Arbeitszeugnis sehr gut oder besser gut

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Schwierige Entscheidung: Superlative? Extrem herausragende Bewertungen? Oder „nur“ gute Noten?

Worauf kommt es an? Welche Notenstufen sind für die Gesamtnote und die vielen Einzelbewertungen (hier: 1.000 aktuelle Zeugnisformulierungen als PDF-Datei) eigentlich angemessen?

Empfehlungen von Zeugnisexperten: Seit immer mehr Firmen das Verfassen von Zwischen- und Endzeugnissen ihren Arbeitnehmern überlassen, ist die Unsicherheit hier groß. Wir geben Ihnen Antworten!

 



1. Sehr gut im Arbeitszeugnis: Müssen alle Formulierungen so sein?

  • Klare Antwort: Nein.

  • Schließlich besteht jedes aussagekräftige Endzeugnis oder Zwischenzeugnis für eine Führungskraft oder einen Fachspezialisten aus 20 bis 25 Einzelbewertungen und dazugehörigen Formulierungen.

Hierbei ist weiter zu bedenken, dass ein deutlicher Unterschied zwischen „sehr guten“ und „übertrieben sehr guten“ Bewertungen besteht.
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  3. hilfreiche Beispiele für Fachspezialisten

  4. nützliche Beispiele für Führungskräfte

  • Extrem positive Bewertungen wie
    - „stets in allerhöchstem Maße herausragend“,
    - „immer sehr weit über unseren außerordentlich hohen Erwartungen“ oder
    - „durchgehend absolut überzeugende und weit über dem üblichen Abteilungsdurchschnitt liegende Leistungen“
    wirken, insbesondere wenn sie gehäuft auftreten, aufgesetzt und damit unglaubwürdig.

  • Dieser unglaubwürdige Eindruck wird noch verstärkt, wenn aus dem Kündigungsgrund im Schlussabsatz klar wird, dass der oder dem Beurteilten von Seiten der Firma gekündigt worden ist.

  • Es drängt sich dann die Frage auf: Würde eine Firma wirklich dem besten Mitarbeiter kündigen?

 



2. Wann sind übertrieben positive Arbeitszeugnisse besonders merkwürdig?

  • Arbeitgeberkündigung: Wenn, wie eben erwähnt, die Firma ohne nähere Begründung gekündigt hat – und nicht der Mitarbeiter, ist dies für geübte Zeugnisleser ein deutlich erkennbarer Widerspruch.

  • Ausnahme: Dies gilt nicht bei einer betriebsbedingten Kündigung, wenn der Arbeitnehmer sehr lange und sehr erfolgreich gearbeitet hat. Dann darf das Zeugnis, entsprechend den jahrelang gezeigten außerordentlichen Leistungen, auch „sehr gute“ Bewertungen enthalten.

  • Probezeit: Weiter sind erstklassige Noten immer auch unglaubwürdig, wenn eine Kündigung bereits in der Probezeit erfolgte.

  • Frühere Beurteilungen durchschnittlich: Wenn frühere Schul-, Hochschul-, Praktikums- oder Arbeitszeugnisse überwiegend die Note „befriedigend“ enthalten.

  • Keine Entwicklung: Wenn die Beschäftigungsdauer sehr lang war, aber keine berufliche Entwicklung (zusätzliche Aufgaben, erweiterte Verantwortung, Aufstieg) zu erkennen ist.

  • Der "sehr gute" Jobhopper: Wenn mehrere Zeugnisse vorliegen, die den Arbeitnehmer als „Superman“ oder „Superfrau“ benoten, die Beschäftigungsdauer in allen beruflichen Stationen aber eher kurz war.

 



3. Wann sind im Arbeitszeugnis sehr gute Noten angebracht?

  • Firmenimage im Zeugnis: Wenn der Branche das Image wichtig ist, nur die Besten zu beschäftigen. Dies gilt beispielsweise für Unternehmensberatungen und Wirtschaftsprüfungen. In unserer Beratungspraxis stellen wir daher häufiger fest, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Branchen gehäuft "erstklassige" Zeugnisse vorweisen.

  • Kontinuität bei einem Arbeitgeber: Wenn ein früheres Zwischenzeugnis beim gleichen Arbeitgeber der Note "sehr gut" entspricht. Sollte das Schlusszeugnis hier in den Bewertungen abfallen, würde dies Spekulationen über das momentane - und damit auch über das künftige - Leistungsvermögen des Arbeitnehmers auslösen.

  • Kontinuität mit früheren Bewertungen: Wenn vorherige Arbeits- und Hochschulzeugnisse ebenfalls „sehr gut“ sind.

  • Plausible Erfolge und Leistungen: Wenn die Leistungen am Arbeitsplatz in der Tat „sehr gut“ waren. Beispiele hierzu:
    - Intensive Aufbauarbeit, um neue Märkte zu erschließen,
    - Turnaround eines Unternehmens,
    - erfolgreiche Integration eines Mitbewerbers im Rahmen einer Übernahme,
    - nachhaltige Senkung des Krankenstandes,
    - außergewöhnliche Vertriebsarbeit.

  • Aber auch hier gilt: „Sehr gut“ ist glaubwürdig, permanente Superlative sind es nicht.

Arbeitszeugnis sehr gut

 



4. Und wenn das Arbeitszeugnis nur befriedigend ist?

  • Dann sollte in jedem Fall der Versuch einer Nachbesserung unternommen werden. Dabei helfen Ihnen unsere Zeugnismuster und –vorlagen. Alle Formulierungen dort sind „sehr gut“ oder „gut“.

  • Ihr Einsatz lohnt sich, schließlich bestätigt die Praxis immer wieder, dass die sehr viele Firmen spätestens beim zweiten begründet vorgetragenen Änderungsversuch den Wünschen des ehemaligen Arbeitnehmers weitgehend entsprechen.

  • Diplomatische Härtnäckigkeit in Kombination mit der Fähigkeit, den richtigen Ansprechpartner in der Firma zu begründbaren Änderungswünschen zu bewegen, zahlen sich in der Regel aus.

  • Ein guter erster Ansatzpunkt ist dabei immer die Tätigkeitsbeschreibung. Hier geht es um die Aufgaben die Arbeitnehmer geleistet haben. Da es dabei weniger um Bewertungen, sondern lediglich um eine vollständige und möglichst aussagekräftige Beschreibung geht, ist der Widerstand auf der Firmenseite hier meist eher gering.

  • Aus diesem Grund enhalten unsere Endzeugnis- und Zwischenzeugnisdownloads jeweils Hunderte von Beispielformulierungen, die Arbeitnehmern plastisch vor Augen führen, wie der Tätigkeitsblock besser formuliert werden kann.

  • Aber auch hinsichtlich der vielen Einzelnoten lohnt es sich immer, begründete Änderungen einzufordern. Oft vergessen werden besondere IT- oder Fremdsprachenkenntnisse, die beispielsweise im Umgang mit Kunden oder Kollegen eingesetzt wurden.

  • Zentral sind natürlich auch die Gesamtnote und der wichtige Schlussabsatz (Kündigungsgrund, Dank, Bedauern über den Weggang).

  • Wenn Sie leichter zum überzeugenden Arbeitszeugnis kommen möchten, empfehlen wir Ihnen unsere PDF-Downloads, in denen alle hier genannten Vorgaben vollständig umgesetzt sind.

 

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