Kündigung im Vorstellungsgespräch glaubwürdig erklären

Kündigungsgründe im Vorstellungsgespräch ✓ eigene Kündigung erklären ✓ sachliche Gründe finden ✓ taktisch und glaubwürdig ✓

 

Wie erklären Sie Kündigungsgründe im Vorstellungsgespräch richtig? Was antworten Sie, wenn Arbeitgeber Ihnen gekündigt haben? Und wie begründen Sie eine eigene Kündigung?

In unserer Beratungspraxis helfen wir Bewerberinnen und Bewerbern schon seit mehr als 20 Jahren dabei, in Vorstellungsgesprächen mit Einstellungsargumenten zu überzeugen - und Brüche im beruflichen Werdegang, zu denen auch Kündigungen zählen, glaubwürdig darzustellen.

 



Bewerbungsgespräch: Warum hat man Ihnen gekündigt?

Grundsätzlich wird in Vorstellungsgespräch gerne zu Auffälligkeiten, Besonderheiten, Krisen oder Brüchen in der beruflichen Entwicklung nachgefragt. Hierzu zählen beispielsweise:

 

- Ausbildungsabbruch oder -wechsel
- Studienabbruch oder -wechsel
- Kündigung in der Probezeit durch Arbeitgeber
- Kündigung in der Probezeit durch Arbeitnehmer
- Kündigung nach einigen Jahren Berufstätigkeit durch Arbeitgeber
- Kündigung nach einigen Jahren Berufstätigkeit durch Arbeitnehmer
- erklärungsbedürftiger Branchenwechsel, beispielsweise aus Reisebranche in IT-Branche
- erklärungsbedürftiger Jobwechsel, beispielsweise aus Job im Vertrieb in einen Job in der Logistik
- Wechsel vom Angestelltenverhältnis in Phase der Selbstständigkeit
- Rückkehr aus freiberuflicher Tätigkeit/Freelancer in festes Angestelltenverhältnis
- Kündigung des Arbeitsvertrags und anschließender regionaler Wechsel, beispielsweise von Hamburg nach München
- Eine oder mehrere Phasen von Arbeitslosigkeit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Personalmitarbeiter in den Firmen, externe Personalberater, künftige Fachvorgesetzte oder Geschäftsführer fragen in Vorstellungsgesprächen zunächst nach den bisherigen Aufgabenfeldern und Tätigkeiten.

Sie fragen aber auch nach den Gründen für allzu auffällige Veränderungen, schließlich will kein neuer Arbeitgeber "die Katze im Sack kaufen". Deshalb ist es unverzichtbar, dass Bewerberinnen und Bewerber bohrende Nachfragen gleichermaßen taktisch und glaubwürdig beantworten.

 



Überlegte Antworten und Formulierungen helfen

Es ist kein Geheimnis, dass mittlerweile sehr viele Lebensläufe eine oder mehrere dieser "Auffälligkeiten" enthalten. Beispielsweise weil der alte Arbeitgeber in wirtschaftlich schwieriges Fahrtwasser geraten war und betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden mussten. Oder weil ein Bewerber wegen einer neuen Partnerin umgezogen war und sich am neuen Wohnort auch einen neuen Arbeitsplatz gesucht hatte.

Es kommt aber auch vor, dass es mit dem neuen Arbeitgeber einfach nicht geklappt hat, weil die zwischenmenschliche Chemie nicht stimmte. Eine damit verbunde Kündigung in der Probezeit muss dann häufig in späteren Vorstellungsgesprächen erläutert werden.

 



Vorurteile im Vorstellungsgespräch entkräften

Entkräften Sie Vorurteile, die man Ihnen eventuell entgegenbringt, von sich aus. Wenn Sie beispielsweise wegen einer Kündigung in der Probezeit angesprochen werden, sollten Sie zunächst klar bejahen, dass diese Kündigung durch den Arbeitgeber oder Sie selbst erfolgt ist. Wechseln Sie dann thematisch zu dem davorliegenden Arbeitsverhältnis, das üblicherweise mehrere Jahre gedauert hat.

Betonen Sie, dass Sie in der alten Stelle viele Jahre sachorientiert gearbeitet, Ihre Aufgaben erfolgreich erledigt und gerne gemeinsam mit den Kollegen im Team zusammengearbeitet haben.

Im nächsten Schritt erklären Sie, dass die Sachorientierung in der anschließenden beruflichen Position leider nicht gegeben war,

- weil es Spannungen zwischen Abteilungen gegeben hat,
- weil die Firma plötzlich Arbeitsplätze abbauen musste,
- weil die Niederlassung auf Wunsch der Zentrale aufgelöst wurde,
- weil notwendige Arbeitsinformationen permanent nicht weitergegeben wurden oder
- weil die Produkte Qualitätsmängel enhielten, um deren Beseitigung sich niemand kümmern wollte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 



So überzeugen konstruktive Bewerber im persönlichen Gespräch

Anhand der aufgeführten Beispiele erkennen Sie, dass wir "echte" persönliche Spannungen, beispielsweise mit dem neuen Chef, mit den neuen Kollegen oder mit Kunden, nicht erwähnt haben. Und zwar ganz bewusst.

Diese Vorgehensweise empfehlen wir auch Ihnen. Stellen Sie sachliche Gründe, die zu einer Kündigung geführt haben in den Vordergrund und verzichten Sie auf persönliche Schuldzuweisungen an andere, selbst wenn dies eigentlich gerechtfertigt wäre.

Auch wenn nicht Sie gekündigt haben, sondern die Firma Ihnen gekündigt hat, können Sie die vorgestellte Strategie für sich nutzen. Bleiben Sie bei den sachlichen Gründen und führen Sie dann aus, dass Sie mit der Firma überein gekommen sind, das Arbeitsverhältnis aufzulösen, weil die Passung einfach nicht gegeben war.

Schließlich waren Sie eine andere, nämlich lösungsorientierte und konstruktive, Zusammenarbeit vom vorherigen Arbeitgeber her gewohnt. Und dieses produktive Miteinander möchten Sie nun in der neuen Position beruflich wieder voll ausleben.

 

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Christian Püttjer & Uwe Schnierda twitter: karrierecoaches 

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