Vorstellungsgespräch: Wovor haben Sie am meisten Angst?

Beispiele für gute Antworten auf Fangfragen ✓ Warum fiese Fragen gestellt? ✓ Aus der Filterblase von Journalisten (m/w) ✓

 

Wenn es um Fangfragen, Schockfragen, harte oder fiese Fragen in Vorstellungsgesprächen (hier: 100 Fragen Download kostenlos) geht, blühen insbesondere die Medien richtig auf. Bei unbedarften Bewerberinnen und Bewerbern entsteht dann der Eindruck, dass es in Vorstellungsgesprächen nur noch um Fragen dieser Art geht:

- „Vor welcher Frage haben Sie heute am meisten Angst?“

- „Duschen oder baden Sie lieber?“

- „Was war das größte Risiko, das Sie bisher eingegangen sind?“

 



Es gibt (fast) keine Fangfragen

Als professionelle Bewerbungs- und Karriereberater, die ständig in Kontakt mit Jobwechslern stehen, wissen wir, dass Fangfragen in üblichen Bewerbungsgesprächen nur eine sehr untergeordnete Rolle spielen. Und oft auch gar nicht eingesetzt werden.

Denn im Fokus eines persönlichen Gesprächs steht immer der Abgleich der persönlichen und fachlichen Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle mit den Fähigkeiten, Kenntnissen und Erfahrungen des eingeladenen Bewerbers.

 



Fiese Fragen: 25 Beispiele

Tatsächlich gibt es Fragen, die als überraschend, unangenehm oder fordernd empfunden werden.

Hier reicht es in der Regel, sich einmal grundsätzlich mit dieser Art von Fragen und sinnvollen Antworten auseinanderzusetzen.

Dabei hilft Ihnen unser Artikel: 25 CEO-Fragen im Vorstellungsgespräch an Bewerber und Antworten. Sie erfahren dort, was Sie antworten können, wenn Sie beispielsweise gefragt werden:

- „Was unterscheidet Sie von anderen Bewerberinnen und Bewerbern?“

- „Was war Ihr größter Misserfolg?“

- „Welche drei Fragen haben Sie an mich?“

 



Überraschende Frage, schlagfertige Antwort

Ob Fragen dieser Art überhaupt gestellt werden, hängt aber insbesondere von der zu vergebenden Stelle ab.

Einer künftigen Vertriebsleiterin oder einem künftigen Pressesprecher, die beide in ihrer neuen Stelle sowohl souverän als auch schlagfertig auftreten sollen, werden sicherlich andere Fragen gestellt als einem Zerspanungsmechaniker oder einer kaufmännischen Angestellten.

 



Ihre Antwort auf die Angstfrage

Eine konkrete Antwort auf „Wovor haben Sie am meisten Angst?“ bleiben wir Ihnen natürlich nicht schuldig (hilfreich auch: E-Learnings "Vorstellungsgespräch": allgemein Fachkräfte / Führungskräfte / Top-Manager mit Hunderten von Beispielformulierungen).

Ungünstig wären sicherlich diese ehrlichen Repliken:

- „Dass ich den Job nicht bekomme.“

- „Dass meine Freundin mich verlässt.“

- „Dass ich schwer und schmerzhaft erkranken werde.“

 

Auch wenn alle diese Antworten denkbar, glaubwürdig und realistisch wären, führen sie doch im Einstellungsgespräch nicht wirklich weiter.

Es empfiehlt sich eher, sich als optimistischer, tatkräftiger und konstruktiver Bewerber zu präsentieren. Beispielsweise so:

- „Ich habe eigentlich keine echten Ängste, da ich eher optimistisch eingestellt bin. Wenn es Schwierigkeiten oder Probleme gibt, stelle ich mich diesen Situationen, beispielsweise habe ich … gelöst.“

- „Über Ängste im Allgemeinen oder meine stärkste Angst denke ich eigentlich nicht nach. Natürlich gibt es Situationen wie bedrohliche Krankheiten oder einschneidende persönliche Erlebnisse, die ich weder mir noch anderen wünsche.
Ich bin aber immer gut damit gefahren, mir dann darüber Gedanken zu machen, wenn so eine Situation auftritt, um dann nach Lösungen zu suchen. Es hilft ja nichts, sich vorher schon verrückt vor Angst zu machen.“

 

Christian Püttjer & Uwe Schnierda twitter: karrierecoaches 

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