Stellenwechsel begründen ▷9 Beispiele + SO formulieren + antworten

Von Püttjer - Schnierda

Wie erklären Sie Ihren ständigen Ärger mit dem Chef? Ihre Langeweile im momentanen Job? Oder Ihren täglichen Frust mit nervigen Kollegen?

 

Dass die tatsächlichen Gründe für einen Stellenwechsel mit denen, die Sie in einem Vorstellungsgespräch oder Telefoninterview nennen sollten, häufig nicht übereinstimmen wissen oder ahnen zumindest die meisten Bewerberinnen und Bewerber.

Aber wie können Sie Ihren Stellenwechsel im Bewerbungsgespräch glaubwürdig formulieren?

 

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BEISPIELE Stellenwechsel: 9 Gründe + Formulierungen

Beispiele: Stellenwechsel begründen

  1. Grund Erfahrungen "Ich möchte jetzt die Erfahrungen aus ...

  2. Grund Gehalt "Ich möchte einen Gehaltssprung realisieren, weil ...

  3. Grund besseren Job finden "Ihr innovatives Unternehmen kenne ich schon länger, daher ...

  4. Grund Branche "Es ist kein Geheimnis, dass meine aktuelle Branche leider ...

  5. Grund Aufstieg "Als Projektmanagerin habe ich mich beworben, weil ...

  6. Grund Umzug "Ich wechsle in Ihre Region und verfüge über ...

  7. Grund Eigenkündigung "Ich habe selber gekündigt, weil ...

  8. Grund Arbeitgeberkündigung "Es gibt Entlassungen, weil ...

  9. Grund nerviger Chef "Ehrlich gesagt, komme ich mit meinem neuen Vorgesetzten ...

 

Orientieren Sie sich an den Formulierungen, die wir mit unseren Kunden im Bewerbungscoachings erarbeiten. Es kommt darauf an, die richtige Mischung aus Offenheit und Taktik zu wählen, die ja auch von der tatsächlichen Wechselmotivation abhängt.

Beispielsweise ist eine wirtschaftliche Schieflage des momentanen Arbeitgebers leichter zu erklären als ständiger Streit mit dem Chef oder den "lieben" Kollegen.

Aber auch Langeweile und Unterforderung dürfen nicht allzu offen kommuniziert werden, da hier die Gefahr besteht, sich selbst in ein schlechtes Licht zu rücken.

 




Stellenwechsel BESSER begründen: CLEVER antworten

Trainieren Sie, Ihren Stellenwechsel besser zu begründen.

Damit meinen wir, dass Sie immer im Hinterkopf behalten sollten, dass der Grund für Ihren Wechsel eigentlich eher nachrangig ist. Denn im Vordergrund steht für neue Arbeitgeber immer die Beantwortung dieser zentralen Fragen.

 

Künftiger Nutzen wichtiger als Wechselgrund

 

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Neue Arbeitgeber möchten aber vermeiden, neue Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter einzustellen, die womöglich konfliktorientiert, destruktiv oder problemzentriert sind.

Coachingtipp: Üben Sie gezielt und schnell zwischen negativ gefärbten Informationen und positiven Einstellungsargumenten zu wechseln.

Viele Bewerberinnen und Bewerber verharren ungewollt in Negativkommunikation, weil sie hierin nicht geübt sind.

Machen Sie es besser, orientieren Sie sich an den hier aufgeführten Positivbeispiele durch, um die Gründe für Ihren Stellenwechsel glaubwürdig zu begründen.

 

1. Stellenwechsel Insolvenz

Tatsächlicher Grund: Ihre Firma steht kurz vor der Insolvenz.

Diplomatische Antwort: „Ich habe viele Jahre erfolgreich und gerne für meinen Arbeitgeber gearbeitet. Leider war die Entwicklung am Markt in den letzten Monaten eher schwach. Deshalb habe ich mich entschieden, meine umfangreichen Branchenkenntnisse und Erfahrungen künftig bei einem neuen Arbeitgeber einzubringen.“

 

2. Stellenwechsel "cholerischer Chef"

Tatsächlicher Grund: Ihr Chef ist cholerisch und mobbt Mitarbeiter permanent aus der Firma.

