Wie selbstreflektorische Fragen im Vorstellungsgespräch beantworten?

Was sind selbstreflektorische Fragen?

Warum wird diese Fragetechnik in Vorstellungsgesprächen, in Assessment-Centern und in Management-Audits eingesetzt?

Und warum folgen oft noch Anschlussfragen?

 

Je höher eine berufliche Position in der Firmenhierarchie angesiedelt ist, desto ausgeklügelter werden die Auswahlverfahren, denen sich Bewerberinnen und Bewerber stellen müssen.

 



Spezielle Fragetechniken in strukturierten Vorstellungsgesprächen

So fragen HR-Experten: Daher werden mit Führungskräften und Top-Managerinnen und Top-Managern seltener unstrukturierte Bewerbungsgespräche (kostenlos: 100 Fragen) geführt, die keinem festen Schema folgen, sondern meist strukturierte Vorstellungsgespräche, die oftmals auch in Einzel-Assessment-Center (hier: neue Übungen) oder in Management-Audits integriert sind.

Neue Aufgaben im Blick: Dann sind die mit dem Bewerber zu klärenden Themenkreise vorab definiert und die Interviewer setzen spezielle Fragetechniken ein, die Sie kennen sollten, um mit Ihren Antworten im Gespräch zu überzeugen.

Anders gefragt: Zu diesen Fragentechniken gehören beispielsweise Unterschiedsfragen und Skalenfragen, aber auch selbstreflektorische Fragen, die wir Ihnen nun ausführlicher vorstellen.

 



Was sind selbstreflektorische Fragen?

Mehr Tiefe: Ursprünglich wurden selbstreflektorische Fragen eingesetzt, um etwas über die Einstellungen und Sichtweisen von Bewerbern zu erfahren, beispielsweise mit Fragen wie

"Welche beruflichen Herausforderungen reizen Sie?"

oder

"Was sind für Sie Erfolgsfaktoren, die Kunden an ein Unternehmen binden?"

Nachgehakt: Mittlerweile folgen den Ausgangsfragen häufig Anschlussfragen, bei denen es darum geht festzustellen, ob ein Bewerber den persönlichen Erkenntnisgewinn aus seiner Selbsteinschätzung in seinem beruflichen Alltag auch nutzt.

Realistische Selbsteinschätzung ist gefragt: Insbesondere von Führungskräften wird schließlich erwartet, dass sie das eigene Bild ihrer Persönlichkeit nicht bloß reflektieren, sondern Stärken konsequent ausbauen und "erfolgshinderliches Verhalten", also Schwächen (kostenlos: 60 neue Fragen dazu), geschickt kompensieren.

 



Anschlussfragen sorgen für mehr Tiefe

Beispiele: Bezogen auf die beiden Fragen von eben könnten die Anschlussfragen dann lauten

"Was hat Sie seinerzeit sicher gemacht, dass Sie die von Ihnen genannten beruflichen Herausforderungen bei Ihrem momentanen Arbeitgeber auch finden würden?"

oder

"Woran erkennen Sie, dass Kunden die von Ihnen genannten Erfolgsfaktoren wichtig sind?"

 



Selbstreflektorische Fragen überzeugend beantworten

So können Sie vorgehen: Um sich auf selbstreflektorische Fragen vorzubereiten, können Sie Ihren Lebenslauf zur Hand nehmen und Ihre momentane berufliche Station und frühere Positionen gründlich analysieren und reflektieren.

Gefragte Kompetenzen belegen: Setzen Sie sich insbesonderen mit den sieben Kernkompetenzen von Führungskräften auseinander und arbeiten Sie heraus, was Sie heute anders und noch besser als früher machen und was Sie aus Fehlern gelernt haben.

Weitere Beispiele für selbstreflektorische Fragen
1. Was haben Sie aus dieser internationalen Projektleitung gelernt?
Anschlussfrage: In welcher späteren beruflichen Situation haben Sie diese Erkenntnis umgesetzt?
2. Was machen Sie, wenn es offensichtlich wird, dass Sie eine Fehlentscheidung getroffen haben?
Anschlussfrage: Würden Sie mir bitte ein Beispiele dafür geben, dass Sie eine Fehlentscheidung in dieser Form korrigiert haben?
3. Welche persönlichen Eigenschaften kennzeichnen Ihren Führungsstil?
Anschlussfrage: Welche Rückmeldungen von anderen haben Sie im beruflichen Alltag zu Ihrem Führungsstil bekommen?

Lerneffekt durch Selbstcoaching: Viele Beispiele und zahlreiche konkrete Formulierungen für überzeugende Antworten auf selbstreflektorische Fragen bekommen Sie in unseren E-Learnings Vorstellungsgespräch: Die 60 wichtigsten Fragen - und Antworten, die auf spezielle Berufsfelder ausgerichtet sind, beispielsweise

  • Führungskraft Controlling,

  • Führungskraft Vertrieb,

  • Führungskraft Produktmanagement,

  • Führungskraft Einkauf,

  • Führungskraft IT,

  • Chief Financial Officer – CFO,

  • Chief Executive Officer – CEO,

  • und viele weitere.

Setzen Sie sich mit aktuellen Anforderungen und neuen Fragetechniken in Vorstellungsgesprächen rechtzeitig auseinander. Dann werden Sie mit passgenauen, stärkenorientierten und glaubwürdigen Antworten überzeugen. Unsere digitalen Coachingangebote, die wir direkt aus unserer Beratungspraxis heraus entwickelt haben, helfen Ihnen dabei.

 

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Christian Püttjer & Uwe Schnierda twitter: karrierecoaches

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