Selbstreflexion im Beruf: 99 Fragen, die mich weiterbringen

Was ist Selbstreflexion? Menschen, die über ihr Verhalten, ihre Handlungen und ihre Wünsche regelmäßig nachdenken sind selbstreflexiv.

Im Beruf wird die Fähigkeit zur Selbstreflexion häufig von Führungskräften eingefordert. Jedoch profitiert jeder Mensch davon, sich ab und an ehrlich und mit einer kritischen Distanz selbst zu hinterfragen.

Wer sich selbst erkennt und durchschaut, eröffnet sich wichtige Ansatzpunkte für Veränderungen im künftigen Verhalten.

Nutzen Sie unsere über 99 systematisch zusammengestellten Fragen zur Selbstreflexion im Beruf, um sich selbst besser zu verstehen.

 

 




Fähigkeit zur Selbstreflexion: Was ist das?

Viele Menschen grübeln im Nachhinein häufig darüber, warum etwas schief gelaufen ist.

Sie fragen sich beispielsweise: Wie ist der Streit entstanden? Warum ist das Ganze so eskaliert? Lag das an mir? Oder hatte der andere gerade einen schlechten Tag?

 

Anspruchsvoll

Bei der Fähigkeit zur Selbstreflexion werden also viele Aspekte berücksichtigt. Es geht um

  • Ihre eigene Wahrnehmung,

  • Ihre Gefühle,

  • Ihren Wunsch nach Anerkennung und Wertschätzung,

  • Ihre Meinung über andere,

  • Ihre Ansicht über die Handlungsmöglichkeiten anderer,

  • Ihren Wunsch nach einer Lösung,

  • Ihre Bereitschaft Kompromisse einzugehen und

  • Ihre Hoffnung, in ähnlichen Situationen künftig anders reagieren zu können.

 

Regelmäßig

Üblicherweise findet eine Einschätzung von belastenden, störenden oder nervigen Situationen, Wahrnehmungen und Emotionen besser mit zeitlichen Abstand statt.

Denn nach einigen Stunden, Tagen oder sogar Wochen ist das Störfeuer der Gefühle deutlich geringer.

Fokussiert

Wer es dann noch schafft, wiederholt über Themenfelder wie "Meine beruflichen Vorstellungen", "Meine Wünsche an Kollegen" oder "Worauf achte ich als Führungskraft bei Mitarbeitern?" zu reflektieren, wird ein besseres Verständnis für das eigene Denken, Empfinden und Handeln bekommen.

Und so auch andere Menschen besser einschätzen können.

 




So verbessere ich meine Selbstreflexion

Eine tiefergehende Selbstreflexion hilft vielen Menschen dabei, Probleme besser zu verstehen und auf Schwierigkeiten anders als bisher zu reagieren.

 

Gefühlsebene

Ganz entscheidend im menschlichen Miteinander ist, die immer vorhandene Gefühlsebene ("Beziehungsebene") ebenso wie die vermeintlich im Vordergrund stehende Sachebene gleichermaßen wahrzunehmen und zu berücksichtigen.

Wichtig ist auch, die Ansichten und Meinungen anderer zu erfragen und zu berücksichtigen. Erfolgreiche Menschen sind sozial kompetent, sie gleichen Selbstbild und Fremdbild oft miteinander ab.

 

Lernen am Erfolg

Sie verbessern Ihre Selbstreflexion,

  • wenn Sie nicht nur problemzentriert, sondern auch lösungsorientiert denken,

  • wenn Sie berücksichtigen, dass jeder Mensch eigene Werte, Ansichten und Vorlieben hat,

  • wenn Sie sich überlegen, was Sie in einer ähnlichen Situation konkret anders machen könnten und

  • wenn Sie sich immer wieder bewusst daran erinnern, dass und warum Sie manche Dinge heute anders und besser machen als früher.

