Arbeitsvertrag kündigen 4 Muster kostenlos als PDF

Arbeitsvertrag kündigen Muster Christian Püttjer & Uwe Schnierda twitter: karrierecoaches 

Arbeitsvertrag durch Arbeitnehmer kündigen ✓ Begründung nicht notwendig ✓ Formalien, Bestätigung, Einschreiben ✓ Unterschrift, Datum ✓ kostenlose Muster zum Download als PDF ✓

foto: © stockyimages / fotolia.com

Endlich ist der langersehnte, neue Job für Führungskräfte oder Fachspezialisten in Sicht. Jetzt gilt es den Abgang beim alten Arbeitgeber möglichst elegant über die Bühne zu bringen.

Vermeiden Sie unproduktive Auseinandersetzungen oder gar Streit, schließlich müssen Sie als Arbeitnehmer die eigene Kündigung weder begründen noch als Bittsteller auftreten.

Damit Sie es bei einer ordentlichen und fristgerechten Kündigung Ihres Arbeitsvertrages leichter haben, machen wir Sie mit den wesentlichen Formalien vertraut und stellen Ihnen vier Muster für Kündigungsschreiben in unserem kostenlosen Downloadbereich zur Verfügung.

 



Muster für Kündigungen des Arbeitsvertrages: kostenlos

Unverzichtbar: Ihr Kündigungsschreiben muss Ihren Namen und Ihre Adresse und die Anschrift des Vertragspartners enthalten.

Adressierung: Eine persönliche Adressierung ist nicht notwendig. Manche Arbeitnehmer richten ihre Kündigung an die Leiterin oder den Leiter der Personalabteilung oder gleich direkt an die Geschäftsführung. Es genügen aber Name und Anschrift Ihres Arbeitgebers.

Anrede: Sie können die schriftliche Kündigung Ihres Arbeitsvertrages allgemein mit „Sehr geehrte Damen und Herren,“ beginnen.

Vorsicht Formfehler: Ihre Kündigung muss in jedem Fall das Tagesdatum und Ihre handgeschriebene Unterschrift enthalten. Sonst laufen Sie Gefahr, dass Ihre Kündigungserklärung aus formalen Fehlern unwirksam ist.

Der richtige Zeitpunkt: Sie können „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ (Muster 1 und 2) oder zu einem bestimmten Zeitpunkt (Muster 3 und 4) kündigen. Dies hängt oft von der beruflichen Ausgangssituation ab, also davon, wann ein Arbeitnehmer beim neuen Arbeitgeber anfangen möchte.

Begründung: Ihre Kündigung muss nicht begründet werden, Sie sind dazu nicht verpflichtet.

Keine Vorwürfe: Grundsätzlich empfiehlt es sich vom Ton her „den Ball flach zu halten“. Schließlich möchten Sie noch ein überzeugendes Arbeitszeugnis bekommen und sollten auf keinen Fall die Emotionen durch Schuldzuweisungen hochkochen lassen.

Freundlich oder sachlich: Daher finden Sie in unseren vier PDF-Mustern im kostenlosen Downloadbereich zwei Muster für einen „freundlichen“ Ton und weitere zwei Muster für einen eher „sachlichen“ Ton.

 

Arbeitsvertrag durch Arbeitnehmer kündigen Muster 2: ordentliche, fristgerechte Kündigung

- sachlicher Ton, zum nächstmöglichen Termin -

 

(Ihr) Vorname Name

Straße und Hausnummer

PLZ Wohnort

 

 

An

(Firmenname des Arbeitgebers)

Straße und Hausnummer

PLZ Ort

 

Ort, Datum (bitte das Tagesdatum und Ihren Wohnort nicht vergessen!)

 

Ordentliche Kündigung meines Arbeitsverhältnisses

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich das zwischen der (Firmenname des Arbeitgebers) und mir bestehende Arbeitsverhältnis ordentlich und fristgerecht zum nächstmöglichen Termin. Nach meiner Berechnung ist dies der XX.XX.XXXX.

Für die Zusammenarbeit der vergangenen Jahre bedanke ich mich und bitte um eine kurze Bestätigung des Eingangs meiner Kündigung und des Kündigungsdatums.

Mit freundlichen Grüßen

(Handgeschriebene Unterschrift des Arbeitnehmers)

 



Kündigung durch Arbeitgeber bestätigen lassen

Schriftliche Bestätigung: In Ihrem Schreiben sollten Sie Arbeitgeber auffordern, Ihnen eine schriftliche Kündigungsbestätigung zukommen zu lassen.

Kündigungstermin im Blick: Weiter sollten Sie sich auch einen konkreten Kündigungstermin bestätigen lassen.

