Konfliktfähigkeit: Beispiele, Fragen, Vorstellungsgespräch

Von Püttjer - Schnierda
  • Wie lösen Sie Konflikte im Projektteam?

  • Wie erkennen Sie rechtzeitig ausufernde Streitigkeiten in ihrer Abteilung?

  • Was ist an Ihrer Konfliktfähigkeit heute anders als vor fünf Jahren?

  • Auf einer Skala von 1 bis 10, wobei 1 für den niedrigsten und zehn für den höchsten Wert steht, für wie konfliktstark schätzen Sie sich ein?

  • Anschlussfrage: Was könnten Sie tun, damit Ihr Wert noch eine oder gar zwei Stufen besser wird?

 

Diese Fragen aus Job-Interviews zeigen bereits beispielhaft, dass Konfliktfähigkeit zu den zentralen Kompetenzen von Führungskräften, Projektmanagerinnen und Projektleitern zählt.

 

Wir erläutern Ihnen in diesem Artikel anhand vieler Praxisbeispiele, warum Konfliktfähigkeit sowohl im Berufsalltag als auch im Bewerbungsverfahren eine so große Rolle spielt.

Sie erfahren ebenso, wie Sie entsprechende Fragen zu Ihrer Konfliktstärke mit konkreten Beispielen aus Ihrem Werdegang in Bewerbungsgesprächen überzeugend beantworten.

 

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Weiter informieren wir Sie darüber, welche Aufgabenstellungen Sie in der Assessment-Center-Übung "Konfliktgespräch" erwarten.

Und wir geben Ihnen Tipps dafür, wie Sie mit ergänzenden Führungsstärken wie Durchsetzungskraft, Überzeugungskraft und Ergebnisorientierung Ihre Fähigkeit, Konflikte produktiv zu lösen, glaubwürdig verdeutlichen.

 




Was ist Konfliktfähigkeit?

Definition: Konfliktfähigkeit ist eine Kompetenz, die dabei hilft, Probleme, Konflikte und Auseinandersetzungen zu erkennen, zu analysieren und konstruktiv zu bewältigen.

Eine wesentliche Rolle spielt dabei die emotionale Intelligenz. Schließlich sind Einfühlungsvermögen, Lösungsorientierung und Überzeugungskraft unverzichtbar, um Konflikte aufzulösen.

 




Beispiele für Konflikte

Als Bewerbungsberater mit über 25 Jahren Erfahrung im Coaching von Führungskräften, Projektleiterinnen, Projektmanagern und Top-Manager/-innen wissen wir, dass deren Berufsalltag zu einem erheblichen Teil daraus besteht, Streitigkeiten aufzulösen.

Es ist oft schwer, die beteiligten Konfliktparteien zurück zu einer sachorientierten Zusammenarbeit zu bringen, auf tragfähige Kompromisse hinzuarbeiten und dabei selbst möglichst immer die Ruhe zu bewahren.

 

Übersicht: Typische Konflikte

Hier eine Übersicht typischer Konfliktsituationen, die Führungskräfte verschiedener Ebene auflösen sollen.

  • Ein Vertriebsmitarbeiter hält Terminabsprachen nicht ein, die Kunden beschweren sich.

  • Ein erfahrener Einkäufer stimmt sich mit den anderen im Team nicht ausreichend ab.

  • Ein Frischluftfanatiker reißt ständig das Fenster auf.

  • Eine fröstelnde Mitarbeiterin dreht in unbeobachteten Momenten regelmäßig die Heizung auf die Höchsttemperatur.

  • Ein Projektmitglied behauptet in Meetings immer wieder, schlecht informiert zu werden.

  • Ein Teamleiter möchte in der wichtigen Schlussphase einer internen Softwareumstellung keine Überstunden leisten.

  • Eine andere Teamleiterin besteht darauf, endlich Abteilungsleiterin zu werden.

  • Ein Vorstandskollege reagiert unter Stress häufig persönlich ausfallend.

  • Eine Abteilungsleiterin beklagt in jedem Gespräch mit dem CEO den fehlenden Zusammenhalt in ihrer Abteilung.

 




Bewerbung: Mit Konfliktstärke positiv gelöst

Mit nicht wenigen Managerinnen und Managern müssen wir in Coachings vor Vorstellungsgesprächen mit Headhuntern oder Entscheidungsträgern auf der Firmenseite regelrecht üben, von zu vielen Negativbeispielen auf Positivbeispiele umzuschwenken.

 

Im Streit beendet

Gerade wenn ein Unternehmen in Insolvenz gegangen ist oder wenn Führungskräfte wegen Umstrukturierungen einen Aufhebungsvertrag angeboten bekommen haben, ist die Stimmung im Unternehmen häufig immens belastet.

Dann besteht immer die Gefahr, dass die gemeinsam erreichten Ergebnisse, Resultate und Erfolge der Vergangenheit völlig untergehen.

