Was verstehen Sie unter Teamfähigkeit? gute Formulierungen

 

Teamfähigkeit in der Bewerbung: Beispiele erfragt

 

  • Können Sie uns bitte ein Beispiel für Ihre Teamfähigkeit geben?

  • Was mögen Sie an Kolleginnen und Kollegen gar nicht?

  • Was bedeutet Teamarbeit für Sie?

  • Arbeiten Sie lieber allein oder im Team?

  • Welche drei Eigenschaften von Arbeitskollegen bringen Sie auf die Palme?

     

    In jeder Stellenanzeige für Fachkräfte, Quereinsteiger, Hochschulabsolventen und Auszubildende wird sie eingefordert, in den meisten Anschreiben wird sie als Einstellungsargument erwähnt. Die Rede ist von der "Teamfähigkeit".

    Dass es ohne diese Stärke in keinem Projekt, keiner Abteilung, keiner Filiale, keiner Niederlassung und keinem Unternehmen geht, ist offensichtlich. Spezialisierung, Regionalisierung und Internationalisierung innerhalb von Produktions- und Dienstleistungsprozessen fordern einen immer intensiveren Austausch aller Beteiligten.

    Dennoch kommen in Vorstellungsgesprächen so manche Bewerberinnen und Bewerber ins Schwitzen, wenn sie gefragt werden, was sie eigentlich selber unter Teamfähigkeit verstehen und ob sie Beispiele dafür geben können. Wie überzeugen Sie hier?

     



    Bewerbung: Frustriert wegen Problemen im Team

    In unserer Beratungspraxis hören wir regelmäßig von den Problemen in Abteilungen und Teams, die letztendlich dazu führen, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kündigen und sich einen neuen Arbeitsplatz suchen.

     

    Beklagt wird häufig, dass im Team beim momentanen Arbeitgeber

    • Termine nicht eingehalten werden,

    • Informationen nicht ausgetauscht werden,

    • zugesagte Aufgaben nicht erledigt werden,

    • kein Zusammenhalt herrscht,

    • Probleme nicht offen angesprochen werden,

    • Missgunst und Neid verbreitet sind,

    • Gerüchte gestreut werden und insbesondere auch

    • einzelne Mitglieder ausgegrenzt und gemobbt werden.

     

    Sonderfall: Mobbing im Team

     

    In manchen Teams gibt es nicht nur Probleme, Konflikte und Streitigkeiten, sondern regelrechtes Mobbing.

    Beim Mobbing im Team wird ein Teammitglied über einen längeren Zeitraum gezielt und systematisch

    • schikaniert,

    • ausgegrenzt,

    • respektlos behandelt,

    • verbal oder nonverbal bedroht oder

    • durch Gerüchte im Ruf beschädigt.

    Häufig ist das Ziel der Täter (Mobber), dass der oder die Gemobbte kündigt und das Unternehmen verlässt.

    Coachingtipp: Wenn Sie wegen Mobbing einen neuen Arbeitsplatz suchen, sollten Sie überlegen, ob Sie im Bewerbungsgespräch lieber von fehlendem Zusammenhalt oder mangelndem Interesse an Sachlösungen oder unproduktiven Blockbildungen zwischen Abteilungen reden sollten.

    Sie thematisieren auch auf diese Weise gute Gründe, um eine Firma zu verlassen, vermeiden aber das Wort Mobbing.

    Unserer Erfahrung nach ist dies im Bewerbungsverfahren empfehlenswerter.

     



    Überforderte Führungskräfte und destruktive Teams

    Wer darauf hofft, dass die eigentlich zuständigen Führungskräfte die Probleme in der Abteilung, in der Projektgruppe oder im Arbeitsteam ansprechen und lösen werden, kann oft lange warten. Denn nicht wenige eigentlich Verantwortliche fühlen sich mangels ausgeprägter Führungskompetenz häufig selbst überfordert.

    Manche Vorgesetzte verfügen nicht über die notwendigen Antennen, um Konflikte rechtzeitig zu erkennen. Andere sind nicht in der Lage, klare Regeln im Umgang miteinander zu definieren und gegebenenfalls auch durchzusetzen.

     

    Von guten Teams lernen

     

    Dennoch gibt es hochmotivierte, leistungsstarke und agile Teams, in denen sich die Teammitglieder gut aufgehoben fühlen. Und von diesen starken Arbeitsgemeinschaften können Sie doppelt lernen.

    Zum einen, um in Vorstellungsgesprächen direkte und indirekte Fragen nach Ihrer Teamfähigkeit aussagekräftig und glaubwürdig zu beantworten.

    Und zum anderen, um zu analysieren, wie sie selber in Ihrem Team Einfluss darauf nehmen können, dass die Zusammenarbeit in Zukunft etwas freundlicher, reibungsloser und ergebnisorientierter als bisher verläuft.

