Telefoninterview: Fragen, 25 Tipps und Antworten

In jedem Telefoninterview: diese drei Fragen ✓ Vorbereitung mit Leitfaden ✓ Wechselwunsch begründen ✓ Lücken erklären ✓ Schwächen und Stärken nennen ✓

 

Wenn Sie eine Einladung zu einem telefonischen Vorstellungsgespräch bekommen haben, werden Ihnen diese drei Fragen eigentlich immer gestellt:

    1. Warum haben Sie sich bei uns beworben?

    2. Was interessiert Sie an der Stelle?

    3. Und warum wollen Sie wechseln?

     

    Wir erklären Ihnen, wie Sie sich sinnvoll vorbereiten können - und mit welchen zusätzlichen Fragen Sie ebenfalls rechnen müssen.

    Übrigens werden telefonische Vorstellungsgespräche von den Firmen, aber auch von Personalberatungen und Headhuntern immer häufiger durchgeführt. Die Dauer des Schnellchecks am Telefon liegt meist bei 45 bis 90 Minuten. Und die Fragen prasseln dann regelrecht auf die Bewerberinnen und Bewerber ein.

    Im Gegensatz zu persönlichen Treffen entfällt hier die Erstattung von Reisekosten. Weiter werden oft umfassende strukturierte Fragenkataloge im Schnellverfahren abgearbeitet, um sich in der Kürze der Zeit ein erstes Bild von der Bewerberpersönlichkeit zu machen.

     



    Telefoninterview Vorbereitung: Selbstpräsentation und typische Fragen

    Werdegang in Kurzform: Es ist unverzichtbar, sich optimal auf das Telefoninterview vorzubereiten, damit eine schlüssige Selbstpräsentation der eigenen Stärken, Erfahrungen, Kenntnisse und Erfolge in der kurzen Zeit am Telefon auch gelingt.

    Bei der Beantwortung dieser Kernfrage überzeugen diejenigen, die sowohl die Gründe für die Bewerbung um die neue Stelle als auch die Gründe für den Weggang vom momentanen Arbeitgeber gleichermaßen glaubwürdig und nachvollziehbar darstellen können. Daher wird die Wechselmotivation im Telefoninterview mit berufserfahrenen Bewerbern eigentlich immer abgefragt.

    Bevor Bewerberinnen und Bewerber zum persönlichen Vorstellungsgespräch ins neue Unternehmen oder einen Konferenzraum in einem Hotel eingeladen werden, wird also mit einem ausgeklügelten Fragenkatalog überprüft,

    - ob sie sich aus einer Laune heraus beworben haben oder die Bewerbung ernsthaft gemeint ist,

    - ob sie mit ihren Erfahrungen und Kenntnissen zu den Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle passen,

    - ob sie sich intensiv mit dem Anforderungsprofil der neuen Stelle auseinandergesetzt haben,

    - ob sie im derzeitigen Job vielleicht Schwierigkeiten mit Kollegen haben,

    - ob sie Probleme mit der Chefetage haben,

    - ob sie sich über das neue Unternehmen und deren Ziele informiert haben und

    - wie sie ihren Wechselwunsch begründen.

     

    Gesprächspartner: Ihr Gesprächspartner auf der Firmenseite ist üblicherweise eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter aus der Personalabteilung. Oder ein in Personalauswahlfragen erfahrener externer Headhunter beziehungsweise Personalberater.

    Die Fragen entstammen oft einem vorher definierten Fragenkatalog, daher sprechen Personalprofis hier von einem strukturierten oder halbstrukturierten Interview, das wenig Raum für persönliche Dialoge lässt.

    Viele unterschiedliche Fragen: Die Interviewer verfolgen das Ziel möglichst viele gleiche Fragen in kurzer Zeit "durchzubringen", damit die Antworten der Bewerber zu einem späteren Zeitpunkt direkt verglichen werden können. Aus diesem Grund empfinden viele Bewerber Telefoninterviews als eher unangenehm.

