte Absagen in der wichtigen zweiten Runde, nagt dies am Selbstbewusstsein und führt womöglich zu starken Selbstzweifeln. Hier hilft eine systematische Analyse der bisher erfolglos verlaufenen zweiten Vorstellungsgespräche durchaus weiter.

 

Praxistipps für das zweite Vorstellungsgespräch

#1 Erneute Überzeugungsarbeit in Runde zwei

Naturgemäß ist die Freude auf Seiten der Bewerberinnen und Bewerber groß, wenn sie nach einem positiv verlaufenen ersten Vorstellungsgespräch zur Runde zwei eingeladen werden. Aber Achtung, die zweite und weitere Runden sind keine Selbstläufer.

Es gilt in jedem Gespräch erneut zu überzeugen. Beispielsweise mit einer passgenauen Selbstpräsentation, die verdichtet Einstellungsargumente enthält und gezielt auf die Anforderungen der Stellenausschreibung eingeht.

Aktiv kommuniziert werden sollten ebenso die Motivation der Bewerbung und die damit immer verbundenen Gründe für die Kündigung. Sei es eine eigene Kündigung oder eine Kündigung durch die Firma.

Nicht zu unterschätzen ist weiter der gezielte Einsatz von Rhetorik im Vorstellungsgespräch. Hierzu zählen wir eine glaubwürdige Körpersprache, das Eingehen auf die unterschiedlichen Gesprächsteilnehmer und ihre speziellen Wünsche und Perspektiven und souveräne Antworten auf Fragen nach Schwächen und Stärken des Bewerbers.

Aus den genannten Gründen - und weiteren - werden wir in unserer Beratungspraxis regelmäßig von Führungskräften und berufserfahrenen Fachkräften in Anspruch genommen, die mehrmals in der zweiten Runde gescheitert sind und nun endlich die Gründe dafür erfahren wollen.

 

Diese Gründe führen zur vorzeitigen Absage

#2 Innere Motivation nach außen verdeutlichen

Der unbedingte Wille sich in die neue Position voll und ganz einzubringen wird nicht deutlich. Eine nach außen sichtbare Motivation, die innerlich häufig vorhanden ist, ist für die Entscheider auf der Firmenseite nicht erkennbar.

#3 Passive Antworten führen zu passiver Körpersprache

Genauso abwartend und passiv wie die Antworten auf Fragen im zweiten Bewerbungsgespräch ist üblicherweise auch die dazugehörige Körpersprache. Die unverzichtbare – und wohldosierte - Begeisterung für die neuen Aufgaben wird damit auch nonverbal nicht erkennbar.

#4 Rückbezug aufs erste Gespräch fehlt

Häufig wird nicht ausreichend Bezug auf das erste Gespräch und die darin thematisierten Inhalte und Zwischenergebnisse genommen.

#5 Vorlieben der Entscheider nicht erkannt

Dazu gehört, dass die Lieblingsthemen der jeweiligen Entscheider – künftige Unternehmensziele, Wachstumsfelder, Optimierungen von Abläufen, neue Produkte, Vertriebsziele, Verhältnis zu Wettbewerbern – vom Bewerber nicht noch einmal explizit angesprochen werden.

#6 Trotzreaktionen auf Stressfragen

Auf kleine Stresstests und verbale Spitzen des Top-Managements, das erst im zweiten Gespräch anwesend ist, wird unsicher oder patzig reagiert

 
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Vorbereitung: So steigern Bewerber die Wirkung ihrer Worte

#7 Systematische Nachbereitung der ersten Runde

Zunächst sollte das erste Gespräch gründlich ausgewertet werden. Welche Themen waren welchem Gesprächspartner besonders wichtig?

#8 Immer die Stellenanzeige im Blick

Weiter sollte analysiert werden, welche Vorgaben aus der Stellenausschreibung im Vorstellungsgespräch besonders intensiv besprochen wurden?

#9 Aktive Gesprächsführung in Runde zwei

Dann sollten Bewerberinnen und Bewerber die identifizierten Firmenwünsche von sich aus an passender Stelle im zweiten Vorstellungsgespräch ansprechen. Dies verlangt Fingerspitzengefühl, schließlich dürfen die Vertreter der Firmenseite nicht den Eindruck bekommen, dass ihnen die Gesprächsführung nun vollständig abgenommen wird.

#10 Gemeinsame Ziele herausarbeiten

Formulieren Sie erste Gemeinsamkeiten beispielsweise so: „Im ersten Gespräch haben Sie betont, dass Ihnen besonders wichtig ist, dass ... Gerade in diesem Bereich habe ich Erfahrungen und Erfolge vorzuweisen, beispielsweise habe ich mich intensiv mit ... beschäftigt. So konnte ich erreichen, dass ...“

#11 Neue Gesprächspartner integrieren

Neu hinzugekommenen Gesprächspartnern sollten Bewerberer eine Kurzfassung Ihrer Selbstpräsentation liefern, um individuelle Stärken, Erfahrungen und Kenntnisse und die damit verbundenen beruflichen Erfolge deutlich herauszustellen.

 

Körpersprache und Rhetorik im zweiten Vorstellungsgespräch

#12 Persönliches Engagement sichtbar machen

Ihre Körpersprache sollte Ihre Einstellungsargumente - passend zur individuellen Persönlichkeit - unterstützen. Dabei ist nicht zwingend der große Auftritt gefragt. Allerdings sollte das ausdrückliche Interesse an der neuen Stelle auch nonverbal erkennbar werden.

#13 Stressgesten reduzieren

Negative körpersprachliche Signale sollten reduziert werden. Machen Sie es wie wir in unseren Coachings. Arbeiten Sie mit einer Videokamera und identifizieren Sie Ihre bevorzugten Stressgesten.

#14 Die Tricks der Körpersprache nutzen

Und so verdeutlichen Sie Ihre Motivation für die neue Firma zu arbeiten körpersprachlich:
- Achten Sie darauf Aufzählungsgesten einzusetzen,
- immer wieder Blickkontakt zu allen Anwesenden zu suchen und
- mit Unterstreichungsgesten die Gemeinsamkeiten, die Sie im Gespräch herausgearbeitet haben, für die Entscheider auf der Firmenseite auch nonverbal sichtbar in den Raum stellen.

#15 Mit Argumenten und persönlichem Auftritt überzeugen

Achten Sie darauf, im zweiten Vorstellungsgespräch
- die künftigen Ziele des neuen Unternehmens,
- die Anforderungen aus der Stellenausschreibung,
- Ihre bisherigen beruflichen Erfolge
- und Ihren persönlichen Auftritt gleichermaßen ins Gespräch zu integrieren.

Auf diese Weise wird Ihre nachhaltige Motivation für die Aufgaben in der neuen Stelle für die Entscheider im zweiten Vorstellungsgespräch deutlich.

 

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