Sind Headhunter Karrierehelfer?

Gibt es Headhunter, die nach Erhalt ihrer Provision durch das suchende Unternehmen wirklich noch Interesse am weiteren Werdegang der vermittelten Manager/-innen zeigen?

Die sich ohne konkretes Stellenangebot von Zeit zu Zeit melden, um sich über die mittelfristigen Karriereziele der Führungskräfte zu informieren?

 

Die von uns betreuten Top Manager/-innen der 1. Ebene, also Vorstände, CEOs, CFOs und COOs, Geschäftsführer oder Niederlassungsleiter, aber auch die der 2. Ebene, also Bereichs- und Abteilungsleiter, berichten übereinstimmend, dass ihre Erfahrungen mit Headhuntern und Personalberatern nach erfolgter Vermittlung oftmals durchwachsen sind.

 




Hit and Run-Strategien von Headhuntern

Sehr selten, aber dennoch wiederholt, wird uns davon berichtet, dass vermittelten Führungskräften nach kurzer Zeit, manchmal sogar vor Ablauf der vertraglich vereinbarten Weitervermittlungssperre, erneut Positionen bei einem anderen Arbeitgeber angeboten werden.

Vor einem Eingehen auf diese unseriöse Hit and Run-Strategie kann nur gewarnt werden.

Sowohl die schwarzen Schafe der Personalberater als auch die darauf eingehenden Führungskräfte stellen sich damit ins Abseits, denn unlauteres Geschäftsgebahren verbleibt bei den geprellten Firmen lange im Gedächtnis und spricht sich in der jeweiligen Branche durchaus herum.

 




Kein Karriereschritt, sondern nur Headhunter-Provision

Häufiger hören wir, dass zumindest eine Schamfrist von 12 bis 18 Monaten abgewartet wird. Im Anschluss daran werden dann sofort neue Positionen offeriert, die aber weder inhaltlich noch finanziell eine deutliche Besserstellung bedeuten würden.

Ganz offensichtlich geht es diesen "CV-Brokern" also mehr um die eigene Vermittlungsprovision und weniger um eine zielgerichtete berufliche Weiterentwicklung der erneut angesprochenen Kandidatinnen und Kandidaten.

 




Die miesen Tricks der schwarzen Schafe

Und es kommt immer wieder vor, dass Positionen angeboten werden, die nach einer ersten Abwägung der Chancen und Risiken ganz offensichtlich nicht den erhofften nächsten Karriereschritt beinhalten, sondern eher einem Schleudersitz gleichen, der schnurstracks zum Karriereknick führen würde.

Sie erkennen die schwarzen Schafe der Headhunter an typischen Formulierungen, mit denen miese Jobs schmackhaft gemacht werden sollen.

 

Billige Headhunter-Rhetorik

 

  • "Mit Ihrer Erfahrung sind Sie genau der Richtige, um die verkrusteten Strukturen aufzubrechen."

  • "Die Position ist zwar ähnlich aufgestellt wie Ihre momentane, aber da ist viel mehr Luft nach oben drin."

  • "Momentan ist der Gehaltsrahmen zwar ähnlich, aber da lässt sich bestimmt noch etwas machen."

  • "Die Firma ist derart dynamisch, da fühlen Sie sich bestimmt wohler."

  • "So eine Chance gibt es nur ganz selten."

 




Selten: konstruktive Karrierehelfer

Seltener, dafür aber umso erfreulicher sind die Berichte über die Headhunter, die tatsächlich ein echtes Interesse daran haben, dass die von ihnen wiederholt kontaktierten Führungskräfte die Karriereleiter strategisch erklimmen.

Dann gibt es tatsächlich Anrufe im Ein- bis Zweijahresabstand mit dem Zweck neue Karriereziele zu definieren und mögliche Wechseloptionen detaillierter zu beleuchten.

Fazit: Beim Umgang mit Headhuntern sollten Manager grundsätzlich im Hinterkopf behalten, dass deren Suchhonorare und Erfolgsprovisionen wesentliche Leitmotive sind, die mit den Karriereinteressen der zu Vermittelnden durchaus kollidieren können.

Festzuhalten bleibt, dass Karriereentwicklung und Headhuntervergütung leider viel zu selten harmonisch Hand in Hand durchs Berufsleben gehen.

 

Schützen Sie Ihre berufliche Reputation: Wie Sie Headhuntern mit gezielten Fragen zur neuen Position kritisch auf den Zahl fühlen können, erfahren Sie in unserem Artikel: Diese Fragen sollten Sie Headhuntern stellen!

 

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Christian Püttjer & Uwe Schnierda twitter: karrierecoaches 

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