Wie hoch ist Ihr aktuelles Gehalt? Lügen erlaubt?

Von Püttjer - Schnierda

Dürfen Sie lügen, wenn Ihnen im Vorstellungsgespräch die Frage "Wie hoch ist Ihr momentanes Gehalt?" gestellt wird?

  • Wie können Sie die Frage nach der Gehaltshöhe taktisch beantworten?

  • Was kann passieren, wenn Sie lügen und die Unwahrheit sagen?

  • Warum sollten Sie mit Ihren Angaben bei flexiblen Gehaltsbestandteilen sehr vorsichtig sein?

 

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Darf ich bei der Gehaltshöhe lügen?

Grundsätzlich sind Sie im Bewerbungsverfahren schon sehr weit gekommen, wenn es um die Gehaltsfrage geht.

Immerhin haben Ihre Bewerbungsunterlagen überzeugt und Sie befinden sich jetzt in einem Telefoninterview, einem Video-Interview oder einem persönlichen Vorstellungsgespräch.

Dieses Zwischenfazit ist sehr wichtig und nützlich. Denn Sie haben mit Ihrem inhaltlichen Profil überzeugt - und befinden sich deshalb in einer guten Verhandlungsposition.

Rufen Sie sich grundsätzlich vor Vorstellungsgesprächen immer erst selbst Ihre Erfahrungen mit beruflichen Aufgaben, Ihre Fach- und Branchenkenntnisse, Ihre besonderen Leistungen, Resultate und Erfolge und Ihre Stärken ins Gedächtnis, um mit diesen Einstellungsargumenten Recruiter zu überzeugen.

 




Lügen nicht immer erlaubt

Aus verschiedenen und stichhaltigen Gründen ist das Lügen über die Gehaltshöhe keinesfalls zu empfehlen.

  1. Vertrauensbasis beschädigt oder zerstört: Selbst wenn Sie damit im Vorstellungsgespräch durchkommen, kann Ihnen in der Probezeit schnell gekündigt werden.

  2. Provisionen und Erfolgsprämien: Lügen Mitarbeiterinnen im Sales, technische Vertriebsmitarbeiter oder Key-Account-Manager über die Höhe von Provisionen und flexiblen Erfolgsbestandteilen des Gehalts, könnten Arbeitgeber mit Verweis auf eine arglistige Täuschung den Arbeitsvertrag kündigen.

  3. Überflüssig: Oft wollen künftige Arbeitgeber nur erfahren, ob Sie Ihren Marktwert kennen und realistisch einschätzen. Dann ist eine Lüge bei der Frage nach dem aktuellen Gehalt im Prinzip unnötig und damit überflüssig.

 




Ablenkungsmanöver: Klappt oft

Selbstbewusste Bewerberinnen und Bewerber können auch diplomatich und ausweichend antworten.

Dabei gibt es verschiedene Ansatzpunkte.

Berufen Sie sich auf eine Verschwiegenheitsklausel, argumentieren Sie von der neuen Stelle her oder thematisieren Sie ganz selbstbewusst einen Gehaltssprung, ohne den Sie nicht bereit sind, überhaupt die Stelle zu wechseln.

  • "Ich habe bei meinem Arbeitgeber eine Verschwiegenheitsklausel zu firmeninternen Zahlen und Fakten unterschrieben. Soweit ich weiß, fällt auch meine Gehaltshöhe darunter. Daher kann ich die Frage nicht beantworten."

  • "Ehrlich gesagt, ist mein momentanes Gehalt viel zu niedrig. Auch deswegen möchte ich ja wechseln."

  • "Das mein aktuelles Gehalt niedriger als in der Zielposition ist, ist klar. Schließlich geht es jetzt um eine Position mit deutlich mehr Mitarbeiterverantwortung. Mein Zielgehalt beträgt daher ..."

  • "Ich habe mich im Internet über die übliche Gehaltshöhe informiert und dabei meine Berufserfahrung berücksichtigt. Sehr häufig wird eine Gehaltsspanne von 45.000,- bis 53.000,- EUR Brutto-Jahresgehalt genannt. In diesem Rahmen liege ich ebenfalls."

 




Gehaltsbestandteile kennen und nutzen

Im Einzelnen bestimmt sich Ihre Gehaltshöhe nach Ihrer beruflichen Erfahrung, Ihren belegbaren Erfolgen, Ihrer Ausgangsposition, Ihrer Zielposition, Ihrer Branche oder der Größe des Unternehmens.

Auch die Region spielt eine große Rolle. In München, Berlin oder Hamburg wird anders bezahlt als in Flensburg, Rostock oder Erfurt.

Rufen Sie sich in einem ersten Schritt in Erinnerung, was Sie aktuell verdienen. Überlegen Sie sich dann, was Sie künftig verdienen möchten.

Denken Sie immer daran, einen notwendigen Verhandlungsspielraum einzuplanen. Mit Maximalforderungen und einer starren Verhandlungsposition kommen Sie bei der Klärung der Gehaltsfrage sicherlich nicht weiter.

