10 häufigste Fragen im Vorstellungsgespräch

- Was antworten Sie auf die häufige Frage "Warum sollten wir Sie einstellen?"

- Wie erklären Sie ihren Wechselgrund?

- Und wie verdeutlichen Sie, was Sie positiv von anderen Bewerbern unterscheidet?

 

Die meisten Fragen, die Ihnen in Vorstellungsgesprächen (hier: kostenlos 100 Fragen) gestellt werden, sind vorhersehbar. Daher lohnt es sich, sich im Vorfeld eines Telefoninterviews oder Bewerbungsgespräches mit den typischen Fragen auseinanderzusetzen und sich Strategien und Stichworte für aussagekräftige und glaubwürdige Antworten zu überlegen.

Seit über 20 Jahren helfen wir Bewerberinnen und Bewerbern mit persönlichen und telefonischen Coachings bei der Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche. Wir kennen daher die Fragen der Firmen, externen Personalberater und Headhunter - und an diesem Erfahrungsschatz lassen wir Sie gerne teilhaben.

 



Vorstellungsgespräch: 10 häufige Fragen

#1 Warum sollen wir Sie einstellen?

Hier überzeugen Sie mit einer kurzen Selbstpräsentation Ihrer bisherigen beruflichen Erfahrungen, Ihrer Erfolge und besonderen Leistungen. Stellen Sie auch Ihre Branchenkompetenz heraus und wählen Sie insgesamt die Aufgaben, Tätigkeiten und Verantwortungsbereiche aus, die einen starken Bezug zu den künftigen Aufgaben haben.

Um diese Kernfrage argumentativ und aussagekräftig zu beantworten, sollten Sie die Anforderungen aus der Stellenanzeige immer im Blick haben.

Ganz konkrete und hilfereiche Beispiele für Selbstpräsentationen mit Bezug auf typische Berufsfelder, beispielsweise Vertrieb, IT, Online-Marketing, Einkauf, Logistik und weitere, bekommen Sie in unseren E-Learnings für Vorstellungsgespräche.

 

#2 Warum haben Sie sich bei uns beworben?

Hier überzeugen Sie selbstverständlich nicht mit Hinweisen wie "Mir wurde gekündigt, ich brauche einen neuen Job".

Erklären Sie, was Sie an der Firma, den Produkten oder Dienstleistungen interessiert. Und verweisen Sie erneut darauf, dass Ihre beruflichen Erfahrungen gut zur Firma, genauer gesagt zu den unternehmerischen Zielen der Firma, passen.

 

#3 Was unterscheidet Sie von anderen Bewerbern?

Diese Frage ist für viele Bewerber etwas knifflig. Schließlich kennt man die anderen Bewerber ja gar nicht.

Es geht eigentlich auch nicht darum, andere abzuwerten, sondern die eigenen Besonderheiten auszusprechen. Beispielsweise spezielle Branchenerfahrung, nützliches Wissen aus angrenzenden Berufsfeldern, Erfahrung in der Mitarbeit an abteilungsübergreifenden Projekten oder sogar in der Leitung von Projektgruppen.

 



Wichtig im Vorstellungsgespräch: Die Frage nach dem Wechselgrund

#4 Warum wollen Sie wechseln?

Hier ist Ehrlichkeit sicherlich überzeugend, allerdings nur diplomatisch dosierte Ehrlichkeit. Hasstiraden über den cholerischen Chef oder intrigante Kollegen färben negativ auf den Bewerber ab.

Schildern Sie lieber "objektive" Gründe, im Sinne von "Die Abteilungen arbeiteten gegen- statt miteinander." oder "Der Branche insgesamt geht es nicht gut, was natürlich auf den Arbeitsalltag durchschlägt. Daher möchte meine Kenntnisse nun in eine neue Branche einbringen."

 

#5 Warum haben Sie gekündigt?

Diese Frage hat eine große Nähe zur Frage "Warum wollen Sie wechseln?", daher können Sie entsprechend antworten. Und am Ende Ihrer Antwort darauf verweisen, dass Sie negative Entwicklungen nicht passiv auf sich zukommen lassen, sondern aktiv nach Lösungen suchen, also nach einem neuen Arbeitsplatz, in den Sie Ihre Stärken einbringen können.

 

#6 Warum hat man Ihnen gekündigt?

Betriebliche Kündigungen sind zwar bedauerlich, allerdings nachvollziehbar zu erklären. Es werden nun einmal Stellen abgebaut, wenn Firmen fusionieren oder Niederlassungen und Standorte geschlossen werden.

