Mitarbeitergespräche im Assessment-Center: Wie lösen Sie Konflikte?

Christian Püttjer & Uwe Schnierda twitter: karrierecoaches 

15 Beispiele ✓ So schwierige Mitarbeiter im Assessment-Center kritisieren ✓ Beförderungsstopp überbringen ✓ Im Rollenspiel zu mehr Leistung motivieren ✓

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Gestandene Manager, aber auch Fachkräfte, die sich zur Führungskraft weiterentwickeln wollen, treffen in Assessment-Centern und Management-Audits zwangsläufig auf die Übung Mitarbeitergespräch, oft als Konfliktgespräch. Wie aber überzeugen Sie Ihre fiktiven Mitarbeiter im AC?

 



Tipps zur Vorbereitung von Mitarbeitergesprächen

Im AC-Mitarbeitergespräch übernehmen Sie die Rolle einer Führungskraft, erhalten Hintergrundinformationen in Schriftform und sollen in einem Rollenspiel

  • das Fehlverhalten eines Mitarbeiters kritisieren und korrigieren,
  • einem Mitarbeiter eine für ihn schlechte Nachricht überbringen
  • oder einen Mitarbeiter zu mehr Leistung motivieren.

Zeit einhalten: Formal ist hier das Zeitmanagement sehr wichtig. Sie bekommen für das Rollenspiel einen festen Zeitrahmen eingeräumt, notieren Sie sich in Ihren Unterlagen deutlich lesbar die Endzeit, damit Sie das Gespräch rechtzeitig – aktiv und mit einem Ergebnis – beenden können.

Emotionen in Aktion: Üblicherweise hat das Mitarbeitergespräch einen sachlichen Aufhänger, hinter dem sich allerdings häufig eine emotionale Problemstellung verbirgt. Gefragt ist daher eine saubere Problemanalyse, aber auch die Fähigkeit Einfühlungsvermögen für die subjektive Gefühlslage des Mitarbeiters zu zeigen.

Faktenanalyse: Wichtig ist, immer erst eine Sachverhaltsklärung durchzuführen. Auch dem Mitarbeiter muss dabei Raum eingeräumt werden, um seine Sicht der Dinge darzustellen. Erst dann sollte eine Bewertung des Fehlverhaltens stattfinden. Um das Fehlverhalten abzustellen, sollte eine klare Zielvereinbarung definiert werden, der der Mitarbeiter auch zustimmen muss.

 



Beispiel: Alkohol im Assessment-Center-Mitarbeitergespräch

Die folgenden Beispiele für das Rollenspiel "Mitarbeitergespräch" stammen aus Original-Assessment-Centern, die von externen Personalberatungen und auch von internen Personalabteilungen in Unternehmen eingesetzt wurden.

  • Fehlverhalten: Der Mitarbeiter riecht öfter nach Alkohol, er hält auch Termine nicht mehr so zuverlässig wie früher ein.
  • Fehlverhalten: Die Mitarbeiterin kommt regelmäßig zu spät zur Arbeit, auch aus der Mittags- und Kaffeepause kommt sie immer etwas später als andere.
  • Fehlverhalten: Der Mitarbeiter nutzt während der Arbeitszeit die Social Media Angebote von Facebook und Xing. Darüber haben sich nicht nur Kollegen, sondern sogar Kunden beschwert.
  • Fehlverhalten: Die Mitarbeiterin äußert sich während einer alkoholhaltigen Weihnachtsfeier abfällig über das Unternehmen und die Vorgesetzten.
  • Schlechte Nachrichten: Der Mitarbeiter wird nicht befördert, obwohl im die Beförderung eigentlich schon in Aussicht gestellt wurde.
  • Schlechte Nachrichten: Die Mitarbeiterin wollte statt 40 künftig 30 Stunden pro Woche arbeiten, was ihr auch zugesagt wurde. Nun ist ein Kollege dauerhaft krank, die Mitarbeiterin wird dringend benötigt.
  • Mehr Leistung: Der Mitarbeiter erzielt bei Kundenbesuchen nur schwache Abschlusszahlen.
  • Mehr Leistung: Die Mitarbeiterin arbeitet sehr gründlich und erbringt gute Leistungen, sie ist aber etwas zu langsam.

Hier können Sie 15 ausführliche Szenarien zu Übungszwecken herunterladen: PDF-Download Assessment-Center-Mitarbeitergespräche.

 



Rollenspiel: Zuhören, Konflikte aushalten, Lösungen finden

In kritischen Gesprächen, die im AC mit fiktiven Mitarbeitern durchgeführt werden, überzeugen Führungskräfte und Top-Manager dann, wenn deutlich wird, dass diese Eigenschaften bei ihnen ausgeprägt sind:

- Führungsstärke (zeigt sich an Gesprächsführung und strukturierter Vorgehensweise),

- Kooperations- und Einfühlungsvermögen (zeigt sich daran, den Mitarbeiter seine Sicht und seine Argumente darstellen zu lassen),

- Überzeugungsfähigkeit (zeigt sich daran, den Mitarbeiter in die Lösung einzubinden, die die Führungskraft für richtig hält),

- Konfliktfähigkeit (zeigt sich daran, auf emotionale Widerstände möglichst sachlich zu reagieren) und

- Ergebnisorientierung (zeigt sich daran, Zwischenergebnisse zu bilanzieren und am Ende ein überprüfbares Ergebnis zu vereinbaren).

 



Aktuelle Trends in Mitarbeitergesprächen

Kunden, die wir in den letzten Jahren auf Assessment-Center bei E.ON, LIDL und Roche vorbereitet haben, berichteten uns davon, dass in einem einzigen Mitarbeitergesprächen nicht nur ein Konflikt, sondern häufig gleich zwei bis vier Konflikte erkannt und gelöst werden mussten. Achten Sie also darauf, alle kritischen Punkte anzusprechen - und für alle Punkte Zielvereinbarungen festzulegen und Lösungen zu vereinbaren.

 

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