Allerdings darf diese negativ geprägte Grundstimmung keinesfalls Eingang in anstehende Vorstellungsgespräche finden. Verständlicherweise wäre dies äußerst kontraproduktiv.

 

Neustart

Denn in Job-Interviews wird nur die Führungskraft Pluspunkte sammeln, die mit ausgewählten Erfolgsbeispielen zeigt, dass sie Konflikte als normalen Bestandteil des Führungsalltags ansieht. Und dass diese Konflikte letztendlich erkannt, analysiert, besprochen, moderiert und gelöst wurden.

 

  1. strukturiertes Job-Interview

  2. kompetenzbasiertes Interview

  3. Vorstellungsgespräch Führungskraft

  4. Selbstpräsentation

  5. eigene Fragen an neue Arbeitgeber

  6. Assessment-Center

  7. Executive-Assessment

 

 

Um hier mit Ihren Kompetenzen und Antworten zu überzeugen, empfehlen wir Ihnen unsere E-Learnings für CEOs, Führungskräfte und Projektmanager/-innen.

 




Vorstellungsgespräch: Beispiele mit Konfliktparteien

Die eben beschriebenen Beispiele für Konflikte von Führungskräften haben anschaulich gezeigt, dass es zahlreiche Konfliktbeteiligte und -felder gibt.

 

Konfliktparteien

Grundsätzlich wird von Führungskräften erwartet, dass Sie Konflikte mit

  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern,

  • Betriebsratsmitgliedern,

  • Führungskollegen,

  • Schlüsselkunden,

  • Dienstleistern,

  • Zulieferern,

  • Geschäftspartnern,

  • Finanzbehörden und anderen

  • Verwaltungsbehörden

lösen sollen. Entsprechend können, unter Bezug auf eine untere, mittlere oder Top-Management-Position, spezielle Fragen in Vorstellungsgesprächen und strukturierten Interviews gestellt werden.

 




Test: Fragen zur Konfliktfähigkeit

Analog zu der Vielzahl an Konfliktparteien sollten Sie als Führungskraft in Bewerbungsgesprächen deshalb mit Fragen dieser Art rechnen.

  1. Schildern Sie mir ein Beispiel für einen Konflikt mit einem Mitarbeiter: Worum ging es dabei und wie haben Sie den Streit aufgelöst?

  2. Berichten Sie uns von einer Kraftprobe mit dem Betriebsrat: Wie haben Sie auf einen Kompromiss hingearbeitet?

  3. Wie reagieren Sie, wenn sich wichtige Kunden bei Ihnen über Vertriebsmitarbeiter beschweren?

  4. Haben Sie schon einmal einen Streit unter Führungskollegen geschlichtet: Wie sind Sie dabei vorgegangen?

  5. Wie reagieren Sie, wenn wichtige Zulieferer Sie unter Druck setzen wollen?

  6. Haben Sie Erfahrung im Umgang mit Finanzbehörden? Wie würden Sie vorgehen, wenn ein Mitarbeiter der Finanzbehörde dem Unternehmen ständig Steine in den Weg legt?

  7. Was können Vorgesetzte Ihrer Meinung nach tun, um Streitigkeiten und Auseinandersetzungen im Team frühzeitiger zu erkennen?

 

Lösungen überzeugen

Sie werden mit Ihren Antworten dann überzeugen, wenn Sie sich im Vorfeld von Vorstellungsgesprächen Konflikte in Erinnerung rufen, die Sie als Vorgesetzte oder Vorgesetzter gelöst haben.

Hierbei sollte es sich sowohl um die kleinen Probleme des Führungsalltags handeln, beispielsweise Urlaubsregelungen oder Arbeitsraumzuordnungen. Ebenso sollte Sie aber auch Beispiele für schwerwiegendere Konfrontationen und Probleme geben können, die Sie geschickt und taktisch versiert auf die Sachebene zurückgebracht und damit steuerbar gemacht haben.

 

Formulierungen für Antworten

Damit Sie Anregungen für Ihre Antworten auf diese und weitere Fragen in Job-Interviews mit Führungskräften haben, empfehlen wir Ihnen unsere E-Learnings "Vorstellungsgespräch", die auf  spezielle Berufsfelder ausgerichtet sind. Die Erläuterungen, Gesprächstaktiken und Beispielantworten entstammen direkt aus unserer Coachingpraxis.

 

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Nur bei uns mit taktischen Tipps und speziellen Antworten für unterschiedliche Leitungsfunktionen.

 




Mit diesen Kompetenzen Konflikte lösen

Als besonders wirksam hat sich für Vorstellungsgespräche mit Führungskräften erwiesen, weitere Managerkompetenzen ins Spiel zu bringen. Daher achten wir in unseren Bewerbungscoachings darauf, dass unsere Kunden gezielt ergänzende Stärken im Gespräch betonen.