 

Gehaltsbestandteile: Übersicht

  • Fixes Gehalt

  • Provisionen und Erfolgsprämien (abhängig vom individuellen Arbeitserfolg)

  • Bonuszahlungen (abhängig vom Abteilungs- oder Unternehmenserfolg)

  • Urlaubsgeld

  • Weihnachtsgeld

  • zusätzliche betriebliche Altersvorsorge

  • Dienstwagen

  • Bahncard

  • Aktien des Unternehmens

  • Weiterbildungen

  • Kinderbetreuung im Unternehmen oder Zuschüsse

  • Smartphone oder Notebook zur privaten Nutzung

  • Mitarbeiterrabatte

  • Zuschüsse für Fitnesskurse

  • Firmenkantine oder Essenszuschüsse

 

Jetzt haben Sie schon viele Ansatzpunkte dafür, wie Sie Ihren Gehaltswunsch in Vorstellungsgesprächen selbstbewusst vertreten können.

  1. Telefoninterview

  2. Video-Interview

  3. Selbstpräsentation

  4. 10 häufigste Fragen im Vorstellungsgespräch

  5. strukturiertes Job-Interview

  6. kompetenzbasiertes Interview

  7. eigene Fragen an neue Arbeitgeber

 

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Gehaltswunsch und persönliche Stärken

Wenn es um Ihr künftiges Gehalt geht, spielen Ihre Erfahrungen und Ihre Stärken immer eine große Rolle.

Beeindrucken Sie neue Arbeitgeber damit, was Sie künftig fürs Unternehmen leisten werden. Schildern Sie ausgewählte Erfolge und betonen Sie dabei auch die Stärken, die Sie kennzeichnen.

Beispielsweise Ihre ausgeprägte Kundenorientierung, Ihre überdurchschnittliche Belastbarkeit oder Ihr unternehmerisches und strategisches Denken.

Nutzen Sie alle Einstellungsargumente, die für Sie sprechen.

 

  1. Ergebnisorientierung

  2. Lösungsorientierung

  3. Lernbereitschaft

  4. Belastbarkeit

  5. interkulturelle Kompetenz

  6. Kommunikationsstärke

  7. Begeisterungsfähigkeit

  8. Durchsetzungsstärke

  9. Innovationskultur

  10. Prozessmanagement

  11. effizientes Delegieren

  12. analytisches Denken

  13. komplexes Denken

  14. strategisches Denken

  15. unternehmerisches Denken

  16. zügiges Entscheiden

  17. Risikobereitschaft

  18. Gestaltungswille

  19. Veränderungsbereitschaft

  20. Hands-on-Mentalität

 

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Immer im Blick: Die wichtigsten Fragen

Nicht nur die Frage nach Ihrem momentanen Gehalt sollten Sie im Vorstellungsgespräch überzeugend beantworten.

Verdeutlichen Sie mit Ihren Antworten auf andere Fragen umfassend, welche Aufgaben Sie gerne erledigen und in welchen Arbeitsfeldern Sie zur Höchstform auflaufen. Machen Sie klar, dass Sie Ihre Stärken gezielt einsetzen, um vorgegebene Ziele, Resultate und Ergebnisse zu erreichen.

Schließlich verfügen Sie schon über einige Jahre Berufserfahrung und brauchen nicht als Bittsteller aufzutreten.

Gehen Sie selbstbewusst in Vorstellungsgespräche und verdeutlichen Sie, was Sie gerne machen - und was eher nicht.

Aus unserer über 25-jährigen Beratungstätigkeit wissen wir, dass diese Fragen immer wieder gestellt werden.

  1. Warum haben Sie sich bei uns beworben?

  2. Erzählen Sie etwas über sich!

  3. Warum wollen Sie unbedingt bei uns arbeiten?

  4. Warum haben Sie sich für gerade diesen Beruf entschieden?

  5. Warum sollten wir Sie gerade Sie einstellen?

  6. Was können Sie zum künftigen Unternehmenserfolg beitragen?

  7. Wo sehen Sie Ihre Stärken?

  8. Und wo Ihre Schwächen?

  9. Was unterscheidet Sie von anderen Bewerberinnen und Bewerbern?

  10. Warum wollen Sie im Vertrieb arbeiten?

  11. Warum wollen Sie in der Logistik arbeiten?

  12. Warum wollen Sie Führungskraft werden?

  13. Welche Stärken und Kompetenzen zeichnen Sie als Führungskraft aus?

 

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Verfolgen Sie mit Ihren Antworten das Ziel, dass Ihre Eignung für die ausgeschriebene Stelle klar wird.

Sorgen Sie aber auch dafür, dass Ihre Passung ins Team und zum Unternehmen erkennbar wird.

 

Gut vorbereitet: Nutzen Sie unsere hilfreichen E-Learnings Vorstellungsgespräch, die wir direkt aus unseren Bewerbungscoachings heraus entwickelt haben.

Sie bekommen Beispiele, strategische Tipps und zahlreiche Formulierungen für glaubwürdige Antworten.

Gerne beraten Sie auch telefonisch oder bereiten Sie persönlich auf Gespräche mit neuen Arbeitgebern vor.