Referenzen in der Bewerbung oder Arbeitszeugnisse?

von Christian Püttjer & Uwe Schnierda

Sind Arbeitszeugnisse unwichtig? Reichen Referenzen aus? Und wie werden Referenzgeber im Lebenslauf aufgeführt?

foto: © Andrey Popov / fotolia.com

Dass Headhunter und Personalberater von Managern und Fachspezialisten, die auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung sind, persönliche Referenzen einfordern ist bekannt.

Häufig unbekannt ist dagegen, an welcher Stelle und in welcher Form persönliche Referenzen im Bewerbungsverfahren angegeben werden können.

 

Wie Referenzen im Lebenslauf der Bewerbung angeben?

Werden auf der ersten Stufe des Bewerbungsverfahrens Bewerbungsunterlagen verlangt, können Bewerberinnen und Bewerber im Anschluss an Anschreiben und Lebenslauf, also noch vor den beigefügten Arbeitszeugnissen und sonstigen Leistungsnachweisen, eine extra Seite mit der Überschrift "Persönliche Referenzen" einfügen. Oder im Lebenslauf an letzter Stelle einen entsprechen zusätzlichen Block einfügen.

  • Referenzgeber können mit einem Satz wie "Als persönliche Referenz zu meinen Leistungen, Erfahrungen und Erfolgen nenne ich ..." aufgeführt werden.
  • Idealerweise befinden sich die Referenzgeber hierarchisch über oder zumindest auf der gleichen Karrierestufe wie der Bewerber.
  • Eine Bewerberin um die Position Bereichsleiterin könnte eine Referenz so formulieren: "Als persönliche Referenz zu meinen Leistungen, Erfahrungen und Fähigkeiten nenne ich Holger Müller, Geschäftsführer bei der Schmidt AG, Tel. ... E-Mail..."

 

Referenzgeber im Vorfeld informieren

  • Wir empfehlen den Angabe von zwei bis drei Referenzgebern, die natürlich im Vorfeld über die laufenden Bewerbungsaktivitäten informiert werden sollten, damit die Referenz auch eindeutig, also positiv, ausfällt.
  • Häufig hören wir in diesem Kontext die Frage, ob einerseits Arbeitszeugnisse oder andererseits persönliche Referenzen als wertigere Fürsprache angesehen werden.
  • Eine generelle Antwort ist hier schwierig, da einerseits bekannt ist, dass Arbeitszeugnisse von Führungs- und Fachkräften häufig vollständig oder zumindest teilweise selbst verfasst werden.
  • Andererseits gilt aber auch für persönliche Referenzen, dass die Referenzgeber, wie oben empfohlen, sorgfältig ausgesucht und im Vorfeld entsprechend - subjektiv - gebrieft werden.
  • Daher sollten im Idealfall beide "Bewerbungselemente" zweifelsfrei überzeugen.

 

Im Vorstellungsgespräch Referenzgeber nennen

  • In Vorstellungsgesprächen wird dann auch gleichermaßen zu Arbeitszeugnissen und persönlichen Referenzen nachgefragt.
  • Im ersten Fall beispielsweise mit Fragen wie "Warum sind Ihre Zeugnisse so gut?" und im zweiten Fall mit "Wenn ich jetzt Ihren Referenzgeber anrufen würde, was würde er mir über Ihre beruflichen Erfolge, Erfahrungen und Kenntnisse mitteilen?"

 

Fazit: Je höher die von Führungskräften angestrebten Zielpositionen sind, desto wichtiger werden persönliche Referenzen. Überlegen Sie sich im Rahmen Ihrer strategischen Karriereplanung schon heute, wen Sie künftig als Referenzgeber angeben könnten

 

Headhunter Bewerbung: Wechselgrund, Anschreiben, Lebenslauf, Telefoninterview, Vorstellungsgespräch, Management-Audit
Karriere: Wie mache ich Headhunter auf mich aufmerksam?
Headhunter Referenzen: Heute pflegen, morgen nutzen
Headhunter überzeugen: Warum wollen Sie wechseln?
Kurzer Lebenslauf für Headhunter: Vorlagen & Beispiele
Headhunter Interview: Bewerten Sie Ihren Vorstand
Headhunter Vorstellungsgespräch: Welche Fragen stellen Sie?
Management-Audit: Beispiele, 100 Fragen, sinnvolle Vorbereitung
5 Absagegründe, die Ihnen Headhunter verschweigen