Telefoninterview: Antworten, Wechselgrund, Fragen, vorbereiten

 

In jedem Telefoninterview: Diese drei Fragen

Wenn Sie eine Einladung zu einem telefonischen Vorstellungsgespräch bekommen haben, werden Ihnen diese drei Fragen, natürlich oft etwas anders formuliert, immer gestellt.

 

  1. Warum haben Sie sich wirklich bei unserem Unternehmen beworben?

  2. Was interessiert Sie genau an der Stelle?

  3. Und warum wollen Sie tatsächlich wechseln?

 

 

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Wir erklären Ihnen, wie Sie mit Ihren Antworten überzeugen, sich im Vorfeld sinnvoll vorbereiten und mit welchen zusätzlichen Fragen Sie ebenfalls rechnen müssen.

Übrigens werden telefonische Vorstellungsgespräche von Firmen, Personalberatungen und Headhuntern immer häufiger durchgeführt.

Die Dauer des Schnellchecks am Telefon liegt meist bei 45 bis 90 Minuten. Und die Fragen (100 Beispiele kostenlos) prasseln dann regelrecht auf Bewerberinnen und Bewerber ein.

 




Vorbereiten: Selbstpräsentation und typische Fragen

Werdegang in Kurzform: Aus unseren persönlichen Bewerbungsberatungen wissen wir, dass es sehr hilfreich ist, im Vorfeld des Telefoninterviews eine schlüssige Selbstpräsentation der eigenen Stärken, Erfahrungen, Kenntnisse und Erfolge vorzubereiten.

Bei der Beantwortung der drei genannten Kernfragen überzeugen diejenigen, die die Gründe für die Bewerbung bei gerade diesem Arbeitgeber um gerade diese Stelle und die Gründe für den Weggang vom momentanen Arbeitgeber glaubwürdig und nachvollziehbar erläutern.

 

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Telefonisches Vorstellungsgespräch: Typische Fragen

 

Warum unser Unternehmen?

  1. Was wissen Sie über unser Unternehmen?

  2. Wie haben Sie sich im Vorfeld über uns informiert?

  3. Wie gefällt Ihnen unsere Homepage?

  4. Kennen Sie unsere Produkte / unsere Dienstleistungen?

  5. Welcher unserer Produkte / unserer Dienstleistungen sind am bekanntesten?

  6. Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben wir?

  7. Welche unserer Mitbewerber kennen Sie?

 

Warum diese Stelle?

  1. Was reizt Sie an der ausgeschriebenen Position?

  2. Welche drei Anforderungen sind aus Ihrer Sicht zentral in der neuen Stelle?

  3. Für welche Stellen haben Sie sich noch beworben?

  4. Was können Sie in der neuen Stelle für uns leisten?

  5. Welche Ihrer bisherigen Erfahrungen passen besonders gut zu der ausgeschriebenen Stelle?

  6. Warum sollten wir uns für Sie entscheiden?

  7. Was unterscheidet Sie von anderen Bewerberinnen und Bewerbern?

 

Warum wollen Sie wechseln?

  1. Seit wann haben Sie den Entschluss gefasst zu wechseln?

  2. Was gefällt Ihnen nicht am momentanen Arbeitsplatz?

  3. Was würde Ihr Chef über Sie sagen, wenn wir ihn nach Ihren Stärken fragen würden?

  4. Und was würde er über Ihre Schwächen sagen?

  5. Welche Eigenschaften schätzen Sie an Kolleginnen und Kollegen?

  6. Was ärgert Sie an Kolleginnen und Kollegen am meisten?

  7. Was können Sie besser als Ihre Chefin beziehungsweise Ihr Chef?

 

 

Gesprächspartner: Ihr Gesprächspartner auf der Firmenseite ist üblicherweise eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter aus der Personalabteilung. Oder ein in Personalauswahlfragen erfahrener externer Personalberater beziehungsweise Headhunter.

Die Fragen entstammen oft einem vorher definierten Fragenkatalog mit Bezug auf die ausgeschriebene Stelle, daher sprechen Personalprofis hier von einem strukturierten Interview, das wenig Raum für persönliche Dialoge lässt.