Und sollte es am Arbeitsplatz tatsächlich zwischenmenschlich einmal nicht geklappt haben, empfiehlt es sich, wie bei der Frage zum Wechselgrund,  objektivierte Gründe anzugeben. Zudem können Sie auf frühere Arbeitsverhältnisse hinweisen, die länger angedauert haben.

 
#7 Was wissen Sie über unser Unternehmen?

Diese Frage ist eine echte Steilvorlage, vorausgesetzt Sie haben sich im Vorfeld über die wichtigsten Produkte beziehungsweise Dienstleistungen informiert und wichtige Kennzahlen zum Umsatz, zum Wachstum, zur Mitarbeiterzahl oder zu den Standorten auswendig gelernt.

 



Kennen Sie Ihre Stärken - und Schwächen

#8 Was sind Ihre Stärken?

Nicht immer wird direkt nach den Stärken gefragt, manchmal heißt es auch "Was können Sie besonders gut?", "Wie sieht Ihr Chef Sie?" oder "Welche Aufgaben an Ihrem momentanen Arbeitsplatz gefallen Ihnen besonders gut?".

Auch in Ihrem eigenen Interesse sollte Sie Ihre beruflichen Stärken kennen und im Gespräch ausdrücken können. Sie finden ausführliche Hinweise dazu in diesem speziellen Bloagartikel zu beruflichen Stärken.

 

#9 Und was sind Ihre Schwächen?

Ebenso fragen Unternehmen oft nicht mehr direkt nach den Schwächen der Bewerberin oder des Bewerbers. Insbesondere Führungskräfte sollten eher mit indirekten Fragen und ausgeklügelten Fragetechniken rechnen. Hierzu zählen Skalenfragen, selbstreflektorische Fragen und Differenzfragen.

Aber auch Fachkräfte müssen mit indirekten Fragen rechnen, beispielsweise "Was würde Ihr Chef an Ihnen kritisieren?" oder "Was mochten Ihre Kollegen weniger an Ihnen?". Bereiten Sie sich auf diese Fragen vor, dabei hilft Ihnen unser umfasseder Artikel zu beruflichen Schwächen.

 

#10 Was wollen Sie verdienen?

Und schon sind wir am Ende der 10 häufigsten Fragen, allerdings werden wir gleich noch eine wichtige 11. Frage vorstellen. Vorher geht es aber um das künftige Gehalt.

Lassen Sie sich nicht von Fragen wie "Was haben Sie in der alten Stelle verdient?" aufs Glatteis führen. Sprechen Sie aus, dass es jetzt um das künftige Gehalt geht und verdeutlichen Sie, dass Sie Ihren Marktwert kennen.

Um hier mehr Klarheit zu bekommen, sollten Sie entsprechende Gehaltstabellen und Gehaltsvergleiche im Vorfeld auswerten.

 


Kritische Fragen zum Lebenslauf

#11 Warum ... ist Ihnen in der Probezeit gekündigt worden? ... waren Sie so lange ohne Job? ...ist Ihr Arbeitszeugnis so schlecht? ... haben Sie die Branche gewechselt?

Die 11. Frage unserer 10 häufigen Fragen ist eine zusammengesetzte Frage. Es geht dabei um kritische berufliche Entwicklungen, beipielsweise Auszeiten und Lücken zwischen zwei Jobs, Probezeitkündigungen, schwache Arbeitszeugnisse oder halbjährige und längere Sabbaticals.

Fast jeder Personalmitarbeiter hakt im Vorstellungsgespräch auch einmal kritisch zum Lebenslauf des Bewerbers nach. Und heutzutage sind berufliche Werdegänge deutlich "bunter" als früher.

Nehmen Sie also Ihren eigenen Werdegang, so wie Sie ihn im Lebenslauf geschildert und an die Firma übermittelt haben, vor anstehenden Vorstellungsgesprächen gründlich unter die Lupe und überlegen Sie sich, welche Stellen Skepsis auf der Firmenseite auslösen könnten.

Überlegen Sie sich glaubwürdige Antworten auf kritische Fragen dazu - und leiten Sie bewusst immer wieder zu den Arbeitsverhältnissen über, in denen es gut für Sie gelaufen ist und die Sie Ihre beruflichen Stärken voll eingebracht haben.

Wenn Sie sich intensiver auf Ihre Vorstellungsgespräche vorbereiten möchten, empfehlen wir Ihnen unseren kostenlosen Download 100 Fragen aus Vorstellungsgesprächen, den Sie als PDF herunterladen können.

 

 

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Christian Püttjer & Uwe Schnierda twitter: karrierecoaches 

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