Mitarbeitergespräche im Assessment-Center: Wie lösen Sie Konflikte?

15 Beispiele ✓ So schwierige Mitarbeiter im Assessment-Center kritisieren ✓

 

Führungskompetenz in Aktion

Berufserfahrene Managerinnen und Manager, aber auch Fachkräfte, die sich zur Führungskraft weiterentwickeln wollen, treffen in Assessment-Centern und Management-Audits eigentlich zwangsläufig auf die Übung Mitarbeitergespräch, oft als Konfliktgespräch ausgestaltet.

Aber wie überzeugen Sie Ihre fiktiven Mitarbeiter in dieser Übung davon,

  • zusätzliche Aufgaben zu übernehmen,

  • eine erkrankte Mitarbeiterin zu vertreten,

  • Budgetkürzungen im Projekt zu akzeptieren oder gar

  • einen zugesagten Urlaub zu verschieben?

 

  • Was machen Sie, wenn Ihr Gegenüber einsilbig, schweigsam und abwartend reagiert?

  • Wie gehen Sie vor, wenn Sie mit verbalen Gegenangriffen konfrontiert werden?

  • Und wie reagieren Sie auf einen Redeschwall an Ausflüchten und gezielte Ablenkungsmanöver?

 



Tipps zur Vorbereitung von Mitarbeitergesprächen

Emotionen in Aktion: Üblicherweise hat das Mitarbeitergespräch einen sachlichen Aufhänger, hinter dem sich allerdings häufig eine emotionale Problemstellung verbirgt. Gefragt ist daher eine saubere Problemanalyse, aber auch die Fähigkeit Einfühlungsvermögen für die subjektive Gefühlslage des Mitarbeiters zu zeigen.

 

Faktenanalyse: Wichtig ist, immer erst eine Sachverhaltsklärung durchzuführen. Auch dem Mitarbeiter muss dabei Raum eingeräumt werden, um seine Sicht der Dinge darzustellen. Erst dann sollte eine Bewertung des Fehlverhaltens stattfinden. Um das Fehlverhalten abzustellen, sollte eine klare Zielvereinbarung definiert werden, der der Mitarbeiter innerlich überzeugt zustimmen sollte.

Ihre Rolle: In der AC-Übung Mitarbeitergespräch übernehmen Sie die Rolle einer Führungskraft, erhalten Hintergrundinformationen zu einer Führungssituation in Schriftform und sollen nach der Vorbereitungszeit in einem Rollenspiel beispielsweise

  • das Fehlverhalten eines Mitarbeiters kritisieren und korrigieren,

  • einer Projektmitarbeiterin eine schlechte Nachricht überbringen

  • oder einen Fachspezialisten zu mehr Leistung motivieren.


Zeit einhalten: Formal ist hier das Zeitmanagement sehr wichtig. Sie bekommen für das Rollenspiel einen festen Zeitrahmen eingeräumt, notieren Sie sich in Ihren Unterlagen deutlich lesbar die Endzeit, damit Sie das Gespräch rechtzeitig – aktiv und mit einem Ergebnis – beenden können.

 



Beispiel: Alkohol im Assessment-Center-Mitarbeitergespräch

Die folgenden Beispiele für das Rollenspiel "Mitarbeitergespräch" stammen aus Original-Assessment-Centern, die von externen Personalberatungen und auch von internen Personalabteilungen in Unternehmen eingesetzt wurden.

 

Alkohol am Arbeitsplatz

In diesem Rollenspiel sind Sie Teamleiter/-in in einem Unternehmen. Über den "Flurfunk" ist Ihnen unter dem Siegel der Verschwiegenheit zugetragen worden, dass einer Ihrer Mitarbeiter in letzter Zeit öfter nach Alkohol riecht. Er hält auch Termine nicht mehr so zuverlässig wie früher ein. In den Kaffee- und Mittagspausen sondert sich der Mitarbeiter eher ab, früher saß er gerne mit Teamkollegen gemeinsam an einem Tisch.