    Setzen Sie sich jetzt mit den Fragen, die Ihnen im telefonischen Interview gestellt werden, auseinander, damit Sie im Telefonat keine bösen Überraschungen erleben.

     



    Schlüsselfrage im telefonischen Vorstellungsgespräch: Warum Sie?

    • Tipp 1:
      Im gesamten Bewerbungsverfahren sind Ihre Einstellungsargumente gefragt, also auch im Telefoninterview. Bereiten Sie eine kurze Selbstpräsentation vor, die 30 bis 45 Sekunden umfassen sollte.

    • Tipp 2:
      Beschreiben Sie stichwortartig Ihre Erfahrungen und Kenntnisse: "Ich habe Erfahrungen in ... und .... Weiter kenne ich mich in ... und ... aus."

    • Tipp 3:
      Nennen Sie auch Ihre Stärken: "Besonders gerne mache ich ... und ...  / Besonders gut kann ich ... und ...

    • Tipp 4:
      Streichen Sie Ihre Motivation heraus: "Es hat mich schon immer fasziniert ... und ... zu machen. / Besonders interessiert mich ... und ..., weil mich dies bei der täglichen Arbeit motiviert."

    • Tipp 5:
      Fokussieren Sie bevorzugt auf die Aufgaben am momentanen Arbeitsplatz, die einen Bezug zu den Aufgaben am neuen Arbeitsplatz haben: "Ich bin zuständig für ... und ... / Weiter gehören ... und ... zu meinen täglichen Aufgaben."

    • Tipp 6:
      Trainieren Sie das gezielte Wechselspiel zwischen sachlichen Informationen, mit denen Sie Ihre Erfahrungen und Kenntnisse darstellen, und emotionalen Kurzstatements, die Ihre Begeisterung und Freude an bestimmten Aufgaben und Handlungen verdeutlichen.

     

    Zahlreiche Anregungen und spezielle Beispiele für Selbstpräsentationen, die sich auf ganz unterschiedliche Berufsfelder beziehen, finden Sie in unseren E-Learnings-Vorstellungsgespräch.

     



    Telefonische Bewerbung: Warum wollen Sie wechseln?

    • Tipp 7:
      Die Frage nach dem Wechselgrund kommt eigentlich immer, schließlich möchte die neue Firma wissen,
      - ob Sie gekündigt haben,
      - ob man Ihnen gekündigt hat,
      - ob Sie Ärger mit dem Chef hatten,
      - bei der Arbeit unterfordert waren oder 
      - mit den Kollegen nicht klar kamen.

    • Tipp 8:
      Halten Sie bei dieser schwierigen Frage den Ball flach und argumentieren Sie von der neuen Stelle her.

    • Tipp 9:
      Erklären Sie, dass Sie nach einigen Jahren am momentanen Arbeitsplatz die gewonnenen Erfahrungen bei einem neuen Arbeitgeber gebündelt einbringen möchten.

    • Tipp 10:
      Oder weisen Sie darauf hin, dass die Schwerpunkte in der ausgeschriebenen Stelle eher Ihren Vorstellungen und Neigungen entsprechen.

    • Tipp 11:
      Falls passend, heben Sie hervor, dass Sie schon länger die Branche wechseln wollten.

    • Tipp 12:
      Vielleicht betonen Sie, dass das neue Unternehmen einen hervorragenden Ruf in der Branche besitzt.

    • Tipp 13:
      Sie können gegebenenfalls auch darauf verweisen, dass Ihr momentaner Arbeitgeber wirtschaftlich nicht besonders gut aufgestellt ist und Sie daher wechseln möchten.

    • Tipp 14:
      Eventuell verweisen Sie sogar auf eine Weiterbildung, die Ihnen ermöglicht, aktuelles Wissen und Ihre praktischen Erfahrungen gleichermaßen in die zu vergebende Stelle einzubringen.

