Muss das Arbeitszeugnis einen Stempel haben?

Frage: "Reicht es aus, wenn das Arbeitszeugnis auf Geschäftspapier erstellt wurde und eine oder zwei Unterschriften enthält? Oder ist zusätzlich ein Firmenstempel notwendig?"

 



Gehört der Stempel zu den formalen Vorgaben?

Antwort: Zunächst ein Blick in die Zeugnispraxis. Hier stellen wir fest, dass nur eine absolute Minderheit unter den Tausenden von Arbeitszeugnissen, die wir beruflich bedingt gesichtet haben, einen Firmenstempel enthielt. In der Arbeitszeugnispraxis ist er also weder üblich noch notwendig.

Es gibt auch keine Verpflichtung für Firmen, dass sie Zeugnisse stempeln müssen, sie sind ohne Stempel gültig.

Enthält ein Zwischen- oder Endzeugnis ausnahmsweise doch einen Firmenstempel ist dieser sicherlich nicht schädlich. Ein Geheimcode ist damit unseres Wissens (25 Jahre Zeugnisberatung) nicht verbunden.

 



Tatsächliche formale Anforderungen an Arbeitszeugnisse

Es gibt allerdings tatsächlich formale Anforderungen, denen Zwischen- und Endzeugnisse genügen sollten, damit nicht der Eindruck einer indirekten Abwertung entsteht. Damit ist gemeint, dass inhaltliche Aussagen im Zeugnis, beispielsweise zur Arbeitsweise, zur Arbeitsmotivation oder zum Umgang mit Vorgesetzten, Kollegen und Kunden nicht durch "formale Signale" in Frage gestellt werden.

 



Beliebte Formfehler

Zu den tatsächlichen Formfehlern in Arbeitszeugnissen gehören:

- der Verzicht auf offizielles Geschäftspapier,

- eine Häufung von Rechtschreib- und Grammatikfehlern,

- ein viel zu knapp und einsilbig formuliertes Zeugnis,

- eine absolut übertriebene Wortwahl, die nur aus Superlativen besteht,

- eine untypische Unterschrift,

- ein per E-Mail übermitteltes Zeugnis,

- Hervorhebungen oder Markierungen im Zeugnis, beispielsweise in "fett" oder "kursiv",

- das fehlende Ausstellungsdatum.

 



Besser prüfen und korrigieren lassen

Daher sollten Sie Arbeitszeugnisse grundsätzlich sowohl auf formale Fehler als auch auf inhaltliche Fehler hin überprüfen. Unsere PDF-Muster zum Downloaden helfen Ihnen dabei.

Sie enthalten sowohl Vorlagen mit Bezug auf spezielle Berufsfelder und auch eine Checkliste, die Ihnen die anstrengende, aber wichtige "Zeugnisarbeit" deutlich leichter machen.

Antwort von Christian Püttjer & Uwe Schnierda twitter: karrierecoaches:

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