Klären Sie, was an den Gerüchten und Vorwürfen stimmt und sorgen Sie dafür, dass Ihr Mitarbeiter in Zukunft wieder zuverlässig gute Leistungen abliefert.

 

Immer zu spät

Die Mitarbeiterin kommt regelmäßig zu spät zur Arbeit, auch aus der Mittags- und Kaffeepause kommt sie immer etwas später als andere. Bedenken Sie bei der Situationsklärung, dass die Arbeitsergebnisse der Mitarbeiterin immer ins obere Drittel der engagierten Leistungsträger gehören.

 

Viel zu oft online während der Arbeitszeit

Der Mitarbeiter nutzt während der Arbeitszeit die Social Media Angebote von Facebook und Xing. Darüber haben sich nicht nur Kollegen, sondern sogar Kunden beschwert.

 

Die Folgen der Weihnachtsfeier

Die Mitarbeiterin äußert sich während einer alkoholhaltigen Weihnachtsfeier abfällig über das Unternehmen und die Vorgesetzten.

 

Wieder nicht befördert

Der Mitarbeiter wird nicht befördert, obwohl im die Beförderung eigentlich schon in Aussicht gestellt wurde.

 

Doch keine Reduzierung der Arbeitszeit

Die Mitarbeiterin wollte statt 40 künftig 30 Stunden pro Woche arbeiten, was ihr auch zugesagt wurde. Nun ist ein Kollege dauerhaft krank, die Mitarbeiterin wird dringend benötigt. Daher müssen Sie als Vorgesetzte/r die bereits gegebenen Zusage zurückziehen, was sicherlich für Unmut bei der Mitarbeiterin sorgen wird.

 

Der schwache Neueinsteiger

Ein neuer Mitarbeiter erzielt bei Kundenbesuchen nur schwache Abschlusszahlen. Von den Kunden gibt es keine Klagen, der Mitarbeiter wirkt auch motiviert. Wie können Sie im Gespräch erreichen, dass er künftig bessere Abschlüsse erzielt?

 

Deutlich zu langsam

Eine Ihrer Mitarbeiterinnen arbeitet sehr gründlich und erbringt gute Leistungen, sie ist aber etwas zu langsam. Arbeitet sie vielleicht zu gründlich? Vergisst sie zwischendurch die Zeit? Oder kann sie nicht richtig priorisieren? In einem fünfzehnminütigen Gespräch sollen Sie die Ursachen für das langsame Arbeiten herausfinden - und die Mitarbeiterin dazu bringen, künftig zügiger zu arbeiten.

In unserem E-Learning-Bereich können Sie 15 ausführliche Szenarien mit Musterlösungen zu Übungszwecken herunterladen.

 



Rollenspiel: Zuhören, Konflikte aushalten, Lösungen finden

In kritischen Gesprächen, die im AC mit fiktiven Mitarbeitern durchgeführt werden, überzeugen Führungskräfte und Top-Manager dann, wenn deutlich wird, dass diese Eigenschaften bei ihnen ausgeprägt sind.

 

- Führungsstärke

Ihre Führungskompetenz verdeutlichen Sie in dieser Übung durch Ihre strukturierte Vorgehensweise, Ihren Wechsel zwischen Gesprächsinput und Zuhören und einen souveränen Auftritt.

 

- Kooperations- und Einfühlungsvermögen

Häufig reden erfahrene, aber auch angehende Führungskräfte in dieser Übung zu viel und lassen den Gesprächspartner zu wenig zu Wort kommen. Überzeugender ist es aber, wenn Ihr fiktiver Mitarbeiter ausreichend Platz eingeräumt bekommt, um seine Sicht der Dinge zu erläutern.