 

Entwicklung

Entwicklung Sie Ihre Wahrnehmung und Ihre Handlungsmöglichkeiten gezielt weiter. Im Idealfall werden Sie "automatisierte Verhaltensweisen" und "vorhersehbar negative Kommunikationsmuster" durchbrechen.

Die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit bedeutet unserer Ansicht nach, dass Sie in "gleichen Situationen" mehr, andere und neue Reaktions- und Handlungsoptionen haben. Dass dies gerade auch im Beruf unverzichtbar ist, leuchtet sicherlich ein.

 

Coaching

In unseren persönlichen Coachings stellen wir immer wieder fest, dass gerade Führungskräfte viel davon profitieren, wenn Sie in Drucksituationen anders als gewohnt reagieren können.

Beispielsweise, weil sie auf kritische Nachfragen in Präsentationen gelassener antworten oder in kritischen Mitarbeitergesprächen nicht auf Ablenkungsmanöver hineinfallen.

 

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Gerne coachen wir auch Sie persönlich, damit Sie im Führungsalltag souveräner, wirkungsvoller oder auch mitreißender auftreten.

Nutzen Sie als Einstieg unsere über 99 Fragen zur Selbstreflexion, die Sie für sich bestimmt kreativ ergänzen können.

 




Glücklich: Was ist mir im Beruf wichtig?

Reflektieren Sie, was Ihnen im Beruf wichtig ist.

Dabei ist es immer wieder spannend festzustellen, welche Wünsche sich im Lauf der Zeit geändert haben - und welche nicht.

  1. Interessiert mich in erster Linie die Bezahlung?

  2. Würde ich auch für weniger Gehalt arbeiten, um meine Aufgaben zu behalten?

  3. Denke ich manchmal darüber nach, welche Aufgaben mir Zufriedenheit geben?

  4. Ist mir Glück bei der Arbeit überhaupt so wichtig?

  5. Machen mich eher Kollegen oder eher die Aufgaben glücklich?

  6. Habe ich den letzten Jahren Veränderungen vorgenommen, um im Beruf zufriedener zu sein?

  7. Aus welchen Gründen habe ich mich für meinen Beruf entschieden?

  8. Würde ich diese Entscheidung heute wieder treffen?

  9. Denke ich oft daran, lieber einen anderen Beruf zu haben?

  10. Merkt mein berufliches Umfeld, dass ich in meinem Job glücklich bin?

 




Unzufrieden: Was stört mich im Beruf?

Wenn Menschen auffälligerweise eher die Nerven verlieren und schneller aus der Haut fahren als früher, gibt es dafür in der Regel Gründe.

Nehmen Sie eine häufigere Unzufriedenheit und Unausgeglichenheit bitte ernst, damit Sie wieder eine Handlungsperspektive einnehmen können.

  1. Bin ich im Job häufig schnell gestresst?

  2. Kann ich die Gründe dafür eingrenzen?

  3. War ich schon einmal gelassener und ruhiger bei Problemen im Job?

  4. Gibt es Kollegen, die mich ganz besonders stören?

  5. Fehlt mir die Anerkennung im Team?

  6. Greift mich meine Chefin oft persönlich an?

  7. Hat mein Chef nie Zeit für mich?

  8. Ist die Stimmung am Arbeitsplatz eher bedrückt?

  9. Herrscht gar eine aggressive Grundstimmung vor (Mobbing)?

  10. Denke ich sehr oft daran, den Job und die Firma zu wechseln?

 




Motiviert: Was begeistert mich?

Es lohnt sich, die eigenen Antriebsmomente ab und an zu hinterfragen. Vielleicht begeistern manche Aufgaben weniger als früher. Dies kann auch an fehlender Motivation liegen.

