Lernbereitschaft: In der Bewerbung glaubhaft verdeutlichen

 

  • "Sie sind lernbereit, neugierig und offen für Neues."

  • "Wir suchen einen agilen und flexiblen Mitarbeiter, der die notwendige Lernbereitschaft für unsere umfassende Produktpalette mitbringt."

  • "Sie arbeiten lösungsorientiert und sind in der Lage, sich schnell mit neuen Anforderungen vertraut zu machen."

 

In dem Tempo, in dem sich heutzutage Arbeitsfelder verändern, ist Lernbereitschaft eine zentrale Stärke.

Sich permanent wandelnde Dienstleistungsangebote, Kundenspezifikationen, Arbeitsabläufe, Produkte, Serviceleistungen, gesetzliche Vorgaben und neue Technologien erfordern, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ständig Neues dazulernen.

Bei der Suche nach einem neuen Job ist es auch oft so, dass einzelne Vorgaben aus Stellenprofilen, beispielsweise die Fähigkeit mit einer bestimmten Software umzugehen, nicht ausreichend oder gar nicht erfüllt werden können. Wenn aber die meisten anderen Anforderungen erfüllt werden, ist der Verweis auf die "bewährte" Lernbereitschaft der Joker, mit dem Personalverantwortliche durchaus überzeugt werden können.

Bewerberinnen und Bewerber sollten daher passende Beispiele parat haben, um ihre geistige Flexibilität und Lernbereitschaft im Anschreiben und auch im Bewerbungsgespräch nachvollziehbar zu vermitteln.

 




Motiviert zum Lernen: Wie oft füttern Sie Ihr Gehirn?

Lernbereitschaft wird in Stellenbeschreibungen nicht immer direkt angesprochen und verlangt. In ähnlicher Weise gewünscht wird die für lernende Wissensgesellschaften unerlässliche persönliche Stärke ebenso durch Begriffe wie

  • Aufgeschlossenheit gegenüber neue Entwicklungen,

  • Begeisterung für Innovationen,

  • Bereitschaft und Ausdauer, sich in neue Aufgabenfelder einzuarbeiten,

  • schöpferische Persönlichkeit,

  • starkes Wissensbedürfnis oder auch

  • hohes Interesse an disruptiven Veränderungen.

 

Damit haben Sie bereits einige Ansatzpunkte zur Hand, um Ihre Lernbereitschaft in Ihrer schriftlichen Bewerbung, aber auch in Bewerbungsgesprächen zu verdeutlichen. Lassen Sie sich weiter von unseren Beispielen anregen.

 

Beispiel - Selber Themen gesucht

Ein guter Ansatz, um die eigene Lernbereitschaft zu unterstreichen, sind Themenfelder, die Sie sich in Eigeninitiative erschlossen haben. Überlegen Sie, ob Sie sich in spezielle Bildbearbeitungssoftware, in technische Themen, in steuerliche Fragenstellungen oder in die Dynamik von Gruppenprozessen vertieft eingearbeitet haben.

Wesentlich ist, dass deutlich wird, dass Sie nicht nur "Dienst nach Vorschrift" betreiben, sich also in der Ausbildung, im Studium oder am Arbeitsplatz nur mit den Themen beschäftigen, die Ausbilder, Dozenten oder Vorgesetzte definieren. Erläutern Sie stattdessen, wie Sie sich neues Fachwissen selbstständig angeeignet haben.

 

Beispiel - Mit Frustration und Rückschlägen umgehen

Beim Thema Lernen geht es immer auch um die Eigenmotivation, die Ausdauer und die Fähigkeit, mit Rückschlägen und Misserfolgen umzugehen. Gerade für Personalverantwortliche ist interessant zu hören, wie Sie sich aus Lernblockaden wieder herausgeholt haben und was Sie tun, wenn es trotz großer Anstrengungen mit dem Lernen einfach nicht vorangeht. Beschreiben Sie, wie Sie anspruchsvolle Themen in kleinere Lerneinheiten zergliedern, Lerngruppen mit festen Terminen nutzen oder sich nach Lernerfolgen belohnen.

 

Beispiel - Bereitschaft zum Lernen bei anderen gestärkt

Sie können auch erläutern, wie Sie andere dazu bewegt haben, sich auf neue Themen und Anforderungen einzustellen. Insbesondere angehende Führungskräfte, Projektmanager oder Abteilungsleiter (alle m/w) können darstellen, wie Sie durch Tipps, Hinweise, kleine Schulungen oder Fachvorträge Neugier, Interesse und Lernfähigkeit von Kollegen, Auszubildenden oder Aushilfen gestärkt haben.

