Nach Kündigung krankschreiben lassen

"gelber Schein" nach Kündigung ✓ Angst vor schlechtem Arbeitszeugnis ✓ Arbeitsverweigerung nicht androhen ✓ Arbeitsunfähigkeit nachvollziehbar ✓

 

Leider gehen viele Arbeitsverhältnisse im Unfrieden oder Streit auseinander.

Ganz gleich, ob Arbeitnehmer dann selber gekündigt haben oder ihnen von der Firma gekündigt worden ist, taucht immer wieder Frage auf:

"Soll ich mich nach einer Kündigung krankschreiben lassen?"

 



Selbst gekündigt, dann krank

Dabei macht es in Sachen Krankmeldung aus taktischen Gründen einen großen Unterschied,

- ob Sie selbst gekündigt haben ("So Jobwechsel im Vorstellungsgespräch glaubhaft erklären"),

- ob der Arbeitgeber die Kündigung ausgesprochen hat und

- ob es auf Ihre Initiative hin einen Prozess vor dem Arbeitsgericht, also eine Kündigungsschutzklage, geben wird.

Sie haben gekündigt: Geht die Initiative, die Firma zu verlassen von Ihnen aus, kann es sein, dass Sie einen besser bezahlten oder einfach interessanteren Arbeitsplatz gefunden haben.

Oder weil Sie das miese Klima, den cholerischen Chef oder die hinterhältigen Kolleginnen und Kollegen einfach nicht mehr ertragen können.

 



Angst vor schlechtem Arbeitszeugnis 

Nach der von Ihnen mitgeteilten Kündigung (4 Muster kostenlos als PDF) könnten Sie mittels "gelbem Schein" womöglich bis zum Ende des noch laufenden Arbeitsverhältnisses zu Hause bleiben.

Allerdings riskieren Sie, dass Sie für diesen glanzlosen Abgang dann lediglich ein mittelmäßiges oder gar schlechtes Arbeitszeugnis erhalten.

Weiter kann es bei einem in der Zukunft liegenden Anruf durch einen neuen Arbeitgeber passieren, dass am Telefon negative Auskünfte über Sie gegeben werden.

Andererseits haben wir es in unserer Beratungspraxis ebenso oft erlebt, dass bis zum letzten Tag voller Einsatz gezeigt wurde - und das Arbeitszeugnis dennoch eher einem Racheakt als einer aussagekräftigen Empfehlung glich.

Es gilt daher abzuwägen, ob Ihr hohes Engagement bis zum letzten Tag überhaupt angemessen wahrgenommen werden würde.

 



Krankschreibung Kündigung durch Arbeitgeber

Ihr Chef hat gekündigt: Dass Arbeitnehmer, denen gekündigt wurde, dies als schweren Schicksalsschlag empfinden, ist sicherlich nachvollziehbar. Daher verwundert es nicht, wenn sie sich einige Tage krankschreiben lassen.

Diese Zeit ist in der Regel auch nötig, um den ersten Kündigungsschock zu verarbeiten. Und auch häufig, um sich rechtlichen Beistand zu suchen, der gegebenenfalls zügig eine Kündigungsschutzklage (Frist drei Wochen) erheben soll.

 



Dauerhafte Krankschreibung gefährlich

Rückkehr überhaupt möglich? Kommt es tatsächlich zu einer Kündigungsschutzklage, ist vor einer dauerhaften Krankschreibung allerdings zu warnen. Hieraus könnte gefolgert werden, dass der Arbeitnehmer auf keinen Fall ins Unternehmen zurück will. Was die Verhandlungsposition in Sachen möglicher Abfindung im Prozess dann verschlechtert.

Neue Stelle - keine Klage: Anders sieht es dann wieder für den Fall aus, dass gar keine Klage geplant ist.

Außer den oben geschilderten Bedenken in Sachen "schlechtes Arbeitszeugnis", kann es für die eigene seelische Gesundheit in diesem Fall durchaus förderlich sein, "krank" zu Hause zu bleiben, um sich weiteren Streit und Psychoterror zu ersparen.

 

Christian Püttjer & Uwe Schnierda twitter: karrierecoaches 

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