Schreiben Headhunter Fake-Jobs aus?

Nervig Fake-Stellenangebote ✓ bloß Lebensläufe sammeln ✓ Bewerber der Konkurrenz aushorchen ✓ Kandidatenpool vergrößern ✓

 

Erleben wir häufiger: Warum sollten Headhunter interessanten Kandidaten Stellen anbieten, die gar nicht vorhanden sind (Fake-Jobs)? Für die Beantwortung dieser Frage lassen sich schnell einige plausible Gründe finden.

Je mehr, desto besser: Grundsätzlich ist es für jeden Executive Search Consultant (Headhunter) wichtig, Kontakte zu wechselwilligen und interessanten Führungskräften zu pflegen - und vor allem diese zu vermehren. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Fake-Jobs angeboten werden.

 



Tricks der Headhunter

Fisch am Haken: Mit dem zeitlich späteren Verweis auf die - leider - doch schon besetzte Stelle, lassen sich unbedarfte Kandidaten erst einmal vertrösten und hinhalten.

Ausgehorcht: Die Headhunter dagegen können ihrem wichtigen Pool an Führungskräften auf dem Karrieresprung einen weiteren aktuellen Datensatz hinzufügen. Und bei dieser Gelegenheit auch gleich noch danach Fragen, ob der wechselwillige Bewerber nicht noch weitere Spezialisten aus seinem eigenen Netzwerk für angeblich weitere offene Stellen empfehlen kann.

 



Auch früher schon

Aus dem Printzeitalter der Unternehmen: Diese Tricks der Headhunter sind allerdings nicht neu. Schon früher haben manche Unternehmen nicht vorhandene Stellen für Manager ausgeschrieben, um bei einem späteren Aufbau neuer Geschäftsfelder auf einen Pool interessanter Kandidaten zugreifen zu können.

Abwerben macht Spaß: Und es wurde - und wird auch heute noch  - versucht mithilfe von Fake-Jobs die Führungskräfte von Konkurrenzunternehmen zu ködern, um sie in Vorstellungsgesprächen gründlich über die Aktivitäten und künftigen Absichten ihrer Arbeitgeber auszufragen. Aktuell beispielsweise in stark wachsenden Startups im E-Commerce für Mode, Möbel oder in Spin-Offs.

 



Informationsgrenzen im Erstkontakt mit Headhuntern

Noch in der Mehrheit: Festzuhalten bleibt, dass die meisten Stellenausschreibungen von Personalberatungen und viele Angebote von Headhuntern sich auf tatsächlich vorhandene Positionen beziehen.

Wachsende Minderheit: Dies bedeutet im Umkehrschluss leider ebenfalls, dass es sich bei einem Teil der Angebote tatsächlich um Fake-Jobs handelt. Und so manche Bewerberin und so mancher Bewerber hat mittlerweile den Eindruck, dass dieser unseriöse Teil an neu angebotenen Jobs immer mehr zu wachsen scheint.

Geringe Kosten: Was sicherlich auch daran liegt, dass im Internetzeitalter nur wenig Aufwand nötig ist, um eine digitale Vakanz auszuschreiben. Schließlich hat der intensive Wettbewerb zwischen den Jobbörsen im Internet insgesamt zu deutlich gesunkenen Preisen für Stelleninserate geführt. 

 



Nachgehakt: Den Spieß umdrehen

Zu viele Fragen zum momentanen Arbeitgeber: Setzen Sie daher im Erstkontakt mit Headhuntern und Personalberatern bewusst Informationsgrenzen. Wird allzu forsch zu Ihren momentanen Projekte und den momentanen Unternehmenszielen nachgefragt, sollten Sie eher allgemein antworten. Oder ganz direkt auf Ihre Loyalität und Verschwiegeheitspflicht gegenüber Ihrem aktuellen Arbeitgeber hinweisen.

Eigenen Fragen zur neuen Stelle: Im Gegenzug sollten Sie bei Interesse an einem neuen Job so viel Informationen wie möglich über die Aufgabenbereiche, Tätigkeiten und Verantwortungsbereiche innerhalb der neuen Position einfordern. Dabei helfen Ihnen diese Fragen an Headhunter.

 

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Christian Püttjer & Uwe Schnierda twitter: karrierecoaches 

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