  1. In welchen beruflichen Situationen bin ich besonders motiviert?

  2. Bei welchen Aufgaben vergeht die Zeit wie im Flug?

  3. Auf welche Tätigkeiten freue ich mich?

  4. Welche Aufgaben begeistern mich sogar?

  5. Können mich berufliche Aufgaben überhaupt begeistern?

  6. Was mache ich in der Freizeit besonders gern?

  7. Zu welchen Themen werde ich um Rat gefragt?

  8. Welche Aufgaben langweilen mich wirklich?

  9. Wie gehe ich mit unangenehmen Aufgaben um?

  10. Wie hole ich mich aus einem Stimmungstief, um wieder mehr Motivation zu gewinnen?

 




Stärken: Welche kennzeichnen mich?

Setzen Sie sich, ganz unabhängig von Vorstellungsgesprächen und in Ruhe, mit Ihren Stärken auseinander.

Wer seine Talente kennt und benennen kann, glaubt an sich selbst und kann Veränderungen gelassener und optimistischer meistern.

  1. Welche drei Stärken, sind kennzeichnend für mich?

  2. Kann ich auch fünf oder sieben Stärken nennen?

  3. Wann habe ich gemerkt, dass ich persönliche Stärken habe?

  4. Wer hat mich auf meine Stärken aufmerksam gemacht?

  5. In welchen beruflichen Situationen helfen mir diese Stärken?

  6. Welche Stärken hätte ich noch gerne?

  7. Welche Stärken haben ich den letzten Jahren ausgebaut?

  8. Mache ich mir in Krisensituationen bewusst, dass mir meine Stärken weiterhelfen werden?

  9. Welche Stärken schätzen ich an Freunden und Kollegen?

  10. Und welche an Vorgesetzten?

 




Schwächen: Wo liegen meine Grenzen?

Auch bei der Selbstreflexion gilt: Wer Stärken hat, hat auch Grenzen, also Schwächen.

Seien Sie kritisch mit sich selbst, aber übertreiben Sie es nicht. Alles was Sie bisher erreicht haben, verdanken Sie Ihren persönlichen Stärken ebenso wie Ihren Schwächen.

Orientieren Sie sich an Oscar Wilde dem nachgesagt wird "Ich gebe jeder Versuchung nach. Wer weiß, ob sie wiederkommt."

  1. Kenne ich meine persönlichen Schwächen und Grenzen?

  2. Kann ich mir meine eigenen Schwächen eingestehen?

  3. Habe ich eine zentrale Schwäche?

  4. Kann ich drei Schwächen von mir nennen?

  5. Wann habe ich festgestellt, dass ich auch Schwächen habe?

  6. Stören mich meine Schwächen im Beruf?

  7. Kenne ich die Schwächen meiner Kollegen?

  8. Welche Schwächen hat meine Chefin beziehungsweise mein Chef?

  9. Habe ich schon bewusst an der Eingrenzung meiner Schwächen gearbeitet?

  10. Welche Schwäche von mir würde ich am liebsten "wegzaubern"?

 




Selbstreflexion Führungskraft: Menschen besser verstehen

Tatsächlich ist Führung in den letzten Jahren immer kooperativer geworden. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen als Persönlichkeit wahrgenommen und eingebunden werden.

Reflektieren Sie Ihre Erwartungen an Ihr Team.

 

Mein Team

  1. Wie motiviere ich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?

  2. Was denkt mein Team über mich?

  3. Was bringt mein Team zu Höchstleistungen?

  4. Wie kann ich das Commitment verbessern

  5. Wie reagiere ich auf neue Ideen von Mitarbeitern?

  6. Welche drei Eigenschaften bevorzuge ich bei Mitarbeitern?

  7. Welche drei Eigenarten stören mich besonders?

  8. Welche besonderen Herausforderungen habe ich mit meinem Team schon gemeistert?

  9. Wer hat mich dabei positiv überrascht?

  10. Und wer eher enttäuscht?

  11. Wie delegiere ich Aufgaben ans Team?

  12. Wie erläutere ich Ziele?

  13. Wie überprüfe ich Zwischenergebnisse?

  14. Wie stelle ich Zeitpläne sicher?

  15. Wie gehe ich mit ungeplanten Abweichungen und Störungen um?

 

Meine Kollegen

Führungskräfte der mittleren Ebene, aber auch Top-Manager/-innen der obersten Führungsebene stehen in ständigem Austausch mit Führungskollegen. Hier gilt es Unterstützer von missgünstigen Neidern abzugrenzen.