Viele unterschiedliche Fragen: Die Interviewer verfolgen das Ziel möglichst viele gleiche Fragen in kurzer Zeit "durchzubringen", damit die Antworten der Bewerber zu einem späteren Zeitpunkt direkt verglichen werden können. Aus diesem Grund empfinden viele Bewerber Telefoninterviews als eher unangenehm.

 




Antworten: So überzeugen Sie im Telefoninterview

Tipp 1: Selbstpräsentation

Im gesamten Bewerbungsverfahren sind Ihre Einstellungsargumente gefragt, also auch im Telefoninterview. Bereiten Sie eine kurze Selbstpräsentation vor, die 30 bis 45 Sekunden umfassen sollte.

 

Tipp 2: Beschreibende Formulierungen

Beschreiben Sie stichwortartig Ihre Erfahrungen und Kenntnisse: "Ich habe Erfahrungen in ... und .... Weiter kenne ich mich in ... und ... aus."

 

Tipp 3: Stärken hervorheben

Nennen Sie auch Ihre Stärken: "Besonders gerne mache ich ... und ...  / Besonders gut kann ich ... und ... / Eine meiner Stärken ist für mich ..., ich bin mir sicher, dass diese Stärke gut zur ausgeschriebenen Stelle passt, weil ...

 

Tipp 4: Starke Eigenmotivation

Streichen Sie Ihre Motivation heraus: "Es hat mich schon immer fasziniert ... und ... zu machen. / Besonders interessiert mich ... und ..., weil mich dies bei der täglichen Arbeit motiviert."

 

Tipp 5: Schnittstellen herausarbeiten

Fokussieren Sie bevorzugt auf die Aufgaben am momentanen Arbeitsplatz, die einen Bezug zu den Aufgaben am neuen Arbeitsplatz haben: "Ich bin zuständig für ... und ... / Weiter gehören ... und ... zu meinen täglichen Aufgaben."

 

Tipp 6: Argumente und Emotionen

Trainieren Sie das gezielte Wechselspiel zwischen sachlichen Informationen, mit denen Sie Ihre Erfahrungen und Kenntnisse darstellen, und emotionalen Kurzstatements, die Ihre Begeisterung und Freude an bestimmten Aufgaben und Handlungen verdeutlichen.

 

Gezielte Vorbereitung hilft

Zahlreiche Anregungen und spezielle Beispiele für Selbstpräsentationen, die sich auf ganz unterschiedliche Berufsfelder beziehen, finden Sie in unseren E-Learnings-Vorstellungsgespräch.

 

 

 

     




    Kritisch: Warum wollen Sie wechseln?

    Tipp 7: Wechselgrund

    Die Frage nach dem Wechselgrund kommt eigentlich immer, schließlich möchte die neue Firma wissen,

    - ob Sie gekündigt haben,

    - ob man Ihnen gekündigt hat,

    - ob Sie Ärger mit dem Chef hatten,

    - bei der Arbeit unterfordert waren oder 

    - mit den Kollegen nicht klar kamen.

     

    Tipp 8: Von der neuen Stelle her

    Halten Sie bei dieser schwierigen Frage den Ball flach und argumentieren Sie idealerweise von der neuen Stelle her.

     

    Tipp 9: Passende Erfahrungen

    Erklären Sie, dass Sie nach einigen Jahren am momentanen Arbeitsplatz die gewonnenen Erfahrungen bei einem neuen Arbeitgeber gebündelt einbringen möchten.

     

    Tipp 10: Bessere Passung zu Neigungen

    Oder weisen Sie darauf hin, dass die Schwerpunkte in der ausgeschriebenen Stelle eher Ihren Vorstellungen und Neigungen entsprechen.

     

    Tipp 11: Auch gut - Branchenwechsel

    Falls passend, heben Sie hervor, dass Sie schon länger die Branche wechseln wollten.

     

    Tipp 12: Guter Arbeitgeber

    Vielleicht betonen Sie, dass das neue Unternehmen einen hervorragenden Ruf in der Branche besitzt.

