Warum haben Sie so oft gewechselt?

Vom Vorurteil zum Vorteil ✓ Jobhopping glaubwürdig erklären ✓ hohe Lernkurve ✓ ausgeprägter Teamplayer ✓

 

Kalt erwischt: In Vorstellungsgesprächen treibt diese Frage so manchem Bewerber und mancher Bewerberin den Angstschweiß auf die Stirn. Insbesondere dann, wenn der Lebenslauf wirklich auffällig viele Wechsel enthält.

Hilfestellung: Wir erläutern Ihnen, wie Sie mit Ihren Antworten auf diese Stressfrage glaubwürdig reagieren können.

 



Den Job fürs Leben gibt es immer weniger

Der Wechsel ist beständig: Zum einen ist es heutzutage viel üblicher als früher, den Arbeitgeber öfter einmal zu wechseln. Die Ursachen hierfür sind vielfältig.

Jobwechsel nach kürzerer Zeit finden beispielsweise statt, weil

-> Berufseinsteigern häufig nur befristete Arbeitsverträge angeboten werden,

-> Unternehmen häufiger als früher restrukturiert oder übernommen werden, was in der Regel mit dem Abbau von Arbeitsplätzen verbunden ist,

-> häufigere Stellenwechsel in manchen Branchen und Berufsfeldern einfach üblich sind (Vertrieb, Verkauf, IT, Servicekräfte, Zeitarbeit),

-> die Bereitschaft beruflich etwas Neues auszuprobieren heutzutage stärker ausgeprägt ist als früher,

-> berufserfahrene Bewerber gerne auch einmal die Branche wechseln, was nicht immer auf Anhieb funktioniert (Probezeitkündigung),

-> die Mobilität von Bewerber stärker ausgeprägt ist als früher (Lust auf eine andere Stadt, Wohnortwechsel wegen neuer Partnerschaft),

-> eine berufliche Mitarbeit nur im Rahmen zeitlich begrenzter Projekte möglich war,

-> Bewerberinnen und Bewerber keine Scheu haben, einen neuen Arbeitsplatz bewusst nur für eine begrenzte Zeit einzunehmen, um sich aus dieser Position besser bewerben zu können (Elternzeit, Sabbatical, Zweitstudium, Rückkehrer aus dem Ausland).

 



Viele Jobwechsel im Vorstellungsgespräch erklären

Keine Plattitüden: Nun reicht es natürlich nicht aus, im Vorstellungsgespräch einfach zu behaupten „Ach, so viele Jobwechsel waren das gar nicht. Da hätten Sie mal die Lebensläufe meiner Kollegen sehen sollen. Die haben wirklich oft gewechselt.“

Zum neuen Job reden: Jeder neue Arbeitgeber muss in Bewerbungsgesprächen erneut von Ihren Stärken, Erfahrungen und Ihrer Fähigkeit zur engagierten und möglichst langen beziehungsweise dauerhaften Mitarbeit überzeugt werden.

 



Viel in kurzer Zeit gelernt

Nur für Sie! Schreiben Sie daher für jeden Jobwechsel Ihre tatsächlichen Gründe auf, beispielsweise in der linken Spalte eines Blatt Papiers. Und rechts daneben schreiben Sie für sich die Vorteile auf, die die jeweilige Veränderung mit sich brachte.

Rückwirkend betrachtet: Sie werden feststellen, dass Sie beispielsweise in sehr kurzer Zeit sehr viel über die Produkte oder Dienstleistungen gelernt haben, sich sehr schnell auf neue Kollegen oder Kunden eingestellt haben, sich kurzfristig in neue Software eingearbeitet haben und Ähnliches.

 



Wie der neue Arbeitgeber von Ihren Wechseln profitiert

Gesprächspsychologie: Und mit dieser „Vorteils“-Kommunikation nehmen Sie die Hürde, Ihre Wechsel begründen zu müssen. Sie brauchen bei Nachfragen nicht ausweichend oder einsilbig reagieren, sondern können ganz klar zustimmen, dass die Wechsel in kürzerer Zeit als von Ihnen geplant stattgefunden haben, Sie im Nachhinein aber auch davon profitiert haben, weil …

Passgenau: Beziehen Sie dabei insbesondere Vorteile ein, die auch für den neuen Arbeitgeber von Interesse sein könnten. Beispielsweise die zügige Einarbeitung in neue PC-Programme, der schnelle Überblick über eine vielfältige und anspruchsvolle technische Produktpalette oder die schnelle Übernahme von Verantwortung in laufenden Projekten, die nach kurzer Zeit erfolgreich abgeschlossen wurden.

Abschlusstipp: Wenn Sie sich hier Anregungen und konkrete Formulierungen für Ihre Vorstellungsgespräch wünschen, empfehlen wir Ihnen unsere über 100 hilfreichen E-Learnings Vorstellungsgespräch, die wir speziell für Fachkräfte und Führungskräfte ausgearbeitet haben.

 

Christian Püttjer & Uwe Schnierda twitter: karrierecoaches 

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