     



    Ideale Teams: Ansatzpunkte und Lösungswege

    Bitte nehmen Sie nicht gleich eine innerliche Abwehrhaltung ein, wenn wir Ihnen jetzt zehn Aspekte erfolgreicher Teams vorstellen.

    Auch wir wissen, dass es sich hier um einen anzustrebenden Idealzustand handelt. Und Ideale lassen sich nicht von heute auf morgen verwirklichen, sind aber dennoch wichtig, um einen anderen und hoffentlich besseren Weg anzustreben.

     

    Kennzeichen erfolgreicher Teams

     

    1. Ziele und die dazugehörigen Teilziele werden im Team klar abgesprochen und benannt.

    2. Die Teammitglieder stimmen sich auch mit Terminen ab, die sie in der Regel einhalten.

    3. Alle Teammitglieder wissen, dass Auseinandersetzungen, Probleme und Streitigkeiten beispielsweise unter Zeitdruck, knappen Budgets oder Personalmangel durch Krankheit oder Urlaub auftreten können.

    4. Daher werden gelegentlich auftretende Konflikte offen angesprochen und es wird gemeinsam nach Lösungen gesucht.

    5. Die Teamkommunikation erfolgt möglichst offen und ehrlich, dabei aber auch respektvoll und lösungsorientiert.

    6. Leistungen des Teams werden ebenso gewürdigt wie die Leistungen einzelner.

    7. Die Funktion der Teamleiterin beziehungsweise des Teamleiters als Moderatorin beziehungsweise Moderator für Aufgaben und zwischenmenschliche Auseinandersetzungen wird akzeptiert.

    8. Die Teammitglieder wissen und akzeptieren, dass jeder einzelne über unterschiedliche Stärken, Arbeitsweisen, Vorlieben, Fachkenntnisse, Erfahrungen und Perspektiven verfügt.

    9. Ebenso wird berücksichtigt, dass jeder einzelne unterschiedliche Schwächen, Abneigungen, Grenzen, Selbstzweifel und Desinteressen hat.

    10. Jeder im Team bemüht sich, Arbeitsaufgaben und Projekte in seinem Arbeitsfeld mit vollem Einsatz zu erledigen und zu erreichen.

     



      Beispielantwort - Das verstehe ich unter Teamfähigkeit

      Mit den aufgelisteten "Zehn Kennzeichen erfolgreicher Teamarbeit" haben Sie es jetzt in Vorstellungsgesprächen deutlich leichter, wenn Sie zu Ihrer Teamfähigkeit befragt werden.

      Sie werden keine oberflächliche Antwort geben wie "Darunter verstehe ich eine gute Zusammenarbeit.", sondern für mehr Substanz sorgen, indem Sie mehrere Teilaspekte eines produktiven Miteinanders betonen.

       

      Beispielantwort Teamfähigkeit

       

      "Unter Teamfähigkeit verstehe ich, dass die Teammitglieder offen und respektvoll miteinander zusammenarbeiten, um die angestrebten Ziele gemeinsam zu erreichen.

      Dabei finde ich es wichtig, dass Aufgaben und Zuständigkeiten gemäß der Stärken und Erfahrungen der Teammitglieder verteilt werden. Schließlich hat jeder seine Stärken, aber auch seine Grenzen in seinem Aufgabenfeld.

      Besonders wichtig ist mir auch, dass ein Verständnis dafür besteht, dass beispielsweise in Schlussphasen von wichtigen Projekten die Nerven durchaus einmal blank liegen können, weil die Terminvorgaben doch oft sehr knapp sind.

      Gerade dann hilft es, nicht jedes Wort auf die Goldwaage zu legen, sondern engagiert bis zum Schluss zu bleiben."

      Und im Idealfall werden Sie herausarbeiten, was Sie beim momentanen Arbeitgeber oder auch bei früheren selbst dafür getan haben, dass gelegentlich aufkommende Probleme und Konflikte im Team frühzeitig erkannt, benannt und gelöst wurden.

      Wie Sie auf Fragen nach Ihren persönlichen Stärken und Schwächen und Ihrem künftigen Beitrag zum Erfolg der Firma überzeugend antworten, erfahren Sie in unseren digitalen Bewerbungshelfern.

       

      Direkt aus unserer Coachingpraxis: Ihr Online-Training Vorstellungsgespräch

      Nur bei uns mit Bezug auf verschiedene Berufsfelder und Beispielantworten

       

      Nutzen Sie unsere Online-Trainings Vorstellungsgespräch, um Formulierungen, Anregungen und Beispiele für eine überzeugende Darstellung Ihrer Stärken zu bekommen.

      Und auch Fragen nach Ihrem Wechselgrund, Ihren Schwächen, Ihrem Umgang mit Kollegen und Chefs und Ihrem Gehaltswunsch nachvollziehbar und glaubwürdig zu begründen.

       

       

        Christian Püttjer & Uwe Schnierda twitter: karrierecoaches 

        foto: © Rawpixel on Unsplash.com