     

    Tipp 13: Wirtschaftliche Schwierigkeiten

    Sie können gegebenenfalls auch darauf verweisen, dass Ihr momentaner Arbeitgeber wirtschaftlich nicht besonders gut aufgestellt ist und Sie daher wechseln möchten.

     

    Tipp 14: Mit Weiterbildung vorbereitet

    Eventuell verweisen Sie sogar auf eine Weiterbildung, die Ihnen ermöglicht, aktuelles Wissen und Ihre praktischen Erfahrungen gleichermaßen in die zu vergebende Stelle einzubringen.

     




    Nachgebohrt: Lücken und Brüche im Lebenslauf

    Tipp 15: Natürlich wird danach gefragt

    Kaum ein beruflicher Werdegang ist heute noch gradlinig, Lücken, Unterbrechungen oder auffällige Veränderungen im Lebenslauf spiegeln dies wieder. Vielleicht gibt es auch in Ihrem Lebenslauf oder den Arbeitszeugnissen:

    - ein oder mehrere kürzere Arbeitsverhältnisse,

    - eine Kündigung bereits in der Probezeit,

    - einen Branchenwechsel,

    - einen Umzug in eine andere Region,

    - ein Zweitstudium oder eine Fortbildung, die hin zu einem anderen Berufsfeld geführt haben,

    - eine längere Lücke (länger als drei Monate),

    - eine Tätigkeit als Selbstständiger,

    - ein schlechtes oder missverständliches Arbeitszeugnis.

     

    Tipp 16: Sie kennen Ihren Werdegang

    Überlegen Sie sich, zu welchen kritischen Punkten im Werdegang bei Ihnen am Telefon intensiver nachgefragt werden könnte und bereiten Sie glaubwürdige Antworten vor.

     

    Tipp 17: Knappe Krisenkommunikation

    Beispiele für schlüssige Antworten auf Brüche im Werdegang sollten Sie grundsätzlich knapp beantworten. Und möglichst schnell auf die damit verbundenen positiven Veränderungen verweisen. 

     




    Schwächen kennen, Stärken hervorheben

    Tipp 18: Immer noch häufig gefragt

    Unserer Erfahrung nach wird nicht in jedem Telefoninterview nach den Stärken und Schwächen von Bewerberinnen und Bewerbern gefragt. Aber in jedem zweiten wird - direkt oder indirekt - nach positiven und negativen Eigenschaften geforscht.

     

    Tipp 19: Selbstreflektion der eigenen Persönlichkeit

    Dabei geht es weniger um einen "Seelenstriptease" in Sachen - beruflicher - Persönlichkeit. Vielmehr möchten neue Arbeitgeber erkennen, dass Sie über eine grundsätzliche Fähigkeit zur Selbstreflexion verfügen, die insbesondere bei Führungskräften unverzichtbar ist.

     

    Tipp 20: Kennen Sie Ihre Grenzen?

    Überlegen Sie sich deshalb im Rahmen Ihrer Vorbereitung,

    - welche Stärken Sie auszeichnen und

    - welche Schwächen Sie nennen könnten.

    Tatkräftige Unterstützung bei dieser unverzichtbaren Vorarbeit in Sachen Stärken und Schwächen liefern Ihnen übrigens unsere E-Learnings Vorstellungsgespräch.

     

     




    Pflicht: Gut informiert über neuen Arbeitgeber

    Bei Fragen zum neuen Arbeitgeber geht es darum, ob Ihre Bewerbung mehr einer spontanen Laune entspringt oder nachvollziehbar begründet werden kann.

     

    Tipp 21: Hoffentlich nicht nur zufällig

    Personalberater und Headhunter seufzen häufiger, wenn sie feststellen, dass Bewerberinnen und Bewerber wieder einmal nur ihren Marktwert testen - und eigentlich gar nicht wechseln wollen. Diesen negativen Eindruck werden Sie gar nicht erst entstehen lassen, wenn Sie Ihr Interesse am neuen Arbeitgeber mit Informationen, Fakten und Zahlen untermauern.

