Führungskraft Arbeitszeugnis schreiben lassen: Erfahrungen

Wie wichtig sind Arbeitszeugnisse für Führungskräfte? ✓ aktuelle wissenschaftliche Studien zur Bedeutung ✓ Expertentipps oder Filterblase? ✓ Profis schreiben für Sie ✓

 

- „Arbeitszeugnisse sind völlig unwichtig!“

- „Firmeninterne Personalverantwortliche glauben nicht, was drin steht!“

- „Headhunter legen überhaupt keinen Wert mehr auf Zwischen- und Endzeugnisse.“

 

In dieser und ähnlicher Form tönt es seit Jahren immer lauter durchs Internet. Allerdings ohne jeden statistischen Beleg.

Sind Arbeitszeugnisse (hier kostenlos: PDF-Download 200 Geheimcodes) nun unwichtig oder nicht? Und lohnt es sich überhaupt, sogar eigenes Geld für einen ergänzenden „Karrierebaustein“ zu investieren?

 



Professionell Arbeitszeugnisse für Führungskräfte formulieren

Dass Antithesen im Netz großes Gehör finden, ist kein Geheimnis. Je schräger und revolutionärer die verbreiteten Thesen sind, desto mehr Aufmerksamkeit erfahren sie. Meist allerdings nur kurzfristig, bevor sie wieder in der Versenkung verschwinden.

Ja, es stimmt, es gibt aus verschiedenen Gründen eine Krise der Arbeitszeugnisse.

Ja, es stimmt aber ebenso, dass gute Arbeitszeugnisse eine ganz andere Wirkung in anstehenden Bewerbungsverfahren entfalten als durchschnittliche oder gar schlechte.

 

Fakt 1: Es gibt immer wieder wissenschaftlich angelegte Studien zur Bedeutung von Arbeitszeugnissen und zu deren Hauptaussagen.

Und diese Untersuchungen (Studie 2016 und 2017) ergeben regelmäßig, dass ein großer Teil von Personalexperten die Zeugnisse von Bewerberinnen und Bewerbern in der Summe durchaus als ergänzendes Argument für oder gegen eine Einladung zum Vorstellungsgespräch ansieht.

Fakt 2: Weiter erleben wir seit Jahren regelmäßig in unserer Karriere- und Bewerbungsberatung für Führungskräfte, dass niemand allein wegen eines überzeugenden Arbeitszeugnisses eingestellt wird.

Aber ebenso erleben wir auch, dass  Führungskräfte, die mehrere fehlerhafte, missverständliche oder gar schlechte Bewertungen vorlegen, deutlich weniger Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Was für Kenner des Arbeitsmarktes auch keine Überraschung ist.

 



"Experten" zum Thema Arbeitszeugnisse für Führungskräfte

Fakt 3: Immer wieder wird von bloggenden „Experten“ beschworen, dass Headhunter nur an Lebensläufen interessiert sind und am liebsten auf Anschreiben und Arbeitszeugnisse vollständig verzichten möchten.

Dabei wird gerne übersehen, dass Headhunter nur den Erstkontakt zum neuen Arbeitgeber herstellen. Die Einstellungsentscheidung wird dann aber im Unternehmen getroffen.

Und dort sind, wie üblich, mehrere Parteien beteiligt, die sich gegen Fehlentscheidungen bei der Besetzung von Managementpositionen schon im eigenen Interesse absichern möchten.

Aus diesem Grund werden mit Führungskräften und Top-Managern/-innen ja auch

- Management-Audits und Assessment-Center,

- Persönlichkeitstests und

- zahlreiche Vorstellungsgespräche mit Entscheidern aller Ebenen

geführt. Dabei gilt die Regel „Je mehr Argumente für eine Bewerberin oder einen Bewerber sprechen, desto besser.“

Warum sollten nun ausgerechnet frühere und aktuelle Arbeitszeugnisse nicht zu diesen Pro- und Contra-Argumenten in Sachen Einstellung gehören?

 



Oberflächliche Fakenews für Führungskräfte

Fakt 4: Uns persönlich stört auch sehr die Allgemeinheit und Oberflächlichkeit, mit der das Thema Arbeitszeugnisse oft diskutiert wird.

So macht es schon einen deutlichen Unterschied, ob ein Hochschulabsolvent neben den Noten aus dem Studium noch ein überzeugendes Praktikumszeugnis vorweisen kann oder nicht. Also ist für ihn oder sie die Benotung praktischer Leistungen durch einen Arbeitgeber absolut wichtig, um den Einstieg ins Berufsleben möglichst zügig zu schaffen.

Auch der angebliche Verweis auf USA, UK, AUS, CAN und NZL und die dort angeblich völlig unbekannte deutsche, österreichische und schweizerische Arbeitszeugnispraxis zeigt von der Unkenntnis aktueller Entwicklungen.

Denn auch in diesen Arbeitsmarktregionen sind die dort üblichen Letters of Recommendation (Unterschied: Reference Letters) in den letzten Jahren immer umfangreicher und im Detail deutlich aussagekräftiger geworden. So werden beispielsweise erfolgreiche Projekte, nachhaltige Umsatz- oder Gewinnsteigerungen, überdurchschnittliche Kostensenkungen ebenso erwähnt, wie individuelle Stärken, also Innovationsfreude, Kommunikationsgeschick oder Führungsstärke.

 



Pragmatische Lösung: Vorteile durch Zeugnis einfach nutzen

Fakt 5: Natürlich gibt es so manches an inflationär sehr guten Zwischen- oder Arbeitszeugnissen zu kritisieren.

Aber als Pragmatiker wissen Sie für Ihre beruflichen Handlungs- und Gestaltungsfelder so gut wie wir: Solange es keine bessere Lösung für ein Problem gibt, gilt es mit der bestehenden Lösung zu arbeiten.

Warum sollten Sie also auf den „kleinen“ Trumpf Arbeitszeugnis im Bewerbungspoker verzichten?

Daher unterstützen wir auch Sie bei Bedarf gerne mit dem Schreiben eines aussagekräftigen und überzeugenden Arbeitszeugnisses für Führungskräfte.

 

Christian Püttjer & Uwe Schnierda twitter: karrierecoaches 

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