Diplomatische Antwort: „Mir persönlich ist sowohl meine eigene Arbeit wichtig, aber auch, dass die Abteilungen zusammen an einem Strang ziehen. So kenne ich es auch aus meinen vorherigen Arbeitsverhältnissen.

Leider funktioniert diese gemeinsame Zielsetzung bei meinem momentanen Arbeitgeber nicht, was ich bedauerlich finde. Deshalb suche ich nun eine neue Stelle in einer Firma, in der der Zusammenhalt deutlich stärker ausgeprägt ist.“

 

3. Stellenwechsel "nervige Kollegen"

Tatsächlicher Grund: Ihre Kollegen machen nur noch Dienst nach Vorschrift und ersticken jedes Engagement.

Diplomatische Antwort: „An meinem alten Arbeitsplatz arbeiten die Kollegen eher nebeneinander her. Das ist mir aber zu wenig.

Ich brauche für meine Motivation das Gefühl, dass ich mit dem Team zusammen etwas erreichen kann. Und ich habe den Eindruck, dass dieses Teamgefühl bei Ihnen mehr gelebt wird.“

 

4. Stellenwechsel "Stillstand der Firma"

Tatsächlicher Grund: Die Produkte Ihres Arbeitgebers sind nicht mehr wettbewerbsfähig.

Diplomatische Antwort: „Mir sind Veränderungen und Innovationen, die zu neuen Produkten führen, wichtig. Schließlich kann sich keine Firma mehr auf den erreichten Lorbeeren ausruhen.

Ich habe den Eindruck, dass in Ihrer Firma eine echte Innovationskultur gelebt und marktfähigen Zukunftsprodukten mehr Raum gegeben wird. An diesen innovativen Produkten möchte ich gerne intensiv mitarbeiten.“

 

5. Stellenwechsel "Langeweile im Job"

Tatsächlicher Grund: Ihre täglichen Arbeitsaufgaben langweilen Sie schon seit Monaten.

Diplomatische Antwort: „In den letzten Jahren habe ich mir an meinem Arbeitsplatz umfangreiche Erfahrungen in den Bereichen A, B und C angeeignet.

Weiter hatte ich die Möglichkeit Kollegen in deren Urlaubszeit und im Krankheitsfall zu vertreten und bin dadurch mit den Aufgabenbereichen D und E stärker in Berührung gekommen.

Jetzt möchte ich meine umfangreichen Kenntnisse und Erfahrungen bei Ihnen gebündelt in die neue Stelle einbringen.“

 




DIESE Fragen zum Grund des Stellenwechsels

In Telefoninterviews, persönlichen Vorstellungsgesprächen oder zeitgemäßen Video-Interviews werden Sie ganz direkt gefragt: "Warum wollen Sie eigentlich die Stelle wechseln?"

Rechnen Sie weiter damit, dass Ihnen indirekte und psychologische Fragen gestellt werden, um die Gründe für den Wechsel der Arbeitsstelle umfassender zu hinterfragen.

 

Fragen: Warum Stelle wechseln

  1. Warum haben Sie noch keine neue Stelle gefunden?

  2. Was ist Ihre eigentliche Wechselmotivation?

  3. Was gefällt Ihnen in Ihrem momentanen / letzten Job am wenigsten?

  4. Was war Ihr größter Misserfolg?

  5. Wo sehen Sie Ihre größte Schwäche?

  6. Was würde Ihr momentaner Vorgesetzter über Sie sagen?

  7. Welche drei positiven Charaktereigenschaften fehlen Ihnen?

  8. Wo sehen Sie Ihre Stärken?

  9. Und wo Ihre Schwächen?

  10. Was stört Sie an anderen Menschen?

  11. Wie gehen Sie mit schwierigen Kollegen um?

  12. Was macht Sie wütend?

  13. Schwierige Fragen: 44 Beispiele

 

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Beantworten Sie Fragen zu Konflikten mit Kollegen, zu Problemen mit Vorgesetzten oder zu persönlichen Krisen taktisch, also nicht zu detailliert.