 



Per Einschreiben oder vor Zeugen Kündigung übergeben

Einschreiben oder Zeugen: Versenden Sie Ihr Kündigungsschreiben als Einschreiben, dann haben Sie einen schriftlichen Beleg über den Versand. Oder übergeben Sie Ihre Kündigung in der Firma persönlich vor einem Zeugen.

Bonustipp: Sie können eine Kopie der Originalkündigung in die Firma mitnehmen, das Original dort abgeben und auf der Kopie vom zuständigen Ansprechpartner einen Vermerk über den Eingang eintragen lassen, natürlich auch mit Ort, Datum und seiner Unterschrift.

 



Kündigungstermine berechnen und berücksichtigen

Blick in den Arbeitsvertrag: Welche Kündigungsfrist Arbeitnehmer beachten müssen, ergibt sich in der Regel aus dem Arbeitsvertrag.

Gesetz: Wenn Ihr Arbeitsvertrag keine besonderen Regelungen enthält oder darin auf das Gesetz verwiesen wird, gilt die gesetzliche Kündigungsfrist, die sich nach § 622 BGB richtet.

Gesetzliche Kündigungsfrist: Diese beträgt vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats. Bitte bedenken Sie, dass vier Wochen nicht ein Monat sind, sondern genau 28 Tage. Diese Frist gilt, wenn der Arbeitnehmer kündigt.

 

Gesetzliche Kündigungsfristen für Arbeitnehmer

Dauer des Arbeitsverhältnisses / Kündigungsfrist

0 bis 6 Monate (Probezeit) / 2 Wochen zu jedem beliebigen Tag

Ab 7 Monaten / 4 Wochen zum 15. oder zum Ende des Kalendermonats

 

Tarifvertrag: Gilt ein Tarifvertrag, gelten die tarifvertraglichen Fristen, wenn sie für den Arbeitnehmer günstiger sind.

Ausnahme Probezeit: Innerhalb dieser Zeit können Arbeitgeber oder auch Arbeitnehmer mit einer Kündigungsfrist von 2 Wochen zu jedem beliebigen Tag kündigen, siehe § 622 Abs. 3 BGB.

Ausnahme fristlose Kündigung: Eine andere Ausnahme ist die außerordentliche fristlose Kündigung (hier: durch den Arbeitnehmer), in diesem Fall gibt es keine Kündigungsfrist.

Rechtlich komplex: Wegen der damit verbundenen vielfältigen Rechtsfragen sollten Sie bei einer außerordentlichen fristlosen Kündigung unserer Erfahrung nach unbedingt die Beratung durch einen Rechtsanwalt beziehungsweise eine Rechtsanwältin in Anspruch nehmen.

 



Sperrfrist bei eigener Kündigung beachten

Nachteil Sperrfrist: Kündigen Sie Ihr Arbeitsverhältnis selbst, prüft die Agentur für Arbeit prüfen, ob sie eine Sperrzeit des Arbeitslosengeldes gegen Sie verhängen wird.

Das ist dann üblich, wenn Arbeitnehmer selbst ohne wichtigen und nachweisbaren Grund Ihr Arbeitsverhältnis beenden, also durch ihr eigenes Verhalten herbeiführen.

Problem Aufhebungsvertrag: Auch bei einem Aufhebungsvertrag führt die vorzeitige Beendigung des Arbeitsvertrages häufig zu einer Sperrzeit beim Arbeitslosengeld.

Idealerweise suchen Sie sich daher erst eine neue Stelle, um nicht mit einer Sperre belegt zu werden.

Schneller zum besseren Job: Gerne beraten wir Sie telefonisch oder persönlich, um Ihre Anschreiben und Lebensläufe einer Prüfung aus Personalersicht zu unterziehen.

Weiter bereiten wir Sie, falls gewünscht, professionell und gezielt auf Telefoninterviews und persönliche Vorstellungsgespräche mit internen Personalmitarbeitern oder externen Headhuntern vor: Stärken/Schwächen-Analyse, Lücken im Lebenslauf, Motivation der Bewerbung, künftiger Beitrag zum Unternehmenserfolg und weitere Beratungsschwerpunkte nach Absprache mit Ihnen.

Abschlusstipp: Das noch fällige Arbeitszeugnis, Resturlaub oder eventuelle Vergütungen für bereits geleistete Überstunden müssen in Ihrer schriftlichen Kündigung des Arbeitsvertrages nicht angesprochen werden. Dies empfiehlt sich unserer Erfahrung nach aus taktischen Gründen auch gar nicht. Verhandeln Sie offene Fragen später und getrennt von der eigentlichen Kündigung, damit sich die emotionalen Wogen erst etwas geglättet haben.