Denken Sie hierbei an Sicherheits- und Produktschulungen, die Einführung neuer Software und an interne oder externe Fortbildungen zu Fachthemen jeglicher Art. Verdeutlichen Sie, wie Sie andere motiviert haben, den fachlichen Horizont zu erweitern und selber von den damit verbundenen Diskussionen und dem neuen geistigen Input profitiert haben.

 




So im Lebenslauf beschreiben

Bereits mit dem Anschreiben können Sie verdeutlichen, dass Passivität, Stillstand und Routine keinesfalls Ihrem Selbstbild entsprechen. Im Gegenteil, Sie haben Lust daran, sich weiterzuentwickeln und regelmäßig etwas Neues auszuprobieren und zu lernen. Und diese Taktik sollten Sie in Ihrem Lebenslauf fortführen.

Verdeutlichen Sie Ihre Lernbereitschaft durch entsprechende Schlagwörter, die Sie mit einzelnen beruflichen Stationen verbinden.

Verwenden Sie im Lebenslauf Begriffe wie "freiwilliger Besuch von Workshops zum Thema …", "Besuch der Fachmesse …", "Mitarbeit in der abteilungsübergreifenden Runde zum Thema …", "nachgefragter Ansprechpartner für Kollegen zur … Software" oder "Aufbau und Pflege einer Wissensdatenbank zum Thema … ".

 

Und gehen Sie auch auf weitere gewünschte Stärken ein, beispielsweise

  1. Kreativität,

  2. Eigenmotivation,

  3. Lernbereitschaft (dieser Artikel),

  4. Lösungsorientierung,

  5. Teamfähigkeit,

  6. Zuverlässigkeit,

  7. Verantwortungsbewusstsein,

  8. Einfühlungsvermögen,

  9. Flexibilität oder

  10. Kundenorientierung.

 

Die gleiche Vorgehensweise empfiehlt sich auch für Vorstellungsgespräche, insbesondere dann, wenn Sie nach Ihren persönlichen Stärken gefragt werden.

 

Wie Sie Ihre Lernbereitschaft und weitere gefragte Stärken schriftlich und mündlich glaubwürdig vermitteln, erfahren Sie vertieft auch in unseren digitalen Bewerbungshelfern.

 




Tipps für Fortgeschrittene

Wenn Sie Ihre starke Lernbereitschaft sprachlich unterstreichen möchten, sollten Sie gezielt Adjektive wie

  • hohe,

  • ausgeprägte,

  • hilfreiche,

  • konsequente oder

  • unverzichtbare

verwenden.

Formulieren Sie im Anschreiben oder im Bewerbungsgespräch in dieser Art:

"Meine konsequente Lernbereitschaft hat mir im Berufsalltag immer wieder dabei geholfen, mich sehr schnell in neue Themen und Abläufe einzufinden. Mich spornen neue Aufgaben und Herausforderungen grundsätzlich an. Ich lerne nicht nur gerne, sondern auch schnell und ausdauernd dazu. So habe ich bei meinem letzten Arbeitgeber … "

Weiter ist es nützlich, wenn Sie Beispiele dafür geben können, wie Sie andere dazu bewegt haben, bei Misserfolgen und frustrierenden Erlebnissen nicht gleich aufzugeben. Vielleicht fallen Ihnen Situationen ein, in denen Sie andere durch geduldiges Zuhören wieder aufgebaut und zum Durchhalten und Weiterlernen motiviert haben.

 




Neugierig auf Themen, lernfähig und lernbereit

 

  • Sie können jetzt im Bewerbungsverfahren konkret belegen, dass Sie über eine ausgeprägte Lernbereitschaft verfügen und Ihr Wissen und Ihre Fähigkeiten ständig ergänzen und erweitern.

  • Weiter können Sie Ihre Fähigkeit zur Eigenmotivation, Ihre Frustrationstoleranz und Ihre Ausdauer ergänzend nennen. Denn zum Lernen gehören Rückschläge nun einmal dazu.

  • Und Sie können idealerweise auch Beispiele dafür geben, wie Sie Menschen in Ihrem beruflichen oder privaten Umfeld dazu motiviert haben, sich mit neuen Herausforderungen und Ideen produktiv auseinanderzusetzen.

 

Um Sie im Bewerbungsprozess zu motivieren und zu unterstützen, empfehlen wir Ihnen unsere digitalen Bewerbungshelfer (PDF-Downloads). Und stehen Ihnen bei Bedarf auch gerne mit unseren telefonischen Beratungsangeboten zur Verfügung.

Christian Püttjer & Uwe Schnierda twitter: karrierecoaches 

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