Idealerweise richten Sie den Blick immer wieder schnell nach vorne.

Begründen Sie Ihren Stellenwechsel immer auch mit Bezug auf die Kenntnisse, Erfolge, Resultate, Erfahrungen aus der alten Stelle, die auch für die neue Stelle wichtig sind.

Hierbei helfen Ihnen unsere PDF-Downloads für Selbstpräsentationen und unsere E-Learnings Vorstellungsgespräch.

 




SONDERFALL: internen Stellenwechsel begründen

Oft ist auch eine geschickte Begründung für einen internen Stellenwechsel wichtig und nötig.

Gute Ausgangslage: Wenn Sie intern nach einigen Jahren gute Mitarbeiter aufsteigen, ist dieser interne Wechsel nicht schwierig. Sie haben schließlich mit erstklassigen Leistungen überzeugt.

Problemlage: Es kommt in der beruflichen Praxis aber häufig vor, dass eine interne Bewerbung beabsichtigt wird, weil

  • der Abteilungsleiter ein Vollpfosten ist,

  • die Projektleiterin chaotisch und planlos agiert,

  • das Team völlig zerstritten ist,

  • es einen jahrelangen Streit mit einem Kollegen gibt, der sich immer weiter zuspitzt oder

  • weil der tägliche Kontakt mit den Kunden nur noch nervt.

 

Auch wenn ihr internes berufliches Umfeld um im Groben um die jeweilige Problematik weiß, sollten Sie Ihren Wechsel auch hier clever und taktisch begründen.

Halten Sie den Ball flach, vermeiden Sie also einseitige Schuldzuweisungen oder detaillierte Problemschilderungen.

Machen Sie es, wie oben dargestellt: Richten Sie den Blick immer nach vorne, auf die künftigen Aufgaben.

Arbeiten Sie zu diesem Zweck gerade auch für die Begründung Ihres internen Stellenwechsels eine überzeugende Selbstpräsentation mit guten Wechselargumenten aus.

 

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PROBLEM: SEHR häufige Wechsel erklären

Tatsächlich wechseln manche Bewerberinnen oder Bewerber sehr häufig die Stelle.

Und unterliegen bei jedem weiteren Wechsel einem stark erhöhten Begründungsbedarf.

Nutzen Sie für Ihre Antwort auf die Stressfrage "Warum haben Sie so oft gewechselt?" unsere erprobte "Ja, leider ..."-Antwortstrategie.

 

Coachingtipp: Ja, leider-Technik

In unseren Bewerbungscoachings haben wir gute Erfahrungen damit gemacht, die "Ja, leider"-Technik bewusst einzusetzen.

Stimmen Sie der HR-Mitarbeiterin, dem Headhunter oder der Recruiterin zunächst zu. Und begründen Sie erst dann Ihre häufigeren Wechsel detaillierter.

  • "Ja, leider habe ich in den letzten zwei Jahren dreimal den Job gewechselt, allerdings ist der erste Arbeitgeber in Insolvenz gegangen. Danach wollte ich nicht längere Zeit arbeitslos sein und ... und dann passierte zu allem Unglück auch noch ..." Andererseits habe ich davor ..."

 

In Fällen dieser Art erweisen sich ausweichende Antworten oder langatmige Erklärungsversuche oft als kontraproduktiv.

Bestätigen Sie einfach, dass die Ausgangsituation nicht wirklich für Sie spricht. Begründen Sie dann kurz die häufigen Stellenwechsel (hier: 9 Beispiele).

Und verweisen Sie auch hier auf Ihre Erfahrungen, Kenntnisse und Stärken, die bestens zum neuen Job passen.

 

Für Ihre Bewerbungsgespräche wünschen wir Ihnen viel Erfolg!

 

Gerne beraten wir Sie auch telefonisch, online (Zoom) oder bereiten Sie persönlich auf Gespräche mit interessanten Arbeitgebern vor.