 

- Überzeugungsfähigkeit

Oft ist es so, dass Ihr Gegenpart versuchen wird, Sie abzulenken oder zu unterbrechen. Verdeutlichen Sie Ihre Überzeugungsstärke, indem Sie immer wieder auf das eigentliche Thema hinweisen. Weiter können Sie auf übliche Gepflogenheiten im Unternehmensalltag und die Erwartungen der anderen Teamkollegen hinweisen. Schließlich sind Sie als Führungskraft der Sprecher der konstruktiv arbeitenden Teammitglieder.

 

- Konfliktfähigkeit

Natürlich versucht man in Rollenspielen Ihre Grenzen auszuloten. Wann reagieren Sie überfordert, emotional oder verlieren gar die Nerven? Ihr professionelles Konfliktmanagement verdeutlichen Sie, indem Sie das Gespräch immer wieder auf die Sachebene zurückführen und herausarbeiten, dass eine Lösung gefunden werden muss.

 

- Ergebnisorientierung

Wie im richtigen Arbeitsleben ist es auch hier wichtig, durchgehend auf ein überprüfbares und von beiden Seiten getragenes Gesprächsergebnis hinzuarbeiten. Hierzu sollten Sie sich in der Vorbereitungszeit überlegen, wie ein ideales Ergebnis ausssehen könnte. Aber auch einen gewissen Verhandlungsspielraum oder weitere Optionen einplanen.

 



Aktuelle Trends in Mitarbeitergesprächen

Mehrere Probleme in einem Gespräch: Kunden, die wir in den letzten Jahren auf Assessment-Center bei E.ON, LIDL und Roche vorbereitet haben, berichteten uns davon, dass in einem einzigen Mitarbeitergesprächen nicht nur ein Konflikt, sondern häufig gleich zwei bis vier Konflikte erkannt und gelöst werden mussten.

Entsprechende Szenarien sind in unseren AC-Übungsmaterialien enthalten. Achten Sie also darauf, alle kritischen Punkte anzusprechen - und für alle Punkte Zielvereinbarungen festzulegen und Lösungen zu vereinbaren.

 

Unter Kollegen ohne Hierarchie: Einen "kleinen Siegeszug" hat momentan die Übung Kollegengespräch, die in Assessment-Centern eine Variation des Mitarbeitergespräches ist. Hier geht es darum, einen hierarchisch gleichgestellten "Kollegen" mit guten Argumenten zu einem Entgegenkommen oder einer Verhaltensänderung zu bringen. Beispielsweise soll der Kollege einen Mitarbeiter aus seinem Team eine Zeit lang für Ihr Team abordnen. Oder er soll in Meetings künftig weniger aufbrausend und angriffslustig reagieren.

Flexibler Führungsstil: Verdeutlichen Sie insgesamt, dass Sie über einen aufgaben-, personen- und situationsangemessenen Führungstil verfügen. Statt von oben herab anzuordnen, solten Sie Ihrem Gegenpart im Rollenspiel die Möglichkeit einräumen, seine Sicht der Dinge zu schildern.

Ergebnis im Blick: Vereinbaren Sie abschließend ein konkretes Gesprächsergebnis. Und weisen Sie Ihren Gesprächspartner darauf hin, dass Sie bei weiter auftretenden Problemen als unterstützender Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Aber auch überprüfen werden, ob die getroffene Vereinbarung von Seiten des Mitarbeiters dauerhaft eingehalten wird.

 

Assessment-Center-Training für Führungskräfte

Gut vorbereitet: Nutzen Sie zur Vorbereitung auf diese und weitere Übungen unsere digitalen Assessment-Center-Helfer, die direkt aus unserer Coachingpraxis stammen.

 

 

 

 

Oder lassen Sie sich von uns persönlich trainieren. Gerne setzen wir unsere über 25-jährige Erfahrung mit aller Kraft dafür ein, dass Sie auch in dieser wichtigen Übung ein überdurchschnittliches Ergebnis erzielen.

 

Hier finden Sie die Übersicht aller AC-Übungen: Insidertipps: Assessment-Center-Training für Führungskräfte

 

Christian Püttjer & Uwe Schnierda twitter: karrierecoaches 

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