     

    Tipp 22: Hier können Sie ansetzen

    Verdeutlichen Sie Ihren Wechselwunsch mit Ihrer Vorarbeit und Vorbereitung. Verweisen Sie im Telefoninterview an passender Stelle

    • auf die innovativen Produkte,

    • auf nachgefragte Dienstleistungen,

    • auf die Wachstumsfelder im Unternehmen,

    • auf die starke Stellung des Unternehmens im Markt oder

    • auf die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.

     

    Tipp 23: Einige wichtige Zahlen kennen

    Weiter sollten Sie gängige Kennzahlen zum Unternehmen parat haben: Umsätze, Zahl der Mitarbeiter, Standorte, eventuell Börsenkurs, usw.

     

    Tipp 24: Danke Internet!

    Nutzen Sie für Ihre Informationsrecherche zum Selbstverständnis des Unternehmens beispieslweise die Firmenhomepage oder Presseartikel im Internet.

    Viele Unternehmen, Organisationen und Verbände haben im Menü der Homepage einen "Über uns" Link.

     

    Tipp 25: Googeln Sie sich selbst

    Und rechnen Sie gegebenenfalls damit, dass Ihr Interviewpartner am anderen Ende des Telefonhörers Ihnen Fragen zu Ihrem Facebook-, LinkedIn- oder Xing-Profil stellt.

    Gerade Bewerberinnen oder Bewerber mit eher seltenen Nachnamen, beispielsweise "Püttjer" oder "Schnierda", sollten grundsätzlich ab und an ihren Namen in die Internet-Suchmaschine eingeben, um zu wissen, was über sie mitgeteilt wird.

     




    Kein Anruf: Personaler meldet sich einfach nicht

    Leider hören wir es öfter von Bewerbern, dass fest zugesagte und per E-Mail bestätigte Termine für telefonische Interviews einfach nicht eingehalten werden.

     

    Unprofessionell

    Natürlich wirkt ein derartiges Verhalten unprofessionell. Allerdings kommt es doch häufig vor, dass

    • Ihre Antwortmail für die Terminbestätigung im Spamordner der Personalberatung oder Firma gelandet ist,

    • die Interviewerin den Termin vergessen hat,

    • der Interviewer eine E-Mail an Sie geschickt hat, die nun wiederum in Ihrem Spamordner gelandet sein könnte,

    • ein vorheriges Interview zeitlich überzogen wird,

    • der Auftraggeber der Personalberatung die Stellenbesetzung kurzfristig abgesagt hat,

    • die Interviewerin sich im Wochentag geirrt hat,

    • der Interviewer sich in der Uhrzeit geirrt hat.

     

    Nerven liegen blank

    Verständlicherweise liegen die Nerven bei einigen Bewerberinnen und Bewerbern blank, wenn sie sich intensiv auf Job-Interviews vorbereiten, eine Selbstpräsentation einüben, Firmendaten recherchieren - und dann einfach nicht angerufen werden.

    Insbesondere dann, wenn eine Kündigung des alten Arbeitgebers vorliegt und die Suche nach einem neuen und passenden Arbeitsplatz sich schon länger schwieriger als gedacht erweist.

     

    Ruhe bewahren

    Im Bewerbungsverfahren können Sie aber ebenso wenig eine Zusage erzwingen wie in Beziehungen im privaten Leben.

    Sie können aber in beiden Fällen das Heft des Handelns zurückgewinnen, indem Sie selber aktiv kommunizieren.

    Warten Sie zwanzig oder dreißig Minuten ab.

    Wenn dann wirklich kein Anruf erfolgt, sollten Sie selber anrufen und freundlich nachfragen. Im direkten Telefonat lassen sich viele Dinge besser klären als per E-Mail.

     

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    Für Ihre Telefoninterviews wünschen wir Ihnen gute Einstellungsargumente, einen selbstbewussten Auftritt und viel Erfolg.

    Damit Sie Ihre individuellen Stärken, Ihre speziellen Erfahrungen und Ihre ausgeprägte Eigenmotivation überzeugend und passgenau darstellen können, empfehlen wir Ihnen zur Vorbereitung unsere E-Learnings-Vorstellungsgespräch.

    Profitieren Sie von unserem Insiderwissen für Ihren Bewerbungserfolg!

     

     

    Christian Püttjer & Uwe Schnierda twitter: karrierecoaches 

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