     



    IV. Fragen zu Lücken und Brüchen im Lebenslauf

    • Tipp 15:
      Kaum ein beruflicher Werdegang ist heute noch gradlinig, Lücken, Unterbrechungen oder auffällige Veränderungen im Lebenslauf spiegeln dies wieder. Vielleicht gibt es auch in Ihrem Lebenslauf oder den Arbeitszeugnissen:
      - ein oder mehrere kürzere Arbeitsverhältnisse,
      - eine Kündigung bereits in der Probezeit,
      - einen Branchenwechsel,
      - einen Umzug in eine andere Region,
      - ein Zweitstudium oder eine Fortbildung, die hin zu einem anderen Berufsfeld geführt haben,
      - eine längere Lücke (länger als drei Monate),
      - eine Tätigkeit als Selbstständiger,
      - ein schlechtes oder
      - ein missverständliches Arbeitszeugnis.

    • Tipp 16:
      Überlegen Sie sich, zu welchen kritischen Punkten im Werdegang bei Ihnen am Telefon intensiver nachgefragt werden könnte und bereiten Sie glaubwürdige Antworten vor.

    • Tipp 17:
      Beispiele für schlüssige Antworten auf Brüche im Werdegang sollten Sie grundsätzlich knapp beantworten. Und möglichst schnell auf die damit verbundenen positiven Veränderungen verweisen. 

     



    V. Schwächen darstellen und Stärken hervorheben

    • Tipp 18:
      Unserer Erfahrung nach wird nicht in jedem Telefoninterview nach den Stärken und Schwächen von Bewerberinnen und Bewerbern gefragt. Aber in jedem zweiten wird - direkt oder indirekt - nach positiven und negativen Eigenschaften geforscht.

    • Tipp 19:
      Dabei geht es weniger um einen "Seelenstriptease" in Sachen - beruflicher - Persönlichkeit. Vielmehr möchten neue Arbeitgeber erkennen, dass Sie über eine grundsätzliche Fähigkeit zur Selbstreflektion verfügen, die insbesondere bei Führungskräften unverzichtbar ist.

    • Tipp 20:
      Überlegen Sie sich deshalb im Rahmen Ihrer Vorbereitung,
      - welche Stärken Sie auszeichnen und
      - welche Schwächen Sie nennen könnten.

    • Tatkräftige Unterstützung bei dieser unverzichtbaren Vorarbeit in Sachen Stärken und Schwächen liefern Ihnen übrigens unsere E-Learnings Vorstellungsgespräch.

     



    Vorauswahl: Was wissen Sie über die neue Firma?

    • Tipp 21:
      Bei Fragen zum neuen Arbeitgeber geht es darum, ob Ihre Bewerbung mehr einer spontanen Laune entspringt oder nachvollziehbar begründet werden kann.

    • Tipp 22:
      Überzeugen Sie konkret, verweisen Sie
      - auf die innovativen Produkte,
      - auf nachgefragte Dienstleistungen,
      - auf die Wachstumsfelder im Unternehmen,
      - auf die starke Stellung des Unternehmens im Markt oder
      - auf die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens

    • Tipp 23:
      Weiter sollten Sie gängige Kennzahlen zum Unternehmen parat haben: Umsatz, Zahl der Mitarbeiter, Standorte, eventuell Börsenkurs, usw.).

    • Tipp 24:
      Nutzen Sie für Ihre Informationsrecherche zum Selbstverständnis des Unternehmens die Firmenhomepage, Presseartikel und - falls vorhanden den Facebookauftritt des Unternehmens.

    • Tipp 25:
      Und rechnen Sie gegebenenfalls damit, dass Ihr Interviewpartner am anderen Ende des Telefonhörers Ihnen Fragen zu Ihrem Facebook-, LinkedIn-, Google Plus- oder Xing-Profil stellt.

     

    Wir wünschen Ihnen viel Erfolg für Ihre Telefoninterviews!

     

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