Führungskräfte im Vorstellungsgespräch: Wie steigern Sie die Wirkung Ihrer Worte?

von Christian Püttjer & Uwe Schnierda

Insider Rhetoriktipps ✓ Passung im Blick  ✓ Ergebnisse, Lösungen, Erfolge  ✓ Raum für Nachfragen  ✓

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Bewerbungsgespräche sind Rhetorik pur. Wer hier die Grundregeln der wirksamen Gesprächspsychologie kennt und einsetzt, kann sich als Manager beziehungsweise Managerin optimal präsentieren.

Allerdings erleben wir es regelmäßig, dass Führungskräfte zwar eine gute Arbeit machen, aber wirklich Schwierigkeiten damit haben, ihr Engagement, ihre Erfolge und ihre Erfahrungen in der rhetorischen Sondersituation Bewerbungsgespräch taktisch darzustellen.

Welche 5 Fehler Sie auf jeden Fall vermeiden sollten und wie Sie es besser machen können, erläutern wir Ihnen jetzt.

 



Tipp 1: Fokussieren Sie im Vorstellungsgespräch!

Problematisch: Viele Manager beziehen sich im Job-Interview zu stark auf ihre momentanen Aufgaben. Dies liegt daran, dass die aktuellen Aufgaben aus dem Tagesgeschäft oder auch aktuelle Projekte im Gedächtnis präsenter sind.

Es kann dann aber der Eindruck entstehen, dass die Führungskraft auf die neuen Aufgaben nicht ausreichend vorbereitet ist.

Besser! Nehmen Sie die Stellenausschreibung zur Hand und arbeiten Sie die Schnittstellen zwischen künftigen Aufgaben und Ihren momentanen Aufgaben heraus. Sie sollten auch Erfahrungen aus Ihrer vorhergehenden Stelle aufzählen, wenn diese einen direkten Bezug zur neuen Stelle haben.

 



Tipp 2: Bleiben Sie auf der Erfolgsspur!

Problematisch: Viele Führungskräfte sind Profis darin, zu thematisieren, was alles nicht so gut läuft, aber Amateure, wenn es um die Kommunikation von Erfolgen geht. Dies liegt daran, dass Führungskräfte im Unternehmen häufig die Rolle des Feuerwehrmanns/der Feuerwehrfrau haben.

Sie werden immer dann gerufen, wenn es Krisen, Probleme und Ärger gibt. Diese negative Stimmung darf aber nicht den Weg ins Vorstellungsgespräch finden.

Besser! Vorstellungsgespräche dienen dem ersten Kennenlernen. Wer bei der ersten Kontaktaufnahme überzeugen will, sollte Ergebnisse, Lösungen und Erfolge in den Vordergrund stellen.

Es dürfen auch Probleme thematisiert werden, aber nur als Teil von Herausforderungen, die letztendlich auch gelöst worden sind.

 
 
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Tipp 3: Spielen Sie im Vorstellungsgespräch mit!

Problematisch: Einige Manager reagieren geradezu allergisch auf vermeintliche „Personalerspielchen“. Fragen nach den persönlichen Schwächen und Stärken oder der weiteren Karriereplanung werden dann mit ironischem Unterton oder aggressiven Gegenfragen beantwortet. Dadurch entsteht eine unproduktive Kampfstimmung zwischen Personalern und Bewerbern.

Besser! Eine souveräne Führungskraft zeigt, dass sie im Bewerbungsgespräch sowohl mit Fachfragen als auch mit Personalerfragen zurechtkommt. Sie beantwortet daher Fragen nach den Schwächen oder Stärken ebenfalls glaubwürdig, aber dennoch taktisch.

Auf diese Weise dokumentiert die Führungskraft, dass sie das Ritual Vorstellungsgespräch als solches erkannt hat und grundsätzlich akzeptiert.

 



Tipp 4: Weniger ist manchmal mehr!

Problematisch: Eigentlich alle Manager haben üblicherweise so viele Erfahrungen gemacht, dass sie ganze Tage und Nächte über ihr Berufsleben reden könnten. Dies ist im Bewerbungsgespräch dann problematisch, wenn auf jede Frage mit mindestens zehn Sätzen geantwortet wird.

Es besteht die Gefahr, dass die Firmenseite die Antworten ständig abbrechen und dem Bewerber ins Wort fallen muss.

Besser! Ausführliche Antworten sind auf jeden Fall wichtig, besonders am Anfang eines Gespräches. Die Grundregel lautet aber: etwa drei bis fünf Sätze pro Antwort, idealerweise mit geeigneten Beispielen.

Interessant machen sich Bewerber, die ab und zu gezielt kurze Antworten geben und bestimmte Schlagworte in den Raum stellen. Dann fangen die Interviewer von sich aus an nachzuhaken.

 



Tipp 5: Gewöhnen Sie sich ans Storytelling!

Problematisch: Insbesondere naturwissenschaftlich geprägte Führungskräfte (Ingenieure, IT-Spezialisten, Chemiker, Physiker) möchten im Vorstellungsgespräch gerne mit Fakten überzeugen, aber auch Controller, Juristen und Finanzexperten müssen aufpassen, dass sie nicht in die Faktenfalle geraten.

Das Motto „Hundert Argumente sind hundert Mal stärker als ein Argument“ greift aber nicht. Im Gegenteil, die Zuhörer langweilen sich und fangen an abzuschalten.

Besser! Rufen Sie sich in Erinnerung, wie komplexe Sachverhalte in den Medien präsentiert werden. Ein gut präsentierter Einzelfall kann die Stimmung in einer Talkshow vollständig in die eine oder in die andere Richtung lenken.

Auch im Bewerbungsverfahren hat das Storytelling seinen Platz. Überlegen Sie sich konkrete Erfolge aus Ihrem Erfahrungsschatz. Schildern Sie in Bewerbungsgesprächen in Form einer kleinen Story an passender Stelle, was Sie in einer fordernden Situation gedacht, entschieden und dann gemacht haben.

 

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