Im neuen Job werden Führungskräfte nur dann Erfolg haben, wenn in den ersten 100 Tagen die richtigen Weichenstellungen in Sachen Vertrauen, Kooperation und Ergebnisorientierung vorgenommen werden.

  1. Welche Kollegen sind mir wichtig?

  2. Welche Kollegen begeistern mich?

  3. Wem vertraue ich?

  4. Und wie baue ich aktiv Vertrauen auf?

  5. Mit wem kann ich gut zusammenarbeiten?

  6. Und mit wem lieber nicht?

  7. Welche Eigenschaften stören mich an manchen Kollegen?

  8. Welches Verhalten bringt mich sogar zur Weißglut?

  9. Warum möchte ich unbedingt, dass sich manche Kollegen anders verhalten?

  10. Wem gehe ich lieber aus dem Weg und warum?

  11. Wie kritisiere ich Kollegen?

  12. Warte ich auf günstige Gelegenheiten für Kritik?

  13. Kritisiere ich heute anders als vor fünf oder zehn Jahren?

  14. Wen ich Chefin oder Chef wäre: Wen würde ich am liebsten sofort rausschmeißen und warum?

  15. Versuche ich nach einem Streit mit Kollegen auch wieder die Wogen zu glätten?

 

Mein Boss

Zutreffenderweise heißt es oft: "Führungskräfte verlassen keine Unternehmen, sondern Chefs."

Auch hinsichtlich Ihrer Erwartungen und Wünsche an Ihre Chefin oder Ihren Chef ist eine systematische Selbstreflexion gelegentlich sinnvoll. Aber immer dann notwendig, wenn Sie sich von der Chefetage nicht ausreichend wertgeschätzt fühlen.

  1. Welche Erwartungen habe ich an meine Chefin oder meinen Chef?

  2. Habe ich einen guten Draht zu meinem Chef?

  3. Ist mir der gute Kontakt überhaupt wichtig?

  4. Bekomme ich Wertschätzung?

  5. Weiß ich, was meiner Chefin bei der Arbeit besonders wichtig ist?

  6. Erkenne ich, wenn mein Chef schlechte Laune hat?

  7. Werde ich ausreichend mit Informationen versorgt?

  8. Rede ich mit meiner Chefin auch über private Dinge?

  9. Weiß ich, was meinen Chef gerade privat bewegt?

  10. Wie äußere ich Bedenken beim Chef?

  11. Wie reagiert meine Chefin auf meine Vorschläge?

  12. Werde ich gelegentlich vor anderen gelobt?

  13. Wie reagiere ich, wenn ich mich ungerecht behandelt fühle?

  14. Werde ich häufig persönlich angegriffen?

  15. Wäre ich gerne mein eigener Chef oder meine eigene Chefin?

 

Grundsätzlich ist es sinnvoll, sich von Zeit zu Zeit kritisch zu hinterfragen. Beispielsweise dann, wenn Sie festgefahrene Verhaltensspiralen im Umgang mit sich selbst und anderen Menschen durchbrechen wollen.

Im privaten Bereich, aber auch im beruflichen gibt es hier viele Ansatzpunkte.

Gerne coachen wir auch Sie persönlich zu zentralen Führungsthemen. Rufen Sie uns gerne an, um Ihr Selbstbild professionell zu reflektieren und Ihre Führungsstärken gezielt auszubauen!

Christian Püttjer & Uwe Schnierda twitter: karrierecoaches 

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