 

Leadership-Skills

So ist es bei der Darstellung der Konfliktfähigkeit immer hilfreich, auch auf eine ausgeprägte Durchsetzungsstärke und nützliches analytisches Denken hinzuweisen. Ebenso kann der Verweis auf eine gelebte Fehlerkultur ebenso interessant sein, wie eine praxiserprobte Kommunikationsstärke.

Schließlich reicht es heute als Führungskraft kaum noch aus, einfach mit der Faust auf den Tisch zu schlagen und einen Streit als beendet zu erklären.

Überzeugen Sie im Berufsalltag und in Vorstellungsgesprächen gleichermaßen mit Ihren persönlichen Stärken und Management-Kompetenzen.

 

  1. Durchsetzungsstärke

  2. analytisches Denken

  3. komplexes Denken

  4. strategisches Denken

  5. Kommunikationsstärke

  6. unternehmerisches Denken

  7. Hands-on-Mentalität

  8. Ergebnisorientierung

  9. Überzeugungskraft

  10. konstruktives Kritisieren

  11. Konfliktfähigkeit

  12. Kundenorientierung

  13. interkulturelle Kompetenz

  14. souveränes Auftreten

  15. Begeisterungsfähigkeit

  16. Fehlerkultur etablieren

  17. Innovationskultur verankern

  18. Prozessmanagement verbessern

  19. effizienter Delegieren

  20. emotionale Intelligenz einsetzen

  21. Führungskompetenz

 

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Taktisch erklären

Geben Sie immer nachvollziehbare Beispiele dafür, wie Sie emotionale Kraftproben durch eine präzise Ursachenanalyse zurück zum sachlichen Kern geführt haben. Beschreiben Sie, wie Sie Verhandlungsangebote taktisch präsentiert haben.

Verdeutlichen Sie Ihre Rolle als schlichtender Moderator in Zerwürfnissen. Und verweisen Sie dabei immer auf die eigentlichen Abteilungs-, Bereichs- oder Unternehmensziele, die Sie im Blick behalten haben. Denn das Erreichen dieser Ziele steht schließlich im Vordergrund Ihrer Führungstätigkeit.

 




Executiv-Assessment: Konfliktgespräche live

Wenn Sie als Führungskraft zum Executive-Assessment eingeladen werden, müssen Sie mit der AC-Übung "Mitarbeitergespräch" rechnen.

 

Managementsituationen

Hier geht es darum, den Beobachtern in einem Rollenspiel mit einem fiktiven Mitarbeiter "live" zu zeigen, wie Sie Konflikte analysieren und geschickt und ausdauernd auf die von Ihnen angestrebte Lösung hinarbeiten.

Ihre Führungsstärke wird mithilfe von vorgegebenen Szenarien getestet, bei denen es darum geht, dass in Projekten Budget- oder Terminzusagen plötzlich nicht mehr gelten sollen, Mitarbeiter sich einfach nicht mehr konstruktiv verhalten oder nervige Kleinkriege in vormals leistungsstarken Teams ausbrechen.

 

Streit liegt in der Luft

Bereiten Sie sich mit unseren 15 Szenarien für Mitarbeitergespräche in Assessment-Centern vor, um Ihre Konfliktstärke praktisch unter Beweis zu stellen.

Zeigen Sie, wie Sie Widerstände im Mitarbeitergespräch auflösen, Ablenkungsmanöver durchschauen und geduldig, strukturiert und beharrlich auf ein Ergebnis hinarbeiten.

 

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Fazit: Das bedeutet Konfliktfähigkeit für mich

Sie wissen jetzt, wie Sie Ihre Konfliktfähigkeit in Vorstellungsgesprächen und Assessment-Centern mit passenden Beispielen und Antworten glaubwürdig belegen können.

 

Change-Management

Geht es in Ihrer neuen beruflichen Position schwerpunktmäßig darum, dass Sie gravierende Veränderungen erzielen sollen ("Change-Management"), wird gerade die Ausprägung Ihrer Konfliktstärke im Bewerbungsverfahren eine große Rolle spielen.

  • Machen Sie deutlich, dass Sie sich aufbauende Spannungen und destruktive Stimmungen frühzeitig wahrnehmen.

  • Arbeiten Sie heraus, dass Sie blockierende Emotionen auflösen und für ein konstruktives Miteinander sorgen können.

  • Und verdeutlichen Sie mit passenden Beispielen, dass Sie wissen, dass das Lösen von Konflikten und das Erreichen von tragfähigen Kompromissen für Sie zum typischen Führungsalltag gehört.

Gerne bereiten wir auch Sie auf Vorstellungsgespräche und Assessment-Center telefonisch oder persönlich vor. Rufen Sie uns an, damit Ihre gesamten Manager-Stärken im Auswahlverfahren klar erkennbar werden. 

 

Christian Püttjer & Uwe Schnierda twitter: karrierecoaches 

foto: © Chris Barbalis on Unsplash.com